Peine. Die Oberliga-Handballerinnen der SG Zweidorf/Bortfeld müssen sich dem Tabellenzweiten geschlagen geben. Peine unterliegt beim Letzten.

Dieser Spieltag war nicht gerade von Erfolg gekrönt: Während die Oberliga-Handballerinnen der SG Zweidorf/Bortfeld gegen das Spitzenteam Eintracht Hildesheim trotz aufopferungsvoller Leistung mit 22:34 (13:15) verloren, musste der MTV VJ Peine bei der zuvor punktlosen HSG Schaumburg-Nord eine überraschende 20:25 (18:13)-Niederlage hinnehmen.

SG Zweidorf/Bortfeld – Eintracht Hildesheim 22:34 (13:15). Nie geführt, am Ende hoch verloren, doch tapfer geschlagen. So lässt sich der Auftritt der Drachen gegen den Tabellenzweiten zusammenfassen. Schlimmer als die Heimniederlage könnte jedoch der Ausfall von Annika Harms wiegen. Nach einem Foul in der 41. Minute hatte sie sichtlich angeschlagen das Feld verlassen müssen, nun droht Harms für die kommenden Spiele auszufallen. Bis dahin hatten die Drachen dem Tabellenzweiten gut Paroli geboten, lagen nur 15:20 zurück. Ohne ihre Anführerin fielen sie am Ende doch noch auseinander.

Dabei hatten die Gastgeberinnen die erste Halbzeit nahezu ausgeglichen gestaltet und damit positiv überrascht. Bis zum 8:8 (16. Minute) blieb das Duell Klein gegen Groß auf Augenhöhe, ehe sich die Eintracht mit einem 6:1-Lauf absetzte. Der Aufsteiger kämpfte sich aber mit Energie und Leidenschaft zurück. Vier Tore in Folge und die Drachen waren wieder dran.

Nach dem Seitenwechsel stellte Hildesheim auf eine offensivere Deckung mit vorgezogener Mitte um. Das stellte die Gastgeberinnen vor größere Probleme. Drei Ballverluste und zwei Notwürfe resultierten prompt aus der veränderten Raumordnung. Hildesheim gewann dadurch mehr Sicherheit im Spiel und zog auf 13:19 davon. Den wurfstarken Eintracht-Rückraum bekamen die Gastgeberinnen einfach nicht in den Griff.

Wir haben uns in der zweiten Hälfte zu schnell den Schneid abkaufen lassen und haben zu schnell aufgegeben. Aber besser jetzt, als in einem Spiel, wo es um richtig was geht
Gundolf Deterding, Trainer der SG Zweidorf-Bortfeld

Frappierend war aber, dass die Drachen einfach keine spielerischen Mittel gegen die offensive Verteidigung fanden. „Wir sind einfach nicht mehr durchgekommen“, haderte Trainer Gundolf Deterding. Larissa Kamp und Anna Litzius stemmten sich zunächst noch mit zwei Treffern gegen die drohende Vorentscheidung, doch in 20 Minuten gelangen der SG nur acht Abschlussversuche. In der Zeit enteilte Hildesheim auf zehn Tore. Offenbar steckte der Schockmoment durch Harms´ Ausfall zu tief im Drachen-Team. „Wir haben uns in der zweiten Hälfte zu schnell den Schneid abkaufen lassen und haben zu schnell aufgegeben“, stellte Deterding fest. „Aber besser jetzt, als in einem Spiel, wo es um richtig was geht“, ergänzte der Drachen-Coach.

SG: Willmann – Leisering, Karger, Zakrzewski 2, Harms 1, Zutz, Litzius 4, Kamp 6, Rother, Timmermann 5, Filipczak 1, Buhle 3.

HSG Schaumburg-Nord – MTV Vater Jahn Peine 25:20 (18:13). Bereits im Vorfeld hatte Jahn-Trainer Daniel Reckel angedeutet, dass seine derzeit personell dezimierte Truppe auch beim bis dato punktlosen Tabellenletzten in Bad Nenndorf vor einer hohen Hürde stehen könnte. Des Trainers Befürchtungen traten ein. Die Jahn-Frauen kassierten eine deprimierende Auswärts-Schlappe. Unter dem Strich stand die Erkenntnis: Außer Spesen nichts gewesen.

Dabei starteten die Peinerinnen verheißungsvoll in die Partie. Tabea Bleyer per Siebenmeter sowie Ines Wottschel sorgten nach zwei Minuten für eine 2:0-Führung. Der Trend blieb noch einige Minuten bestehen, nach Bleyer bis dahin drittem Treffer lagen die Peinerinnen beim 5:3 (9. Minute) weiter mit zwei Treffern vorne. Schier unerklärlich ist das, was sich in den folgenden Minuten auf dem Parkett abspielte. Pauline Fusts Treffer zum 7:7 (14.) blieb das vorerst letzte Peiner Erfolgserlebnis. Danach gelang den Gästen nichts mehr – weder in der Offensive noch in der Defensive. Schaumburg Nord legte einen 8:0-Tore-Lauf hin und hatte beim 15:7 für so etwas wie eine Vorentscheidung gesorgt. Zu diesem Zeitpunkt waren erst 21 Minuten gespielt.

Die Peinerinnen arbeiteten sich bis zur Pause zwar etwas heran (18:13), doch bezeichnend, dass Jennifer Hüsing mit dem Pausenpfiff einen Siebenmeter und somit die weitere Ergebniskosmetik ausließ. Die Wende blieb in Halbzeit 2 aus, die Hypothek aus der ersten Hälfte war einfach zu groß. Näher als auf 19:22 (54.) nach Fiona Temmes Treffer kamen die Fuhsestädterinnen nicht mehr heran.

Vater Jahn: Lange – Temme 3, Wottschel 1, Gimmel 3, Wählisch, Bleyer 6, Bergmann 1, Bartels 3, Hüsing 2, Fust 1.