Lengede. Das Team verliert in der Fußball-Landesliga mit 1:3 gegen Aufsteiger Germania Bleckenstedt. Rudelbildung zum Abschluss des Spiels

Nach dieser Niederlage seines SV Lengede in der Fußball-Landesliga war Lengedes Trainer Dennis Kleinschmidt stinksauer. Nicht etwa, weil ihm die Leistung oder Einstellung seiner Mannschaft nicht passte, sondern weil er sein Team ganz stark von den Pfiffen des Unparteiischen benachteiligt sah. „Er hatte das Spiel überhaupt nicht im Griff und war völlig überfordert“, meckerte Kleinschmidt. Aus sportlicher Sicht bedauerte der Coach vor allem einen nicht gegebenen Elfmeter, der bei der 1:3 (1:1)-Niederlage gegen Nachbar und Aufsteiger Germania Bleckenstedt zur Schlüsselszene wurde. Nach dem Spiel kam es außerdem zu einer Rudelbildung zwischen den beiden Mannschaften.

Es kann nicht sein, dass die Polizei kommt und es eine Anzeige gibt, aber keine rote Karte.
Dennis Kleinschmidt, Trainer des SV Lengede in der Fußball-Landesliga

Zu Beginn der Partie hatten die Lengeder Probleme mit dem hohen Pressing der Gäste. „Eigentlich haben sich uns dadurch Räume ergeben, uns hat aber der Mut im Spielaufbau gefehlt. Leider haben wir dann oft den langen Ball gewählt“, bedauerte SVL-Trainer Dennis Kleinschmidt. Und trotzdem gelang den Hausherren der Führungstreffer. Nach einem guten Umschaltmoment spielten sie Sascha Podleska im gegnerischen Sechzehner frei, und der Mittelfeldmann schob gekonnt ein (12. Minute). „Das war genau in Bleckenstedts Drangphase“, freute sich Dennis Kleinschmidt, dessen Team fortan leidenschaftlich verteidigte. Gänzlich konnte der SV Lengede bis zur Pause hinten aber nicht dicht halten. Ein Angriff rutschte durch, Okan Uysal schloss zum Ausgleich ab (30.). Das Remis zur Pause sei das gerechte Ergebnis gewesen, allerdings hatten beide Teams auch noch weitere Chancen: Bleckenstedt traf noch einmal die Latte und Lengedes Justin Folchmann verfehlte das Tor mit einem 14-Meter-Schuss um ein Haar. Außerdem verdaddelten beide Mannschaften jeweils eine aussichtsreiche Eins-gegen-Eins-Situation.

Für Lengede gibt es keinen Elfmeter, dafür aber den Gegentreffer zum 1:2

Nach dem Seitenwechsel agierten die Lengeder deutlich mutiger und hatten das Geschehen zunächst im Griff, ehe es nach 68 Minuten zur Schlüsselszene kam. „Justin läuft in den Sechzehner rein und wird einfach von hinten weggetreten. Da gab es nichts zu diskutieren, selbst der Gegner hat mir das bestätigt. Das haben wirklich alle gesehen“, sagte Dennis Kleinschmidt – mit Ausnahme von einer Person. Die Pfeife des Schiedsrichters nämlich blieb stumm. Stattdessen kam ein Angriff der Bleckenstedter ins Rollen, für die Thomas Sonntag die 2:1-Führung markierte. „Das war für uns ein Schlag ins Gesicht“, erklärte Dennis Kleinschmidt. Fortan drückte sein Team auf den Ausgleich, kassierte dann aber nach einem Konter noch den dritten Treffer und damit die Entscheidung gegen sich.

Rudelbildung zum Ende des Spiels, blutige Lippe für einen Lengeder

Was beim SVL-Coach hängen bleibt, ist der Groll gegen den Unparteiischen. Neben vielen kleineren Fehlentscheidungen (Kleinschmidt: „Das fand ich schon gravierend uns es ging gefühlt immer gegen uns.“) habe der Schiedsrichter auch bei einer Rudelbildung zum Spielende nicht gerade geglänzt. „In der 93. Minute schlägt einer der Bleckenstedter einem unserer Spieler ins Gesicht. Er hatte eine blutige Lippe, aber es will keiner etwas gesehen haben“, schimpfte Kleinschmidt. Nach Spielende sei es mit den Auseinandersetzungen weiter gegangen. „Dann sind die Schiris aber einfach in die Kabine gegangen, statt die Spieler zu schützen. Da erwarte ich, dass sie sich das anschauen und sich etwas notieren. Es kann nicht sein, dass die Polizei kommt und es eine Anzeige gibt, aber keine rote Karte.“ Der Lengeder Trainer war sauer und enttäuscht.

Tore: 1:0 Sascha Podleska (12.), 1:1 Okan Uysal (30.), 2:1, 3:1 Thomas Sonntag (68., 81.).