Symbole gegen Gewalt an Frauen

Orangefarbene Bänke reisen durch die Lessingstadt

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Eva Fuhrmann, stellvertretende Vorsitzende des AWO-Kreisverbands Salzgitter-Wolfenbüttel, auf einer der beiden orangenen Bänke.

Eva Fuhrmann, stellvertretende Vorsitzende des AWO-Kreisverbands Salzgitter-Wolfenbüttel, auf einer der beiden orangenen Bänke.

Foto: AWO

Wolfenbüttel.  Die Fälle häuslicher Gewalt steigen kontinuierlich. Die Awo Salzgitter-Wolfenbüttel macht mit zwei orangenen Bänken auf das Thema aufmerksam.

Bereits seit 1991 machen die Vereinten Nationen mit der Kampagne „Orange the World“ weltweit auf das Ausmaß der Gewalt gegen Frauen aufmerksam. Anlässlich des Internationalen Tages „Nein zu Gewalt an Frauen“ fanden am 25. November weltweit Aktionen statt – auch in Wolfenbüttel.

Wie der Awo-Kreisverband Salzgitter-Wolfenbüttel mitteilt, wurden zwei orange gestrichene Bänke mit der der Aufschrift „Kein Platz für Gewalt gegen Frauen“ als klimaschonende Alternative zu der orangefarbenen Beleuchtung von Fassaden der vergangenen Jahre gestaltet. Eine der beiden Bänke wurde von der Awo-Beratungs- und Begegnungsstelle „Salawo“ mit Schriftzügen in anderen Sprachen, zum Beispiel Arabisch und Kurdisch, versehen. Diese wandern seit dem 25. November an wechselnde Orte in Wolfenbüttel, etwa in die Awo-Geschäftsstelle, die Salawo-Beratungsstelle, das Gesundheitsamt, zur Gleichstellungsbeauftragten, in Kitas, Polizei und Jobcenter. Zusätzlich liegen Flyer und Infomaterial über regionale Hilfsangebote bereit.

Anstieg häuslicher Gewalttaten

Das Bundeskriminalamt verzeichnete im Jahr 2020 einen Anstieg an geschlechtsspezifischen Gewalttaten gegen Frauen um 4,4 Prozent (148.031 registrierte Fälle). 169 Menschen wurden in Deutschland allein im Jahr 2020 Opfer eines Tötungsdeliktes durch Partnerschaftsgewalt. 82 Prozent der Getöteten waren Frauen. Mehr als neun Frauen täglich werden von ihrem Partner vergewaltigt oder sexuell genötigt. Dabei tauchen Dunkelziffern in diesen Statistiken gar nicht auf.

Die BISS-Beratungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt in Wolfenbüttel verzeichnete im Jahr 2021 erneut einen Anstieg an Beratungsanfragen bei häuslicher Gewalt. Die BISS-Statistik erfasste 2021 149 Fälle häuslicher Gewalttaten (115 in 2020 und 104 in 2019), fast immer (143-mal) waren davon auch Kinder betroffen. In diesem Jahr waren es bereits 159 Fälle bis Ende Oktober.

Keine Privatsache

Häusliche Gewalt findet zumeist „hinter verschlossenen Türen“ statt. Viele Menschen können sich nicht vorstellen, wie viele betroffene Frauen es tatsächlich gibt. Häusliche Gewalt, betont die Awo, sei jedoch keine Privatsache, sondern ein strukturelles Problem, welches gesellschaftlich thematisiert werden müsse. Durch die Ratifizierung der Europaratskonvention zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen (Istanbul-Konvention) von 2011 verpflichtet sich Deutschland, sich für Opferschutz, Prävention und Strafverfolgung in diesem Bereich einzusetzen und entsprechende Gesetze und Rahmenbedingungen zu schaffen und umzusetzen.

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