Fußball-Landesliga

Wolfenbüttels WM-Held Niklas Kühle fällt verletzt aus

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Riesige Freude nach dem Achtelfinale: Niklas Kühle bejubelt den Triumph gegen Gastgeber Ungarn.

Riesige Freude nach dem Achtelfinale: Niklas Kühle bejubelt den Triumph gegen Gastgeber Ungarn.

Foto: Julian Meusel / DKFV / oh

Wolfenbüttel.  Der MTV bekommt es mit Neuling Lehndorf zu tun. Niklas Kühle hat sich im letzten Spiel der Kleinfeld-WM eine Zerrung zugezogen und wird fehlen.

Zwei hart erkämpfte Heimsiege in Folge: Der MTV Wolfenbüttel spürt in der Fußball-Landesliga durch seine Gegner viel Gegenwind. „Mannschaften, die zu uns kommen, geben 100 Prozent und mehr“, stellte MTV-Trainer Deniz Dogan nach dem jüngsten 2:1-Sieg im Dauerregen gegen Eintracht Braunschweig II fest. Auch am Freitag (19 Uhr) dürfte das nicht anders sein: Der MTV empfängt in einer vorgezogenen Partie des 8. Spieltags Aufsteiger Lehndorfer TSV.

Das Team aus dem Braunschweiger Westen, mit nur drei Punkten aus sieben Spielen fehlgestartet, wird in der Defensive alles in die Waagschale werfen, um den Meesche-Sportpark mit einem annehmbaren Ergebnis zu verlassen.

Im Spiel um Platz 3 spürt Kühle ein „Ziehen im Oberschenkel“

Einer, der den Wolfenbüttelern gut zu Gesicht stehen würde, um den Lehndorfer Defensivriegel zu knacken, wäre Niklas Kühle. Der 28-Jährige ist seit Montag zurück von der Kleinfeld-WM in Budapest, bei der er als Mitglied der deutschen Nationalmannschaft erst im Halbfinale mit 1:5 gegen Brasilien gescheitert war. Doch Kühle, mit zehn Turniertoren Deutschlands treffsicherster Spieler, wird gegen den Liga-Neuling passen müssen. Der Grund: Im Spiel um Platz 3 gegen Polen – Deutschland unterlag mit 1:3 – zog sich der Außenbahnspieler eine Zerrung zu.

„Bei einem Sprint nach vorne habe ich das Ziehen im Oberschenkel gemerkt“, erinnert sich Kühle an jenen Moment, der sein persönliches Turnier-Aus bedeutete. „Ich habe den Ball noch irgendwie mit der Hacke weitergeleitet zu unserer 1:0-Führung.“ Kühle rechnet mit einer ein- bis zweiwöchigen Pause, er habe in seinen Körper hineingehört. „Ganz so schlimm scheint es nicht zu sein.“

Die zehn WM-Tage in Ungarn werde er in guter Erinnerung behalten. Als „anstrengend, aber schön“ habe er sie empfunden. Eng getaktete Zeitpläne vor und nach Trainingseinheiten und Spielen, Yoga und Faszien-Übungen zur Regeneration, eine strikte, teils vegane Ernährung, die gute medizinische und physiotherapeutische Betreuung – die Strukturen innerhalb des deutschen Teams hatten Profi-Charakter. Und die Zeit für eigene Freizeit? „Die gab’s selten“, merkt Kühle an. Mal ein freier Vormittag, „an dem wir in der Stadt spazieren und Kaffee trinken waren“, mal ein freier Tag mit einem Therme-Besuch – das war’s.

Der Sieg gegen den Gastgeber Ungarn wird zum großen Highlight

Und dennoch: Kühles WM-Fazit fällt positiv aus. „Das Highlight war unser Achtelfinalsieg gegen Gastgeber Ungarn im Penaltyschießen“, sagt Kühle. „Das Stadion war voll, 3000 Fans haben die Ungarn angefeuert.“ Kühle verwandelte seinen Penalty eiskalt, zu den anderen beiden traten mit Gianluca Evers (FSV Schöningen) und Benedikt Chandra (Freie Turner Braunschweig) weitere Jungs aus der Region an und verwandelten.

Dem Sieg im Viertelfinale gegen die Ukraine (8:3) folgte das Aus gegen die Brasilianer. „Die waren richtig fit, da haben Profis mitgespielt“, erzählte Kühle. Sein Blick geht nach vorne. Gegen Lehndorf werde er seinen MTV als Fan unterstützen. Seine Kleinfeld-Karriere will der 28-Jährige auf jeden Fall fortsetzen. Aus gutem Grund. Die WM 2023 steigt in Essen. Kühle, WM-Finaltorschütze 2018 beim deutschen Triumph in Lissabon, möchte dabei sein. Und wer weiß: Vielleicht wiederholt sich Geschichte ...

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