Remlingen. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung erklärt die Arbeiten östlich der Schachtanlage Asse II, die bis zum Frühjahr dauern werden.

Die Bohrarbeiten der Erkundungsbohrung Remlingen 18 beginnen an diesem Mittwoch, 18. Oktober. Das kündigt die BGE, die Bundesgesellschaft für Endlagerung, an. Der Bereich östlich der Schachtanlage Asse II ist ein grundsätzlich geeigneter Standort für den zur Rückholung der radioaktiven Abfälle notwendigen Schacht Asse 5, heißt es in der Pressemitteilung. Die Bohrung diene dazu, die Eignung endgültig zu bestätigen und die Grundlagen für die Planung des Schachtausbaus zu ermitteln.

Bohrarbeiten laufen bis zum Frühjahr nächsten Jahres

Die geplante Bohrung wird bis in eine Tiefe von 900 Meter reichen, beschreibt die BGE. Und weiter: Der Abstand zum bestehenden Grubengebäude beträgt rund 250 Meter. Während der Bohrung an der Asse werden fortlaufend Bohrkerne gewonnen. Diese werden anschließend labortechnisch untersucht und liefern wichtige Erkenntnisse über den Verlauf und die Eigenschaften der verschiedenen Gesteinsschichten. Das Ende der Bohrarbeiten ist im ersten Halbjahr 2024 geplant. Die vollständige Auswertung der Probe-Nahmen erfolgt unmittelbar im Anschluss.

Die Befahrbarkeit des ehemaligen landwirtschaftlichen Nutzweges entlang des Bohrplatzes sei für die Dauer des Baustellenbetriebs nicht gegeben. Inwieweit diese im Anschluss an die Arbeiten gewährleistet werden könne, müsse geprüft werden. Die Gesamtkosten aller im Zuge der Erkundungsbohrung R 18 zu berücksichtigenden Maßnahmen werden voraussichtlich rund 9,5 Millionen Euro betragen, so die BGE.

Umwelt und Naturschutz sind Themen an der Baustelle

Das Freimachen des Geländes sowie erste Erschließungsmaßnahmen hätten einen Eingriff in das umliegende Waldstück erfordert. Davon seien auch Teile des europäischen Naturschutzgebietes auf dem Asse-Höhenzug betroffen. Zum Ausgleich für die erfolgten Eingriffe schaffe die BGE Ausgleichsflächen und setze zusätzliche Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen um. Dazu würden unter anderem im unmittelbaren Umfeld Quartierhöhlen für Fledermäuse angebracht und Lebensräume für Waldeidechsen eingerichtet.

Über die BGE: Die BGE ist eine bundeseigene Gesellschaft im Geschäftsbereich des Bundesumweltministeriums, schreibt sie über sich selbst. Die BGE hat am 25. April 2017 die Verantwortung als Betreiberin der Schachtanlage Asse II sowie der Endlager Konrad und Morsleben vom Bundesamt für Strahlenschutz übernommen. Zu den weiteren Aufgaben zählt neben der Stilllegung des Bergwerks Gorleben die Suche nach einem Endlagerstandort zur Entsorgung der in Deutschland verursachten hochradioaktiven Abfälle auf der Grundlage des im Mai 2017 in Kraft getretenen Standortauswahlgesetzes. Geschäftsführer ist Dr. Thomas Lautsch.