Berlin (ots) - Die erste Joggingrunde früh morgens, das gesunde, vollwertige Frühstück mit einem großen Glas Wasser im Anschluss, eine Runde Meditation, Achtsamkeitstagesbuch führen und die positiven Gedanken und Ausrichtung nicht vergessen. Häufig besteht bei Menschen der Wunsch, das Beste aus sich und dem Alltag herauszuholen. Aber ist eine Optimierung immer möglich und ist das Streben nach der besten Version seiner selbst immer gesund? Dieser Frage haben sich die Expertinnen und Experten der Oberberg Kliniken angenommen.

Man muss nur dran glauben

Häufig wird z.B. durch Social Media suggeriert, dass mit dem richtigen Mindset alles möglich sei. Positive Gedanken und Affirmationen sollen dabei helfen, die gesteckten Ziele und Wünsche zu erreichen. Sich auf das Schöne und Gute zu konzentrieren und eine dankbare Haltung anzunehmen, kann Menschen durchaus helfen, dem Leben mehr Sinnhaftigkeit zu verleihen und zufriedener durch den Alltag zu gehen. Doch nicht immer gelingt das. Menschen mit einer Depression, fällt es zum Beispiel meist schwer, überhaupt positive Aspekte im Alltag zu entdecken. Genau dies ist ein Symptom ihrer Erkrankung. Die Aufforderung, "doch mal das Schöne" zu sehen, kann hier das Gegenteil bewirken: die Betroffenen können sich nun erst recht unfähig und minderwertig fühlen und ihre seelische Verfassung kann sich verschlechtern. Bei einigen Menschen können positive Affirmationen wie "Du bist großartig in deinem Job" oder "Du bist talentiert und begehrenswert" auch ins Gegenteil umschlagen, zum Beispiel wenn die Affirmation mit der Selbstwahrnehmung gar nicht zu vereinen ist.

Alles ist möglich - oder doch nicht?

Auch die Annahme "alles ist möglich" sollte kritisch hinterfragt werden. Denn selbstverständlich gibt es Limitierungen im Leben, auf die man keinen oder nur beschränkt Einfluss hat, zum Beispiel körperliche und psychische Voraussetzungen, das soziale Umfeld oder Lebensereignisse. Auch wenn die Stärkung der Selbstwirksamkeit grundsätzlich positiv zu bewerten ist, sollte dies immer berücksichtigt werden. Die Stärkung der eigenen Resilienz und die Entwicklung einer konstruktiven Fehlerkultur können hier wichtige Aspekte sein, um auch mit unerwünschten Ereignissen angemessen umgehen zu können. Andernfalls können Frustration und Schuldgefühle die Folgen sein. Denn stellen sich erwünschte Resultate nicht ein, liegen Gedanken wie "Ich habe nicht ausreichend daran geglaubt/daran gearbeitet" oftmals nahe.

Burnout-Falle Selbstoptimierung

Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass der Wunsch nach Optimierung nicht zum Zwang wird. Denn wird der gesamte Tag durchgetaktet und immer nach dem Bestmöglichen gestrebt, bleibt wenig Freiraum für spontanes Erleben. Und gerade dies ist wichtig, um abzuschalten und mental aufzutanken. Darüber hinaus entstehen gerade in Phasen des mentalen Loslassens und Durchatmens neue, kreative Ideen oder es lassen sich Lösungen finden. Außerdem besteht die Gefahr der Frustration bei Nichteinhalten dieser selbstgesetzten Alltagsroutinen oder Erschöpfung aufgrund andauernder Aktivität, die im schlechtesten Fall zwanghaftes Verhalten hervorruft oder in einem Burnout münden kann. Auch die ständige Angst, einen neuen Trend zum Beispiel in gesunder Lebensführung zu verpassen, Fomo (Fear of missing out) genannt, kann zu einer psychischen Belastung und Stressfalle werden. Zudem setzen einige Menschen auf Neuroenhancement, um im Alltag noch produktiver zu sein. Dabei können zum Beispiel Mittel wie Koffein, aber auch psychoaktive Substanzen zum Einsatz kommen, um die eigene mentale Leistungsfähigkeit zu steigern. Riskant, denn eine Abhängigkeit ist je nach Substanz möglich.

Scheitern (un-)erwünscht

Auch wenn ein gesundes Leben und eine positive Lebenshaltung grundsätzlich gut ist, sollte man nicht zu streng mit sich sein. Essgenuss, Müßiggang und Scheitern sollte man sich durchaus erlauben. Nur so wird der Alltag aber auch die eigene Gefühlswelt diverser, was sich positiv auf das persönliche Wohlempfinden und die mentale Gesundheit auswirkt.

Sollte man bemerken, dass das Optimierungsstreben den eigenen Alltag so bestimmt, dass die Lebensqualität verloren geht und sich zwanghaftes Verhalten entwickelt, ist der Rat einer Ärztin oder eines Arztes zu empfehlen. Ebenso, wenn die andauernde Aktivität in Rastlosigkeit und Erschöpfung mündet. Die Expertinnen und Experten der Oberberg Kliniken kennen sich mit psychischen Erkrankungen wie Depression, Zwang oder Burnout bestens aus. Sie können einschätzen, ob das Verhalten pathologische Züge angenommen hat und ggf. eine entsprechende Behandlung empfehlen.

Über die Oberberg Gruppe: Die Oberberg Gruppe mit Hauptsitz in Berlin ist eine vor mehr als 30 Jahren gegründete Klinikgruppe mit einer Vielzahl an Fach- und Tageskliniken im Bereich Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie an verschiedenen Standorten in Deutschland. In den Kliniken der Oberberg Gruppe werden Erwachsene, Jugendliche und Kinder in individuellen, intensiven und innovativen Therapiesettings behandelt. Darüber hinaus existiert ein deutschlandweites Netzwerk aus Oberberg City Centers, korrespondierenden Therapeutinnen oder Therapeuten und Selbsthilfegruppen.

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