Helmstedt. Die Helmstedter setzen sich im Kreisduell gegen die SV Lauingen Bornum mit 4:1 durch und haben nur noch fünf Punkte Rückstand auf Rang 1.

Da waren es „nur“ noch fünf Punkte! Die Bezirksliga-Fußballer des FC Türk Gücü Helmstedt haben ihr Nachholspiel gegen den Kreisrivalen SV Lauingen Bornum mit 4:1 (1:0) für sich entschieden und den Abstand zu Spitzenreiter SC RW Volkmarode damit verkürzt. Und diesen Abstand verkürzten die Gastgeber im Nachholspiel im Maschstadion aus der Distanz ...

Unter Flutlicht entwickelte sich das Spiel vom Anpfiff weg in die erwartete Richtung: Der gastgebende Tabellenzweite hatte zwar mehr Ballbesitz, wirkte aber lange Zeit nicht zwingend genug. Die Gäste dagegen verlegten sich aufs Kontern und wirkten dabei jederzeit gefährlich. „Lauingen hatte einige gute Umschaltmomente, da haben wir ein bisschen geschwommen“, räumte FC-Coach Fatih Özmezarci ein, dessen Team durch Onur Ada (6., 27.) und Semih Kurtoglu (22.) auch Chancen besessen hatte.

Die SV-Antwort zählt nicht, dann erhöht Türk Gücü

Für die Führung musste dann jedoch ein ruhender Ball aus weiter Entfernung herhalten: Mehmet-Ali Tozlu brachte das Leder fast von der Außenlinie in die Mitte, wo Freund und Feind vorbeirauschten – und der Ball den Weg zum 1:0 (35.) in die Maschen fand. Nur fünf Minuten später hätte Masirullah Omarkhiel bei seiner Doppelchance nachlegen können.

Ein ähnliches Bild im zweiten Durchgang: Die SVL konterte geschickt und hatte Pech, dass der vermeintliche 1:1-Ausgleich durch Bernd Mittendorf nach rund einer Stunde wegen einer angeblichen Abseitsstellung nicht gegeben wurde – eine ganz, ganz knappe Entscheidung. Auf der Gegenseite versuchte es Kurtoglu (63.) dann einfach mal aus der Distanz – und erhöhte dank tatkräftiger Unterstützung von Gästekeeper Sebastian Dickhuth auf 2:0.

„Die ersten beiden Gegentreffer waren Torwartfehler, Geschenke“, meinte SVL-Trainer Marcel Schoolmann, dessen Elf danach kurzzeitig unsortiert war und durch Tozlu (66.) prompt das 0:3 kassierte. Der Routinier spazierte ungestört über den halben Platz und schob ein.

Schoolmann: „Sieg ist zu hoch ausgefallen“

Doch die Gäste bewiesen Moral und schlugen keine 60 Sekunden später zurück: Dennis Evers schickte Jasper Reichel auf die Reise, der kühlen Kopf bewahrte und auf 1:3 verkürzte. In der 76. Minute stellte Omarkhiel dann den alten Drei-Tore-Abstand wieder her, als er eine schöne Kombination über Tozlu und Ada aus kurzer Distanz abschloss. Auf der Gegenseite schwächelte dagegen Mittendorf (84.) nach einem ähnlich sehenswerten Spielzug aus kurzer Entfernung und schob den Ball FC-Keeper Paul Probodziak in die Arme.

„Der Sieg für Türk Gücü war verdient, keine Frage. Aber er ist zu hoch ausgefallen“, sagte Schoolmann, der seiner Mannschaft „keinen Vorwurf machen“ konnte. „Wir wollten vernünftig hinten herausspielen.“ Zufrieden mit dem Sieg war sein Gegenüber Fatih Özmezarci: „Das Ergebnis am Ende passt schon, auch wenn mir das Gegentor nicht gefallen hat.“

Emotional wurde es fünf Minuten vor dem Abpfiff, als Özmezarci Torjäger Ilyas Bircan erstmals nach seinem doppelten Kieferbruch einwechselte. „Er wollte es unbedingt, er ist ein erwachsener Mann“, betonte Türk Gücüs Trainer, bevor erst irgendwelche Fragen zum Risiko aufkommen konnten.

Tore: 1:0 Tozlu (35.), 2:0 Kurtoglu (63.), 3:0 Tozlu (66.), 3:1 Reichel (67.), 4:1 Omarkhiel (76.).

„Labo“ und Türk Gücü genießen Heimrecht zum Jahresabschluss

Es sind ihre letzten Spiele des Jahres 2022 – und die wollen die Bezirksliga-Fußballer des FC Türk Gücü Helmstedt und der SV Lauingen Bornum vor heimischer Kulisse auch unbedingt über die Bühne bringen.

Der FC Türk Gücü hat am Sonntag (14 Uhr) auf dem Sportplatz an der Kantstraße – wenn nicht doch ins Maschstadion ausgewichen wird – den FC Wenden zu Gast. „Wir wollen nichts mehr liegen lassen und den Druck auf Volkmarode möglichst hoch halten“, gibt Helmstedts Coach Fatih Özmezarci vor, dessen Schützlinge aus dem Hinspiel noch gewarnt sein sollten. Gegen die kampf- und defensivstarken Wendener reichte es dank eines späten Treffers von Ilyas Bircan noch zu einem knappen 3:2-Sieg.

„Wir sind gut drauf. Wir haben die ganze Woche draußen trainiert und wollen unbedingt spielen“, sagt SVL-Coach Marcel Schoolmann, der mit seiner Elf am Sonntag (14 Uhr) in Bornum den TSV Wendezelle empfängt. Ohne Jannis Hüttenrauch, der sich im Kreisduell in Helmstedt einen Nasenbeinbruch zugezogen und sich damit in die Winterpause verabschiedet hat.