Sickte. Die Frauen der SG Sickte/Hötzum verlieren im Halbfinale beim 1. FC Wolfsburg mit 3:4. Ärgerlich: Kabine aufgebrochen, Geld geklaut.

Fünf Jahrzehnte treibt sich Georg Schnieders als Spieler und Trainer bereits in der Fußballszene herum. Das Bezirkspokal-Aus seiner Fußballerinnen der SG Sickte/Hötzum nach dem 3:4 (1:1) im Halbfinale bei Landesliga-Kontrahent 1. FC Wolfsburg bezeichnete der SG-Trainer indes als „denkwürdig“. Mehr noch: „Was in diesem Spiel passiert ist, habe ich in 50 Jahren als Fußballer noch nicht erlebt. Wir fühlen uns um den Finaleinzug betrogen.“

Eine Stunde lang trotzt die SG Sickte/Hötzum allen Widerständen

Was war passiert? „Wir sind extrem verpfiffen worden“, schimpfte Schnieders. Die SG hatte im Vorfeld den angesetzten Referee, mit dem sie im Saisonverlauf bereits schlechte Erfahrungen gemacht hatte, abgelehnt. Dennoch blieb es bei dessen Ansetzung. „Er hat von Beginn an jedes Ding gegen uns gepfiffen“, monierte Schnieders. Das trat lange Zeit aber nicht in den Vordergrund, denn seine Mannschaft, so Schnieders, habe das Geschehen auf dem Platz weitestgehend im Griff gehabt. Das 1:1 zur Pause – für die SG hatte Sophie Neubauer nach 17 Minuten zur Führung getroffen – sei für die sehr körperbetont agierenden Gastgeberinnen schmeichelhaft gewesen. Torjägerin Nadine Fastnacht (50. Minute) und Kapitänin Sarah Bost (56.) brachten die Sickterinnen nach der Pause mit ihren Toren scheinbar dem Finale nahe.

Die hatten ihre Rechnung indes ohne den Schiedsrichter gemacht. Der verweigerte den Gästen nach 67 Minuten einen, so Schnieders, „glasklaren Elfmeter. Das hat sogar Wolfsburgs Trainer zugegeben.“ Sophia Neubauer sei im Strafraum „regelrecht umgeholzt worden. Wir mussten sie daraufhin auswechseln“, erzählte Schnieders weiter. „Hätten wir in dieser Phase vom Punkt das 4:1 gemacht, wäre die Sache gegessen gewesen.“

„Wir waren die bessere Mannschaft, aber der einzige Mann auf dem Platz hat uns den Stecker gezogen.“

Georg Schnieders

War sie aber nicht, denn nur drei Minuten nach dem ausgebliebenen Elfmeterpfiff sei SG-Torfrau Charis Wiesbaum der Ball aus den Händen geschlagen worden, eine Sekunde später lag er zum 2:3-Anschlusstreffer im Netz. „Der Schiri hat einfach kein Foul gegen uns mehr abgepfiffen“, sagte Schnieders. Gegen seine demoralisierte Mannschaft legte Wolfsburg in der 80. und 84. Minute zwei weitere Treffer zum 4:3-Sieg nach. „Wir waren die bessere Mannschaft, aber der einzige Mann auf dem Platz hat uns den Stecker gezogen.“ Nach Sophia Neubauer musste auch Nadine Fastnacht vorzeitig vom Feld, die Torjägerin habe in einem Zweikampf einen Schlag auf den Knöchel erhalten, so Schnieders, und verbrachte den Abend im Krankenhaus.

Ärger gab‘s auch nach dem Spiel: Die Kabine der Sickterinnen war aufgebrochen und Geld gestohlen worden. Es kam folglich noch zu einem Polizeieinsatz. Immerhin, so Schnieders: „Unsere Autoschlüssel haben sich die Diebe nicht geschnappt.“

Tore: 0:1 Neubauer (17.), 1:1 Volk (26.), 1:3 N. Fastnacht (50.), 1:3 Bost (56.), 2:3 Brogmus (70.), 3:3 Konrad (80.), 4:3 Adolph (84.).