Vorsfelde. Fußball-Oberliga: Die Eberstädter führen zur Pause gegen Oldenburg mit 6:0. Die zweite Hälfte endet 0:2 – zur Freude des SSV-Trainers.

Was für ein Auftakt für den SSV Vorsfelde! Nach der ersten Hälfte im Heimspiel der Fußball-Oberliga stand es gegen den VfL Oldenburg schon 6:0 für die Eberstädter. Der Trainer Alexander Strehmel war damit selbstredend überaus zufrieden. Dass die zweite Halbzeit dann mit 0:2 verloren ging, das ärgerte den Trainer aber nicht. Im Gegenteil!

„Es war gut, dass uns aufgezeigt wurde, was passiert, wenn wir auch nur fünf Prozent weniger geben. Dann verlieren wir die Spiele“, erklärte Strehmel, der nach dem Seitenwechsel feststellen musste, dass seine Mannschaft „einen Gang runtergeschaltet“ hatte. Aber das spielt den Ex-Profi an der Seitenlinie der Eberstädter sehr in die Karten, denn sein Ziel ist es, dass sein Team die Intensität der ersten Hälfte über 90 Minuten aufs Feld bringen kann. „Wir müssen konditionell noch zulegen.“

Die erste Halbzeit aber war Anschauungsunterricht dafür, wie man einen spielerisch überlegenen Gegner in Schach halten kann. Mit einem enorm hohen Laufpensum ließ der SSV die Oldenburger überhaupt nicht zur Entfaltung kommen. Ballannahme ohne Gegnerdruck? Davon konnten die Gäste nur träumen. Immer wieder war mindestens ein Vorsfelder da und setzte den Ballführenden unter Druck. Oft schafften es die Hausherren dabei auch, Überzahl in Ballnähe zu schaffen.

Und so erzwang die Strehmel-Elf einen Oldenburger Fehler nach dem anderen – und bestrafte diese eiskalt. „In der ersten Halbzeit war quasi jeder Schuss ein Treffer, aber das haben wir auch erzwungen“, berichtete Strehmel. Den Anfang machte Marlon Gangloff bereits direkt nach dem Anpfiff (1.). Drei Minuten später war SSV-Torjäger Dustin Reich zur Stelle. Die Oldenburger wussten gar nicht, wie ihnen geschieht.

Schlag auf Schlag ging es weiter. Defensivspieler Athanasios Palanis, der etwas überraschend in der Startelf gestanden hatte, schnürte in der 20. und 24. Spielminute einen Doppelpack. Reich (33.) und Jan Broistedt mit dem Pausenpfiff machten das halbe Dutzend voll. Wahnsinn, was sich an diesem Samstagnachmittag auf dem Vorsfelder Kunstrasen abspielte.

Strehmels Plan ging komplett auf. „Wir wollten gleich eine extreme Intensität reinbringen, weil wir wussten, dass wir fußballerisch unterlegen sind und über den Kampf kommen müssen. Unsere Sinne waren geschärft. Das haben wir richtig, richtig gut gemacht und haben Oldenburg überhaupt nicht spielen lassen.“

Dem kraftraubenden Spiel zollte der SSV ein wenig Tribut im zweiten Durchgang. Simon Hoffmann (70.) und Omar Kujabi (77.) betrieben ein wenig Ergebniskosmetik für den VfL. Mehr war es aber auch nicht. Vorsfelde hatte auch noch drei gute Möglichkeiten, das Endergebnis noch deutlicher zu gestalten.

Für Spielmacher Luc Bammel war es das letzte Spiel für den SSV. „Er zieht nach Hamburg“, bedauert sein Coach, der dem SSV-Urgestein ein gut 70-minütiges Abschiedsspiel schenkte. „Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht und hat mich begeistert“, lobte Strehmel den verdienten Vorsfelder.

SSV: J. Kick – Topsakal, Broistedt (62. Mokry), Reich (86. Pörschmann), Bammel (74. Oral), Richter, Breit, Cinquino, Friedrich (62. Haberecht), Gangloff (62. Dallali), Palanis.

Tore: 1:0 Gangloff (1.), 2:0 Reich (4.), 3:0 Palanis (20.), 4:0 Palanis (24.), 5:0 Reich (33.), 6:0 Broistedt (45.), 6:1 Hoffmann (70.), 6:2 Kujabi (77.).