Berlin. In Deutschland werden offenbar Tiefkühl-Erdbeeren verkauft, die mit Viren verseucht sind. Das RKI sieht eine “deutliche Evidenz“.

In Deutschland werden möglicherweise Tiefkühlerdbeeren verkauft, die mit Hepatitis-A-Viren (HAV) verseucht sind. Das Robert-Koch-Institut berichtet in seinem aktuellen Epidemiologischen Bulletin, dass es mit Stand 8. September 55 sequenzbestätigte Fälle gegeben habe, die auf ein- und diesselbe Quelle verweisen.

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Die HAV-Infektionen sind laut RKI aus zehn Bundesländern übermittelt worden: Brandenburg, Berlin, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Übertragen wird das Virus fäkal-oral, also über verunreinigte Lebensmittel oder verschmutztes Trinkwasser, aber auch über Kontakt- und Schmierinfektion.

Hepatitis-A-Infektionen durch Tiefkühl-Erdbeeren: Keine Todesfälle bekannt

Das RKI schreibt zu den Fällen: „Aufgrund erster Routinebefragungen durch die zuständigen Gesundheitsbehörden und Erfahrungen aus vergangenen Ausbrüchen ergab sich die Hypothese, dass die Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Verzehr von kontaminierten Tiefkühl-(TK-) Beeren stehen könnten.“

Die Minustemperaturen bei der Tiefkühlung sorgen nicht nur dafür, dass das Obst frisch bleibt. Auch Viren die Kühlung, ohne Schaden zu nehmen. Erst die Genomsequenzierung macht es möglich, dass bei den Erkrankten genetisch identische Erreger aufgespürt werden. Eben dann besteht der Verdacht, dass es sich hier um eine gemeinsame Quelle handele.

Hepatits-A: „Erdbeeren wahrscheinlich ein wichtiges Infektionsvehikel“

Von den 55 Erkrankten mussten dem RKI zufolge 38 (69,1 Prozent) zur Behandlung in ein Krankenhaus. Todesfälle seien bislang nicht bekannt. Hepatitis A ist die am wenigsten bedrohliche Form der Virus-Hepatitis. Die Impfung gegen Hepatitis A wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) nicht generell empfohlen, sondern nur gefährdeten Personen.

Das RKI schreibt in seinem Fazit: „Die Ergebnisse liefern deutliche epidemiologische Evidenz dafür, dass in Deutschland im Handel erhältliche TK-Erdbeeren wahrscheinlich ein wichtiges Infektionsvehikel in diesem Ausbruch darstellen.“