Lebenstedt. Der TSV schickt sich nach dem 5:4-Sieg in Lebenstedt an, drittstärkste Salzgitteraner Kraft in der Fußball-Bezirksliga zu werden.

Wenn es nach den Trainern des KSV Vahdet Salzgitter und des TSV Üfingen gegangen wäre, hätte das Derby in der Fußball-Bezirksliga 3 am Mittwochabend per Würfel entschieden werden oder ganz ausfallen können. So haben es zumindest Veysel Polat und Frank Leitermann im Vorbericht dieser Zeitung zu Protokoll gegeben. Ihre Mannschaften hatten einen anderen Plan und lieferten ein Torfestival, das die Kanalkicker am Ende mit 5:4 (2:3) für sich entschieden.

Überschattet wurde das Neun-Tore-Spektakel an der Rudolf-Harbig-Straße in Lebenstedt von der schweren Verletzung des Üfingers Louis Eimecke. Mit einer schweren Knieverletzung musste dieser in der 40. Minute vom Platz getragen werden und wurde kurze Zeit später ins Krankenhaus gebracht. Zu diesem Zeitpunkt führten die Gäste mit 2:1 – Eimecke selbst hatte den TSV in der 6. Minute mit 1:0 in Führung gebracht. In die Pause gingen die Kanalkicker jedoch mit einem Rückstand. „Wir waren nach dem Schock um Louis noch nicht richtig wieder auf dem Platz und kassierten bis zum Halbzeitpfiff noch zwei Treffer“, erklärte TSV-Trainer Frank Leitermann. Leroy Uche und Sadik Balikci schossen die Hausherren mit 3:2 in Führung.

Der TSV Üfingen spielt in der zweiten Halbzeit für den verletzten Louis Eimecke

In der Pause schwor Leitermann sein Team noch einmal ein: „Wir haben dann gesagt, dass wir für Louis noch einmal alles geben.“ Und seine Mannschaft lieferte. Phillip Lüer schnürte im zweiten Durchgang einen Doppelpack und auch Jannick Wylensek trug sich zum zweiten Mal in die Torschützenliste ein. Leroy Uche konnte ebenfalls mit seinem zweiten Tor an diesem Abend kurz vor Schluss nur noch den 4:5-Endstand herstellen. „Wir haben hier heute sicherlich Glück gehabt. Vahdet hat uns alles abverlangt. Aber Hut ab vor meiner Mannschaft, die wieder alles reingeworfen hat, was noch im Tank ist“, sagte Leitermann, der seinem Team nach der Partie eine trainingsfreie Woche spendierte.

Warme Worte hatte Leitermann am Ende noch für seinen Gegenüber Veysel Polat übrig: „Wirklich schade, dass er nach der Saison aufhört. Wie er mit seiner Mannschaft und auch mit uns als Gegner umgeht, ist sehr beeindruckend – ein angenehmer Zeitgenosse. Ich hoffe, er wird bald wieder bei einem anderen Verein an der Linie stehen.“ Bei Polat kamen diese Worte sehr gut an: „Das ist natürlich ein schönes Feedback, vor allem, wenn es von einem gegnerischen Kollegen kommt.“ Unverständnis herrschte beim KSV-Coach jedoch ob der Anfangsphasen in beiden Halbzeiten: „Wir kassieren vier Tore innerhalb der ersten zehn Minuten nach dem jeweiligen Anpfiff. Das darf einfach nicht wahr sein. Demnächst lasse ich die Jungs vor dem Spiel und in der Pause 15 Minuten spielen, damit sie zum Start voll da sind“, so Polat, der im Namen seiner Mannschaft noch Genesungswünsche in Richtung Üfingens Louis Eimecke sendete.

Tore: 0:1 Eimecke (6.), 0:2 Wylensek (10.), 1:2 Balikci (14.), 2:2 Uche (43.), 3:2 Balikci (45.+6), 3:3 Lüer (47.), 3:4 Wylensek (52.), 3:5 Lüer (83.), 4:5 Uche (89.).