Eintracht Braunschweig: So will sich Fabio Kaufmann steigern

Braunschweig.  Eintrachts Flügelspieler Fabio Kaufmann spricht vor dem Duell mit seinem Ex-Klub Aue über die Belastung in 2020 und seine Ziele für das neue Jahr.

Eintracht Braunschweigs Fabio Kaufmann kommt die Systemumstellung beim Aufsteiger zugute.

Eintracht Braunschweigs Fabio Kaufmann kommt die Systemumstellung beim Aufsteiger zugute.

Foto: Darius Simka/Regios24

Für Fabio Kaufmann kam die vier Tage andauernde Weihnachtspause zur rechten Zeit. Hinter dem Offensivspieler von Fußball-Zweitligist Eintracht Braunschweig liegt wie bei vielen Profisportlern ein intensives Jahr, bedingt durch die Corona-Pandemie.

Geisterspiele, ein kompakter Spielplan mit englischen Wochen und eine kurze Sommerpause bedeuten eine enorme Belastung. „Dementsprechend waren die Tage über Weihnachten Gold wert, um zur Ruhe zu kommen, Zeit mit der Familie zu verbringen und mal nicht nur an Fußball und negative Tests zu denken“, sagt der 28-Jährige, für den vor allem die mentale Frische entscheidend ist.

Gebürtiger Aalener spielt seit Sommer in Braunschweig

„Der Kopf spielt eine immer entscheidendere Rolle. Diesen zusätzlichen Motivationskick, den sonst die Zuschauer bringen, muss man sich in jedem Spiel selbst holen. Und das kostet Kraft“, sagt der Rechtsfuß, der dankbar ist, dass er in dieser fordernden Zeit seinen Beruf ausüben darf.

Erst seit diesem Sommer tut er das in Braunschweig. Mit der Empfehlung von 14 Toren und 14 Vorlagen für Mitaufsteiger Würzburg kam der gebürtige Aalener an die Hamburger Straße. Doch es gelang ihm eine Spielklasse höher nicht sofort, an die Top-Leistungen anzuknüpfen. Bei den Kickers hatte der besonnene Profifußballer häufig auf dem Flügel gespielt.

Gegen Paderborn riss Kaufmann seine Mitspieler mit

In Braunschweig setzte ihn Trainer Daniel Meyer zunächst als zweite Spitze ein. Erst zum Ende der Hinrunde ließ der Eintracht-Coach ein System spielen, das Kaufmann wie auf den Leib geschnitten zu sein schien. Gegen Paderborn, als er das wichtige 1:2 erzielte , wirbelte er mit der Absicherung eines Außenverteidigers auf dem Flügel und riss auch die Mitspieler mit.

„Ich fühle mich auf dieser Position sehr wohl, weil die Abläufe dort bei mir viel gefestigter sind. Aber wir müssen uns alle anpassen und uns in den Dienst der Mannschaft stellen “, umreißt der Angreifer die derzeitige Situation bei der Eintracht. Zumal er zwei seiner drei Saisontore auch als Stürmer erzielt hatte.

Nur Nebenmann Proschwitz traf häufiger

Nur sein Nebenmann Nick Proschwitz traf in der 2. Liga häufiger für die Löwen als Kaufmann. Dennoch ist der Neuzugang mit seinem ersten Halbjahr im blau-gelben Trikot nur bedingt zufrieden. „Ich bin gesund geblieben, habe Einsatzzeiten bekommen, konnte der Mannschaft helfen, aber ich weiß schon, dass ich noch besser spielen kann“, ist sich Kaufmann sicher. Seine Leistungen vor der kurzen Unterbrechung hat er sich dabei als Maßstab gesetzt: „Da konnte ich dem Spiel mehr meinen Stempel aufdrücken. Daran will ich anknüpfen.“

Kaufmann ist ein Fußballer, der diese kleinen Erfolgserlebnisse braucht, um über sich hinauszuwachsen. Dann reißt er auch seine Mitspieler mit. Diese Mentalität können die Braunschweiger, die nach 13 Spielen erst 12 Punkte auf dem Konto haben, gut gebrauchen. Besonders wenn es im neuen Jahr in die entscheidende Phase der Saison geht. „Hinten raus werden die Preise verteilt. Und ich denke, dass ich mit der Emotionalität, die in mir steckt, noch mehr dafür sorgen kann, dass wir stärker zusammenwachsen und unbedingten Siegeswillen entwickeln“, glaubt der 1,81-Meter-Mann.

Luft verschaffen im Abstiegskampf gegen Aue

Schon am Sonntag, wenn es gegen seinen Ex-Verein Erzgebirge Aue geht (13.30 Uhr/Sky), haben er und die Eintracht die Gelegenheit, sich etwas Luft im Abstiegskampf zu verschaffen. Auch wenn der als Führungsspieler geholte Außenbahnspieler um die Schwere der Aufgabe weiß: „Aue geht dahin, wo es weh tut. Die Mannschaft bearbeitet den Gegner, verfügt aber über ein gewachsenes Gerüst und spielt deshalb auch guten Fußball. Und jetzt im Winter im Erzgebirge. Da fährt kein Gegner gerne hin.“ Gleichwohl sieht Kaufmann Siegchancen. „Dreiviertel der Liga ist auf einem ähnlichen Level. Und wir können auch Aue bezwingen. Es ist wichtig, dass wir konstant punkten, um Selbstverständnis zu entwickeln“, sagt er selbstbewusst.

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