Corona-Fall: Spiel der Löwen-Basketballer gegen Berlin abgesagt

Braunschweig.  Sonntagmittag erreichte Braunschweigs Korbjäger in Bonn die Hiobsbotschaft: Ihr abendlicher Saisonauftakt im Pokal gegen Berlin fällt wegen Corona aus.

Frustrierte Gesichter: Nach der kurzfristigen Absage ihres ersten Pokalspiels in Bonn gegen Alba Berlin hängen Trainer Pete Strobl und sein Braunschweiger Team in der Warteschleife.

Frustrierte Gesichter: Nach der kurzfristigen Absage ihres ersten Pokalspiels in Bonn gegen Alba Berlin hängen Trainer Pete Strobl und sein Braunschweiger Team in der Warteschleife.

Foto: Bernward Comes / Braunschweiger Zeitung / Bernward Comes

Sie hatten gewusst, dass so etwas passieren kann. Und doch war die Nachricht am Sonntagmittag ein großer Schock für Braunschweigs Basketballer, für Gegner Alba Berlin und die gesamte Bundesliga: Weil ein Spieler positiv auf das Corona-Virus getestet wurde, musste die von der BBL zum Highlight des Tages aufgerufene Pokalpartie in Bonn kurzfristig abgesetzt werden.

Die Löwen selbst hatte es nicht erwischt. Aber wie die Liga bekannt gab, war ein Spieler der Hauptstädter bei der gemäß BBL-Protokoll vorgesehenen regelmäßigen Testung vor allen Spielen positiv auf den Sars-CoV-2 Erreger getestet worden. Die Berliner hatten am Freitagabend noch in der Europaliga bei ZSKA Moskau gespielt und sensationell erstmals in der Vereinsgeschichte dort gewonnen.

Wie es weiter geht, ist unklar

Der betroffene Spieler, dessen Name nicht genannt wurde, wurde isoliert. Die zuständige Gesundheitsbehörde sei kontaktiert worden, teilte die Liga mit. Deren Entscheidung über das weitere Vorgehen stehe noch aus.

Die für 18 Uhr vorgesehene Saisonauftaktpartie der Löwen gegen den Meister und Pokal-Titelverteidiger wurde am Sonntag jedenfalls abgeblasen. Vorsorglich, hieß es, „um der übergeordneten gesundheitlichen Verantwortung gerecht zu werden.“

Braun versucht, schnelle Lösung zu finden

„So um zwölf, halb eins habe ich zwei Anrufe von der Liga bekommen“, berichtet Löwen-Sportchef Oliver Braun, der in Bonn gerade mit dem Team das vormittägliche Lockerungs- und Einstimmungsprogramm hinter sich hatte. „Da wurde uns der Sachverhalt mitgeteilt und praktisch gesagt, dass wir unsere Koffer packen und heimfahren können.“

Zunächst versuchte der Braunschweiger, dies noch abzuwenden. Schließlich waren die Löwen schon Samstag nach Bonn gereist, hatten dort übernachtet und konnten es kaum erwarten, nach sieben Monaten Pause endlich wieder spielen zu können. „Wir haben beispielsweise angedacht, ob wir noch einen Tag in Bonn bleiben und am Montag die Partie gegen Bonn vom nächsten Wochenende vorziehen“, erzählt Braun.

Liga bangt um den Meister

Doch die Liga hatte offensichtlich erstmal anderes zu tun, als auf die Schnelle einen für die Löwen möglichst angenehmen Plan B auszudenken. Und auch der Löwen-Geschäftsführer sah ein: „In dem ganzen System sind wir mit der Tatsache, dass wir nun unverrichteter Dinge zurückfahren müssen, sicher das kleinste Problem.“

Die BBL bangt um ihr Aushängeschild Alba Berlin, das mit der Pokalpartie gegen die Löwen auch das Fernsehspiel des Tages bestritten hätte. Die Partner von Magentasport, denen das 18-Uhr-Spiel wegbrach, waren natürlich auch in heller Aufregung. Und im Blick auf den Meister scheint völlig unklar, wann das Team wieder einsatzfähig ist.

Auch wenn der Name des corona-positiven Berliner Akteurs nicht genannt wurde: „Da müssen sicher mehrere Spieler in Quarantäne“, mutmaßt Braun. Wenn nicht sogar der gesamte Alba-Reisetross, der am Freitag per Charterflieger in engem Kontakt zusammen in Moskau war.

Enger Zeitplan im Pokal

Und die Zeit drängt. Der BBL-Pokalwettbewerb in den vier Gruppen geht nächstes Wochenende mit einem Doppelspieltag weiter. Und er muss vor dem 31. Oktober abgeschlossen sein, denn dann steigt das Final-4-Turnier der Gruppensieger in München.

Denkbar wäre vielleicht noch, dass die Berliner einfach mal an einem Wochentag mit einem spielfähigen Rumpfkader den kurzen Weg nach Braunschweig machen und die Partie nachholen. Doch der Meister ist nächsten Donnerstag und am Freitag danach auch schon wieder in der Euroleague gefordert, wenn er denn spielen darf.

Neuzugang Allen trainiert jetzt mit

Die Löwen kamen da am Nachmittag in Bonn jedenfalls nicht weiter, traten frustriert den Heimweg an und arbeiteten sich abends noch in der Trainingshalle ab. „Die Spieler waren richtig konsterniert“, berichtet Braun. „Alle hatten so auf das erste Spiel nach so langer Pause hingefiebert.“

Die positive Nachricht: US-Neuzugang Bryon Allen wurde am Freitag zum dritten Mal negativ getestet, durfte daraufhin seine Quarantäne beenden und ist am Samstag ins Löwen-Training eingestiegen. „Er ist natürlich noch nicht wettkampffit“, urteilt Braun. „Aber ansonsten sah das schon recht gut aus.“

Gastgeber Bonn triumphiert

Der erste Pokaltag am Sonnabend war mit vier Spielen in Ulm, Weißenfels, Vechta und Bonn reibungslos über die Bühne gegangen. In der Braunschweiger Gruppe überraschten dabei die Bonner mit einem souverän herausgespielten 90:76-Erfolg gegen Mitfavorit Oldenburg.

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