Eintracht Braunschweig

„Wir halten Bratmann für einen sehr guten Präsidenten“

| Lesedauer: 4 Minuten
Christoph Bratmann verpasste die Wiederwahl als Präsident.

Christoph Bratmann verpasste die Wiederwahl als Präsident.

Foto: Stefan Lohmann / regios24

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Braunschweig.  Die Leiter von elf Abteilungen von Eintracht Braunschweig nehmen Stellung im Führungsstreit und kritisieren die Fanabteilung scharf.

Während die sportliche Entwicklung bei Fußball-Drittligist Eintracht Braunschweig durch das 2:0 bei den Würzburger Kickers am Dienstag wieder in eine positive Richtung läuft, sieht es bei den Blau-Gelben an anderer Stelle weiterhin unklar aus. Jedenfalls ist auch drei Wochen, nachdem Präsident Christoph Bratmann auf der Jahreshauptversammlung die nötige Mehrheit zur Wiederwahl verpasste und seine designierten Präsidiumskolleginnen und Kollegen anschließend gar nicht zur Abstimmung antraten, nach wie vor unsicher, ob und wie der Verein aus seiner Führungskrise kommt.

Das Präsidium blieb kommissarisch im Amt, doch wer und in welchem Team bei der nun nötigen Außerordentlichen Mitgliederversammlung antritt, ist noch immer völlig offen. Auch die Frage, wie die vorhandenen Gräben zwischen den verschiedenen Lagern überwunden werden können, bleibt unbeantwortet. Aus Sorge um ihren Verein haben nun auch die Leiter der meisten sporttreibenden Eintracht-Abteilungen, die den überwiegenden Teil der Vereinsmitglieder vertreten, und die Funktions-Vorstände zu den Vorkommnissen in einem Brief an ihre Abteilungsmitglieder Stellung bezogen und dabei vor allem das Vorgehen der Fanabteilung scharf kritisiert.

Bedauern über Bratmann-Rückzug

„Wir hielten und halten Christoph Bratmann für einen sehr guten Präsidenten, der von einem bemerkenswert engagierten Präsidium unterstützt wurde. Er führte sein Amt mit großer Tatkraft und sehr umsichtig und war stets bereit, jede Meinung im Verein anzuhören. Seine Nichtwahl am 12. November und seinen Rückzug bedauern wir sehr“, schreiben die Abteilungsleiter in ihrem Statement.

Sie sprechen in ihrem Rundbrief außerdem der Fanabteilung und dabei speziell dem Abteilungsvorsitzenden Mario Goldmann, den Willen zu einer konstruktive Mitarbeit im Verein ab und machen die Mitglieder aus dieser Abteilung auch größtenteils für die Unruhe bei der Eintracht in den vergangenen Jahren verantwortlich. „Das Verhalten von Teilen der Fanabteilung sowie die Haltung ihres Leiters im Eintracht-Vorstand erschweren die konstruktive Arbeit dort drastisch. Weitgehend war der Vorstand in den letzten beiden Jahren damit beschäftigt, durch Aktionen der Fanabteilung oder ihres Umfelds notwendig gewordene Personal-Wahlen, zum Beispiel die Neuwahl des Aufsichtsrates, vorzubereiten oder Fehlverhalten von einzelnen Mitgliedern zu bewerten, die wiederum fast ausschließlich der Fanabteilung zuzurechnen waren. Die Vorfälle nach dem Zweitliga-Abstieg und die gegen Covid-19-Verordnung verstoßende Motivationsaktion im Stadion vor dem Spiel in Hannover unter Leitung eines ehemaligen Vorstands der Fanabteilung seien hier genannt.“

„Zermürbende Diskussionen“

Mit ihrem Wirken, so die Leiter der elf anderen Abteilungen, würde die Fanabteilung das Vereinsleben nachhaltig stören. Vor allem sei bei Fanabteilung und ihren Unterstützern der Schwerpunkt zu sehr auf den Bereich Profi-Fußball gerichtet, während die Eintracht ein breitgefächertes Sportprogramm seit Jahren positiv ausmache.

„Uns und dem ganz überwiegenden Teil der Mitglieder werden auf diese Weise immer wiederkehrende, zermürbende Diskussionen um die Geeignetheit einzelner Vereinsvertreter aufgedrängt, die die schweigende Mehrheit der Mitglieder nicht für nötig hält und gar nicht haben möchte. Dass Teile der Fanabteilung auf diese Weise Feindbilder schaffen und Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement, auf das wir als Verein dringend angewiesen sind, zerstören, ist für uns nur schwer zu ertragen. Unserer Meinung nach zeigt dieses Agieren eine bei den Vertretern der Fanabteilung herrschende Zielsetzung, die auf Machterwerb im Verein, insbesondere beim Profi-Fußball, auf Kosten der übrigen Mitglieder ausgerichtet ist“, schreiben die Abteilungsleiter an ihre Mitglieder.

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Bei Wahlen Präsenz zeigen

Beendet wird der Brief mit dem Aufruf „auf künftigen Wahlen Präsenz zu zeigen und klar Stellung zu beziehen. Und zwar für den Sport bei der Eintracht in all seinen Facetten, und für sinnvolle Anpassungen der Satzung unseres Vereins. Und gegen von der Fan-Szene ausgelöste unendliche politische Diskussionen um einzelne gewählte Funktionsträger im Verein, die ehrenamtlich großes Engagement in den Dienst der Eintracht stellen und unser aller Unterstützung verdient haben.“ Wie viele Vereinsmitglieder diese Meinung teilen, wird sich vielleicht schon auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung, die voraussichtlich im Januar stattfinden soll, zeigen.

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