Wolfsburg. Der sympathische Abwehrhüne freut sich bei den Grizzlys Wolfsburg auf weitere zwei Jahre - und auf einen Mitspieler ganz besonders.

Mit Rückkehrer Julian Melchiori bekommen die Grizzlys Wolfsburg nicht nur einen deutschen Meister von den Eisbären Berlin, sondern ihren absoluten Wunschspieler für die Verteidigung - und einen der Publikumslieblinge der Jahre 2020 bis 2022 zurück. Der 32 Jahre alte Kanadier hat sein Intermezzo in der Hauptstadt beendet, bereits im Februar hatte Charly Fliegauf, der Manager des Wolfsburger Eishockey-Erstligisten, die Personalie eingetütet. Der sympathische Abwehrhüne freut sich auf mindestens weitere zwei Jahre - und auf einen Mitspieler ganz besonders.

Mit Grizzlys-Keeper Dustin Strahlmeier (Mitte) versteht sich Julian Melchiori (links) ganz besonders.
Mit Grizzlys-Keeper Dustin Strahlmeier (Mitte) versteht sich Julian Melchiori (links) ganz besonders. © City-Press GmbH | Jan-Philipp Burmann

Mit Grizzlys-Keeper Dustin Strahlmeier versteht sich Melchiori blendend, auf und neben dem Eis. Auch wenn er nicht den ganz regelmäßigen Kontakt zu den früheren und Bald-wieder-Teamkollegen hatte. Melchioris Frau Leslie - die beiden hatten im Sommer 2023 geheiratet - und Strahlmeiers Freundin hielten die gesamte Zeit über Kontakt. „Von daher war ich immer auf dem Laufenden, was bei den Grizzlys passiert“, erzählt er und fügt hinzu: „Wenn Strahlie in Topform ist, ist er für mich der beste deutsche Goalie in der Liga.“

Melchiori: Wir werden eine großartige Mannschaft haben

Die beiden waren schon 2021 ganz wichtige Faktoren, als die Grizzlys zum bisher letzten Mal das DEL-Finale erreichten. Gegen Berlin fehlte damals nicht viel und sie hätten die coronabedingt verkürzte Endspielserie für sich entschieden (1:2 Siege). Mit ähnlich ambitionierten Zielen kehrt der frisch gebackene Meister zurück: „Ich denke, dass wir eine großartige Mannschaft haben werden. Auch in der vergangenen Saison fehlte bei den Grizzlys nicht viel. Nicht umsonst wurde die Mannschaft Vierter in der Hauptrunde. In den Play-offs kann alles passieren.“ Vielspieler Melchiori ist womöglich eines der fehlenden Puzzlestücke. „Wir wissen, dass er sehr viele Minuten spielen kann, ein echter Allround-Verteidiger ist“, so Fliegauf.

Die Entscheidung, vor zwei Jahren den Klub Richtung Hauptstadt zu verlassen, war keine gegen die Grizzlys, wie er betont. „Ich hatte in meiner Karriere bis dahin nie die Möglichkeit, in einer Großstadt zu leben, und es war dann wirklich schön und eine großartige Erfahrung für mich und Leslie“, erzählt der NHL-erfahrene Verteidiger.

Rückkehrer Melchiori: Wolfsburg ist die richtige Entscheidung

Als klar war, dass die Eisbären sich neu aufstellen würden, schlugen die Grizzlys erneut zu und setzten sich mit dem angebotenen Zweijahresvertrag gegen andere Optionen durch. Melchiori: „Ich wollte an den Ort zurück, an dem ich mein bestes Hockey gespielt habe und ein wichtiger Bestandteil des Teams war. Ich bin mir sicher, dass es die richtige Entscheidung ist.“

Julian Melchiori wird in der neuen Saison wieder ein Führungsspieler bei den Grizzlys; das war er bei all seinen Klubs. Ob er wie in seiner ersten Zeit in Wolfsburg ein Kapitänsamt übernehmen wird, ist dabei ganz egal.
Julian Melchiori wird in der neuen Saison wieder ein Führungsspieler bei den Grizzlys; das war er bei all seinen Klubs. Ob er wie in seiner ersten Zeit in Wolfsburg ein Kapitänsamt übernehmen wird, ist dabei ganz egal. © Grizzlys Wolfsburg/oh | City-Press GmbH

Die zwei Jahre in Berlin waren für ihn wie eine Achterbahnfahrt gewesen. Im ersten Jahr lief bei den Eisbären so gar nichts zusammen, sie verpassten sogar als amtierender DEL-Champion die Play-offs. In der zurückliegenden Runde drehten sie dann wieder auf, wurden Zweiter in der Hauptrunde und schnappten sich im Finale gegen Bremerhaven ihren zehnten Titel. Melchiori: „Die Meisterschaft zu gewinnen, war wirklich klasse. Ich würde nicht sagen, dass es unerwartet kam, aber viele haben daran geglaubt, Bremerhaven könnte gewinnen. Wir mussten unser bestes Hockey zeigen, das ist uns geglückt.“

Aktuell entspannt er sich in seiner Heimat in Toronto von den Strapazen der Saison, in der ersten August-Woche wird er dann wie alle anderen Nordamerikaner in Wolfsburg erwartet, wo er - ob wieder mit Amt als Vize-Kapitän oder ähnliches - erneut Verantwortung übernehmen wird: „Ich war in den Teams, in denen ich gespielt habe, schon immer ein Leader. Das ist die Rolle, in der mich wieder sehe.“