Vorsfelde. Beim 38:30 gegen Schlusslicht Börde zieht sich der Torjäger des Handball-Oberligisten MTV Vorsfelde einen Riss der Achillessehne zu.

Viel zu gewinnen gab es für den MTV Vorsfelde am zweiten Rückrundenspieltag der Handball-Oberliga nicht. Gegen die SG Börde waren die „Razorbacks“ haushoher Favorit. Dass der MTV der Rolle durch einen souveränen 38:30 (19:14)-Heimerfolg gerecht wurde, zeugt von Klasse und Reife. Der Sieg wurde jedoch überschattet von der Verletzung des besten MTV-Werfers: Lasse Giese wird monatelang fehlen.

Eine Gala-Vorstellung war der Auftritt der Eberstädter nicht, doch herrschte Zufriedenheit in der Eichholz-Sporthalle. Der MTV erfüllte die Erwartungen. „Wir haben früh deutlich gemacht, wer Herr im Haus ist“, sagte Marius Thiele, Mannschaftsführer der Vorsfelder. Trainer Daniel Heimann erklärte: „Wir haben das Spiel in die Hand genommen und kontrolliert.“ Letztmals Unentschieden stand es in der siebten Spielminute. Danach führte durchgehend der MTV.

Weichen früh auf Sieg gestellt

Die Gastgeber setzten sich auf 7:3 (10.) ab und bauten den Vorsprung auf zunächst sechs (12.) und später acht Tore (24.) aus. „Da waren die Weichen auf Sieg gestellt“, merkte Heimann an. Die Spielintensität hatte gegen Ende des ersten Durchgangs aber bereits nachgelassen. „Die Partie ist dahingeplätschert“, sagte Thiele. Die Vorsfelder taten gerade genug, um Börde auf Distanz zu halten. Die SG hatte nicht die Mittel, um dem Tabellendritten gefährlich zu werden. „Die Begegnung war für die Zuschauer nicht schön anzusehen“, gestand Thiele.

Wir waren fahrig, haben Börde in die Karten gespielt. 30 Treffer zu Hause gegen den Tabellenletzten sind zu viel.
Daniel Heimann - Trainer des MTV Vorsfelde, nach dem Pflichtsieg gegen das Schlusslicht

Dass es zwischenzeitlich noch mal etwas enger wurde und Börde nach der Pause auf 16:20 (34.) verkürzen konnte, war kaum der Rede wert. Heimann hatte keinen Zweifel daran, dass seine Mannschaft die zwei Punkte einfahren würde. „Ich war immer siegessicher“, versicherte der Coach. Das phasenweise nachlässige und unentschlossene Auftreten seiner Mannschaft war für ihn trotzdem Anlass zur Kritik. „Wir waren fahrig, haben Börde in die Karten gespielt.“ Der Trainer stört sich an den vielen Gegentoren. „30 Treffer zu Hause gegen den Tabellenletzten sind zu viel“, kritisierte Heimann. Thiele sah es ähnlich. „Wir waren schläfrig und haben Börde zu Toren eingeladen. 30 Gegentreffer waren fünf bis sieben zu viel.“

Giese reißt sich die Achillessehne

Die Gegentoranzahl, die zuweilen müde Angriffsleistung, der fehlende Flair – all das wäre schnell vergessen gewesen, man hätte beim MTV einen Haken hinter die Börde-Partie gesetzt. Wenn da nicht die eine Szene in der Schlussviertelstunde gewesen wäre. Bei einer unspektakulären Aktion ohne Gegnereinwirkung zog sich Topschütze Lasse Giese eine der für Handballer schlimmsten Verletzungen zu: Giese erlitt einen Achillessehnenriss. Die Diagnose wurde noch am Samstagabend im Braunschweiger Holwede-Krankenhaus gestellt. Der drittbeste Torjäger der Oberliga wird dem MTV voraussichtlich neun Monate fehlen. Trainer Heimann war geschockt. „Das schmerzt und trifft uns als Team schwer. Lasse war in Topform.“ Das geplante Kabinen-Fest nach dem Börde-Heimspiel fiel aus. „Alle waren geknickt“, berichtete Thiele. „Lasse hat eine wichtige Rolle bei uns gespielt.“ Mit Bekanntwerden der Diagnose schlug die Stimmung von zufrieden auf betrübt um. Thiele: „Die Verletzung überschattet den Sieg.“

MTV Vorsfelde: Weber, Stefani – Vuckovic (6), Wiegner, Steinke, Mbanefo (2), Thiele (1), Liebich, Sievert (2), Giese (10), Frädermann (11), Schilling (1), Hoffmann (5), Ludwig.