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Zum Wohl von Natur, Klima und Fischerei: Deutsche Umwelthilfe und Whale and Dolphin Conservation fordern effektive Meeresschutzgebiete und wirksame Fischereiregulierung

Berlin (ots) - - DUH und Whale and Dolphin Conservation (WDC) fordern Zusammendenken von Fischerei, Natur- und Klimaschutz - Effektive Meeresschutzgebiete sind Kohlenstoffsenken, sorgen für höhere Biodiversität und höhere Fischereierträge - Bundesregierung muss umweltschädlichen Fischereipraktiken wie Grundschleppnetz- und Stellnetzfischerei eine Absage erteilen - DUH präsentiert Positionspapier zur Notwendigkeit von Meeresschutzgebieten im Kampf gegen Biodiversitäts- und Klimakrise

Berlin (ots) - Effektive Meeresschutzgebiete sind essentiell im Kampf gegen die Biodiversitäts- und Klimakrise. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und Whale and Dolphin Conservation (WDC) fordern die Bundesregierung auf, sich für eine Regulierung umweltschädlicher Fischereipraktiken, wie Grundschleppnetz- und Stellnetzfischerei, einzusetzen. Um das gesamte Klimaschutzpotenzial von marinen Ökosystemen auszuschöpfen, müssen 30 Prozent der Meeresflächen in Deutschland sowie weltweit effektiv geschützt werden. Dazu gehört, dass 50 Prozent dieser geschützten Meeresflächen als Nullnutzungszonen ausgewiesen, also von jeglicher menschlichen Nutzung freigehalten werden. Das heißt, dass diese Meeresflächen nicht nur auf dem Papier "Schutzgebiete" sein dürfen. Vielmehr müssen sie durch ein nachhaltiges Management und den Ausschluss umweltschädigender Nutzungen zu echten Ruhezonen für bedrohte Tierarten werden, sodass sich die Natur erholen kann. Darauf weist die DUH auch in ihrem neuen Positionspapier hin.

Dazu Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: "Umweltschädigende Fischereimethoden und die Überfischung gehören zu den größten Bedrohungen für die Gesundheit der Meere. Nach dem Klima-Urteil des Bundesverfassungsgerichts müssen Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner und Bundesumweltministerin Schulze endlich handeln und Fischereiaktivitäten mit negativen Umweltauswirkungen in den Meeresschutzgebieten der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone in Nord- und Ostsee verbieten."

Die Grundschleppnetzfischerei ist zwar in Teilbereichen der deutschen Nordsee-Meeresschutzgebiete verboten, nicht jedoch in der Ostsee. Die Auswirkungen sind großflächig und folgenschwer, da die schweren Netze über den Meeresboden gezogen werden und dabei nicht nur wertvolle Habitate zerstören, sondern auch große Mengen des im Sediment gespeicherten Kohlenstoffs als CO2 freisetzen. Die Stellnetzfischerei ist in deutschen Meeresschutzgebieten bis heute sogar uneingeschränkt erlaubt, obwohl diese Netze eine lebensbedrohliche Gefahr für Seevögel und Schweinswale darstellen, die häufig als Beifang darin verenden.

"Insbesondere der Schweinswal leidet unter fehlenden Ruhezonen", sagt Fabian Ritter, Leiter des Bereichs Meeresschutz bei WDC. "Beifang in Stellnetzen ist die Todesursache Nummer eins für den kleinen Wal. Die Population in der zentralen Ostsee ist auf rund 500 Individuen geschrumpft und gilt als akut vom Aussterben bedroht. Deswegen muss jetzt schleunigst gehandelt werden."

Dazu gehört, dass das Landwirtschafts- und das Umweltministerium endlich die Verhandlungen mit den Ostsee-Anrainern zur Regulierung der grundberührenden Fischerei in den deutschen Ostsee-Meeresschutzgebieten angehen. Vor allem aber müssen laut WDC und DUH die so genannten Notfallmaßnahmen der EU-Kommission schleunigst in Kraft treten, mit denen eine zeitweise Schließung in den Wintermonaten für die Stellnetzfischerei verfügt wird, insbesondere im Meeresschutzgebiet Pommersche Bucht.

Katharina Fietz, Referentin für Meeresnaturschutz der DUH, ergänzt: "Effektiv gemanagte Meeresschutzgebiete sind in Zeiten der Klimakrise wichtiger denn je. Sie bieten bedrohten Arten Schutz, erlauben Lebensräumen, sich zu regenerieren und sorgen für höhere Fischereierträge in ihrer Umgebung. Sie sind aber auch Kohlenstoffsenken, denn das Meer ist der größte Klimapuffer des Planeten. Solche vielfältigen Vorteile müssen mit dem Naturschutz zusammengedacht werden. Damit diese wichtigen Funktionen aufrechterhalten werden können, regen DUH und WDC eine engere Zusammenarbeit zwischen der Fischerei und Natur- sowie Klimaschützerinnen und -schützern an."

Hintergrund:

In der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) sind aktuell insgesamt 32 Prozent (10.392 km2) der Flächen als Natura-2000-Meeresschutzgebiete ausgewiesen. Bisher gibt es dort jedoch ebenso wenig Fischereiregelungen wie nutzungsfreie Zonen, sodass kein effektiver Schutz besteht. Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) und Bundesumweltministerium (BMU) sind gemeinsam dafür zuständig, Fischereireglementierungen in den Meeresschutzgebieten der deutschen AWZ mit den betreffenden Nachbarstaaten abzustimmen.

Am 09. Juni wurden im EU-Parlament die Ziele der neuen EU-Biodiversitätsstrategie angenommen, wonach 30 Prozent der Land- und Meeresfläche der EU unter Schutz gestellt werden und mindestens ein Drittel dieser Gebiete einem strengen Schutz unterliegen müssen. DUH und WDC setzen sich mit ihrer Arbeit für den Schutz der Meere und wirksame Fischereiregulierungen ein. Gemeinsam haben die Organisationen am 10. Juni eine Fachveranstaltung zu "Fischereiregelungen in Ostsee-Meeresschutzgebieten" mit Mitgliedern des Deutschen Bundestags veranstaltet und mögliche Lösungen für eine umweltschonende und nachhaltige Fischerei erörtert.

Links:

- DUH-Positionspapier zur Notwendigkeit effektiver Meeresschutzgebiete: http://l.duh.de/p210611 - Um den Druck auf die zuständigen Politikerinnen und Politiker für einen wirksamen Schutz des Schweinswals in der zentralen Ostsee zu erhöhen, wurde die Petition "Stellnetze raus aus Meeresschutzgebieten!" gestartet. Rund 80.000 Bürgerinnen und Bürger haben sich bereits daran beteiligt: www.change.org/schweinswal-retten

Pressekontakt:

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer DUH 030 2400867-15, mueller-kraenner@duh.de

Dr. Katharina Fietz, Referentin Meeresnaturschutz, DUH 030 2400867-880, fietz@duh.de

Fabian Ritter, Leiter Meeresschutz, WDC 01577 3448274, fabian.ritter@whales.org

Bianca König, Leiterin Kommunikation, WDC 06251 8617762, bianca.koenig@whales.org

DUH-Newsroom:

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