Handball

Perfekter Einstand für Lukas Friedhoff im MTV-Trikot

| Lesedauer: 5 Minuten
Lukas Friedhoff hebt in der Alten Waage zu seinem ersten Tor für die MTV-Handballer ab.

Lukas Friedhoff hebt in der Alten Waage zu seinem ersten Tor für die MTV-Handballer ab.

Foto: Peter Sierigk

Braunschweig.  Rückraumspieler Lukas Friedhoff erlebte ein optimales Debüt bei den Drittliga-Handballern und will nun mehr.

Viel besser als Lukas Friedhoff beim MTV Braunschweig kann man bei einem neuen Verein kaum starten. Der neue Mann von Braunschweigs Drittliga-Handballern war am Samstagabend gerade mal wenige Minuten auf dem Spielfeld in der Sporthalle Alte Waage, als ihm gleich sein erster Treffer im Trikot der Löwen gelang. Der MTV hatte gegen den TSV Burgdorf II in der Defensive gut aufgepasst, Friedhoff schnappte sich etwa zehn Minuten vor dem Pausenpfiff den Ball, zog Richtung Gästetor und schloss erfolgreich unter dem Jubel der 350 Zuschauer ab.

Es war ein nicht ganz unwichtiger Anschlusstreffer zum 9:10 für die Braunschweiger, die in der zweiten Hälfte die Partie gegen Burgdorf endgültig drehten, letztlich sogar einen souveränen 26:21-Heimerfolg feierten und ihren guten Lauf in der 3. Liga damit fortsetzten. „Das war ein super Anfang, ein super Start für mich in den neuen Verein,“, sprudelte es aus Friedhoff im Gespräch mit unserer Zeitung heraus, nachdem er kurz zuvor den „Derbysieg“ lautstark mit seinen neuen Mitspielern und den Fans des MTV gefeiert hatte.

„Ich bin super glücklich“

Ein weiteres Tor wollte dem zwei Meter großen Rückraumspieler gegen seinen Ausbildungsverein Burgdorf zwar nicht gelingen, doch der 19-Jährige gefiel durch seine zupackende Art in der Defensive, sammelte nach nur wenigen Trainingseinheiten in Braunschweig immerhin ein paar Spielminuten und durfte den Tag aufgrund des Mannschaftserfolgs auch für sich als sehr gelungen verbuchen. „Ich bin super glücklich, hier zu sein. Es eine geile Mannschaft und ein geiles Gefühl, gleich mit einem Sieg zu starten. Ich hoffe, dass es so weitergeht“, sagte Friedhoff.

Bereits an diesem Samstag (19.30 Uhr) haben die MTV-Handballer das nächste Heimspiel vor der Brust. Zu Gast in der Alten Waage ist dann der SV Anhalt Bernburg. Es wird ein Duell der Tabellennachbarn. Die Braunschweiger sind Vierter, die Gegner aus Sachsen-Anhalt mit drei Siegen weniger auf dem Konto Fünfter. Will die Mannschaft von Trainer Volker Mudrow sich Platz 7 und damit die Abstiegsrunde also nach wie vor weit weg vom Hals halten, wäre ein weiterer Heimsieg nicht schlecht. Eine Unterstützung von den Rängen, wie sie gegen Burgdorf herrschte, kann da trotz aller Unsicherheiten aufgrund der Entwicklung der Corona-Situation sicherlich helfen.

Mudrow fordert weiter Geduld

Friedhoff war bei seinem Debüt jedenfalls sehr angetan von der Stimmung. Dabei hat er es bisher noch nie erlebt, wie es ist, wenn die Alte Waage mit etwa 1000 Zuschauern aus allen Nähten platzt – wegen der Corona-Pandemie bleiben nach wie vor viele Plätze leer. Trotzdem war der Neuzugang von der Atmosphäre begeistert. „Ich habe die Alte Waage als gegnerischer Spieler nie erlebt. Das ist echt eine Bombenstimmung, die Fans machen richtig Bock. Jeder Zweikampf wird gefeiert“, freut sich Friedhoff.

Er war im Sommer als Talent aus der A-Jugend-Bundesliga von Burgdorf zum HSV Hannover nach Anderten gewechselt. Doch dort verlief seine Entwicklung nicht wie gewünscht. Das war die Chance für MTV-Coach Mudrow, der nach einer Verstärkung im Rückraum suchte. „Ich wollte mehr Spielanteile haben, und die habe ich in Anderten nicht bekommen. Volker hatte mich schon vor ein paar Monaten angesprochen, aber da hatte ich gerade beim HSV unterschrieben“, erklärt Friedhoff. Nun hat es doch mit einem Wechsel nach Braunschweig geklappt. Mudrow ist mit seinem Fang zufrieden, sieht sich nach Friedhoffs Einstand in seiner Einschätzung bestätigt. Allerdings will er nach wie vor Geduld mit dem 19-Jährigen haben. „Lukas ist noch ein junger Kerl, der jüngste Spieler bei uns in der Mannschaft. Wir müssen behutsam mit ihm umgehen, aber er hat gleich ein Tor gemacht und in der Abwehr auch gezeigt, dass er da spielen kann. Das war in Ordnung“, urteilt Mudrow über die Premiere seines neuesten Schützlings.

Chef hat Verständnis für Handball-Engagement

Dieser will sich in den nächsten Wochen weiter ins Team kämpfen, fehlt aber leider aufgrund einer Vereinbarung mit Ex-Klub HSV Hannover beim Spiel gegen diesen am 16. Dezember in der Volkswagenhalle. „Gegen meinen Ex-Klub darf ich zwar nicht spielen, aber die anderen Spiele sind ja noch da und genauso wichtig“, sagt Friedhoff.

Er wohnt weiterhin zu Hause bei seinem Vater in Celle, nimmt die lange Fahrt zum Training nach Braunschweig aber gerne in Kauf. Friedhoff absolviert in seiner Heimatstadt eine Ausbildung zum Betriebselektroniker. „Mein Chef unterstützt mich voll mit dem Handball. Er hat früher auch mal selber hoch gespielt. Wenn ich wegen des Handballs mal früher von der Arbeit los muss, ist das kein Problem“, freut sich das Talent. Die Voraussetzungen, dass sich Friedhoff in Braunschweig gut entwickelt, sind also gegeben.

Fragen zum Artikel? Mailen Sie uns: redaktion.online-bzv@funkemedien.de