Wolfsburg. Mit dem ID.7 bringt VW erstmals Stromer für die gehobene Mittelklasse auf den Markt. In der soll künftig niemand mehr ins Schwitzen kommen.

Berufsbedingt ist Imelda Labbé, Vertriebschefin von VW, schwer angetan von den Modellen der Kernmarke. Das war so anlässlich der Weltpremiere des neuen Tiguan, in dem sie zusammen mit Vorstandskollegen auf die Bühne in Halle 11 fuhr, die anlässlich der Betriebsversammlung aufgebaut worden war. Vor allem die Massagefunktionen der Sitze hatten es der Managerin angetan, wie sie gleich nach dem Aussteigen mitteilte.

Auf die kann Labbe auch zurückgreifen, falls sie sich für einen vollelektrischen ID.7 als Dienstwagen entscheiden sollte. Der ID.7 ist der erste BEV-Vertreter von VW für die gehobene Mittelklasse und mithin eine anspruchsvolle Reiselimousine. In der kann man sich - gegen Aufpreis - so ganz nebenbei auch noch richtig verwöhnen lassen. Eine neue VW-Sitzgeneration könne gezielt massieren und erstmals auch Muskelgruppen an Wirbelsäule und Becken aktivieren, so VW. Das ist aber noch nicht alles.

VW verspricht: Verspannungen werden gelöst

Bei der Konzeption der neuen ID.7-Sitzgeneration arbeiteten die Volkswagen-Entwickler mit Fachleuten der Aktion Gesunder Rücken (AGR) zusammen, berichtet das Unternehmen auf seiner Homepage. Gemeinsam mit Orthopäden, Physiotherapeuten und Sportwissenschaftlern der AGR realisierten sie erstmalig in den Vordersitzen bei Volkswagen die Aktivierung von Becken und Wirbelsäule: Dafür verantwortlich sind neben zehn Luftpolstern zur punktuellen Massage in der Lehne vor allem zwei Luftpolster in den Sitzflächen. Diese heben die Sitzbeinhöcker wechselseitig an und helfen in Kombination mit der Massage, Verspannungen zu lösen und eine zu statische Körperhaltung zu vermeiden.

Ulrich Kuhnt, Berater der AGR und Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Rückenschulen, erklärt: „Durch das Anheben der Sitzbeinhöcker wird das Becken gekippt. Dies führt zu einer leichten Drehung der Wirbelsäule, die zusätzlich von den Luftpolstern im Rücken unterstützt wird. Diese kleinen Bewegungen reichen bis zur Halswirbelsäule. Sie beugen Verspannungen vor und können sogar die Konzentrationsfähigkeit steigern.“ Davon profitieren die Insassen auch langfristig, so der Experte: „Die Torsion der Wirbelsäule regt den Stoffwechsel der Bandscheiben an. In Kombination mit den stochastisch gesteuerten Massageprogrammen wird das rückenfreundliche, dynamische Sitzen motiviert.“

Die Sitze des neuen ID.7 bieten optional auch Massagefunktionen. Wie es funktioniert, veranschaulicht diese Grafik von VW.
Die Sitze des neuen ID.7 bieten optional auch Massagefunktionen. Wie es funktioniert, veranschaulicht diese Grafik von VW. © Wolfsburger Nachrichten | Volkswagen AG

Neben der Beckenaktivierung verfügen die neuen ergoActive-Premiumsitze auch über eine pneumatische Druckpunktmassage. Sie dient zur Entspannung und Aktivierung der Rückenmuskulatur. Hierfür sind zwei Reihen mit je fünf Luftpolstern zuständig. Über spezifische Programmabläufe von 10 bis 30 Minuten Dauer lässt sich die Massage-Funktion gezielt auf die eigenen Bedürfnisse abstimmen. Eine elektrische 12-Wege-Sitzverstellung sowie die manuelle 2-Wege Sitztiefenverstellung mit Oberschenkelauflage sorgen dafür, dass jeder Insasse der vorderen Sitzreihe seine individuell bevorzugte Sitzposition findet. Über eine Memory-Funktion lässt sich diese zudem abspeichern.

Niemand soll mehr verschwitzt aus dem Auto steigen

Darüber hinaus bieten die ergoActive-Premiumsitze eine dynamische Klimatisierung, die Sitzfläche und Sitzlehne unabhängig voneinander steuert. Das Beheizen und Belüften des Sitzes ist somit individuell möglich. Durch das Zusammenspiel dieser Funktionen kann der Sitz im Automatikmodus erstmals auch eigenständig ein ganz persönliches Wohlfühlsitzklima einstellen. Dazu werden in der Kontaktzone zwischen Sitz und Passagier Temperatur und Feuchtigkeit gemessen und mit anderen klimarelevanten Faktoren und favorisierten Einstellungen abgeglichen. Daraus wird dann das individuelle Wohlfühlklima berechnet.

Verschwitztes Aussteigen gehört damit der Vergangenheit an. Zusätzlich zum Automatikmodus kann zwischen drei „Smart Climates“ gewählt werden: von warm über trocken bis hin zu kühl. Eine solche körpernahe Heiz- und Kühlfunktion kann helfen, das Wohlbefinden der Insassen im Sommer wie im Winter zu steigern. Der Energiebedarf ist dabei geringer als bei einer Klimatisierung des kompletten Fahrzeuginnenraums.

Und so sehen die Sitze des ID.7 im Original aus.
Und so sehen die Sitze des ID.7 im Original aus. © Wolfsburger Nachrichten | Volkswagen AG

Die Premiumsitze gibt es im Interieurpaket „Plus“

Für die Bedienung der ergoActive-Premiumsitze stehen verschiedene Wege zur Verfügung: Die Verstell-Funktionen können direkt über Tasten am Sitz gesteuert werden. Zusätzlich kann über das Display des Infotainmentsystems auf die Programme der ergoActive-Premiumsitze zugegriffen werden. In der zweiten Sitzreihe des ID.7 sind die Sitzflächen und -lehnen in drei Stufen beheizbar. Die Bedienung erfolgt über Tasten an der Mittelkonsole. Der ID.7 lässt sich über optionale, übersichtlich gestaltete Ausstattungspakete besonders einfach konfigurieren. Die ergoActive-Premiumsitze im neuen ID.7 sind Teil des optionalen Interieurpakets „Plus“ für 4450 Euro. Ebenfalls im „Plus“-Paket enthalten sind unter anderem das 700-Watt-Soundsystem von Harman Kardon (mit 14 Highend-Lautsprechern inklusive Centerspeaker vorn und Subwoofer im Kofferraum) sowie eine 30-farbige Ambientebeleuchtung.

red/tok