Eintracht ist auf der Suche nach defensiven Alternativen

Braunschweig.  Das Testspiel gegen Hertha BSC ist ein weiterer Beleg: Eintracht Braunschweig ist in der Abwehrzentrale im Moment etwas dünn besetzt.

Steffen Nkansah (rechts) im Zweikampf mit Pascal Köpke.

Steffen Nkansah (rechts) im Zweikampf mit Pascal Köpke.

Foto: Michael Hundt

Gegen Ende der Spielzeit wurden bei Robin Becker, Steffen Nkansah und Niko Kijewski irgendwann die Beine schwer. Kein Wunder. Während auf allen anderen Positionen bei Eintracht Braunschweig und auch bei Gegner Hertha BSC munter gewechselt wurde, spielten die drei Abwehrspieler des Fußball-Drittligisten im Test durch, obwohl die Spielzeit sogar auf 105 Minuten verlängert wurde.

Für Eintrachts Trainer Christian Flüthmann war der Grund dafür aber nicht fehlende personelle Alternativen, sondern eine bewusste Entscheidung. „Alle drei sollen viele Einsatzminuten bekommen, um sich einzuspielen und eine gute Fitness zu erlangen“, erklärte er die fehlende Rotation in der Abwehr im Test gegen Hertha BSC . Für Nkansah und Co. war die Partie gegen den Berliner Erstligisten auch der erste richtige Gradmesser der Saisonvorbereitung. Vor allem in den ersten drei Testspielen war die Braunschweiger Defensive gegen die unterklassigen Gegner kaum gefordert, doch Herthas Offensive mit Andrej Duda, Vedad Ibisevic und Davie Selke ließ die Löwen vor allem im ersten Abschnitt an ihre Grenzen kommen. „Es wäre schön für uns, aber auch verwunderlich, wenn Hertha BSC mit seinen Ansprüchen gegen uns keine Chance gehabt hätte“, sagt Flüthmann. Da hätten sich die Qualitätsunterschiede zwischen 1. und 3. Liga schon deutlich bemerkbar gemacht, so der Coach. Deshalb war es ihm sicherlich noch nicht einmal ganz unrecht, dass in Eintrachts Abwehr am Sonntag in Neuruppin noch einmal die eine oder andere Schwachstelle aufgedeckt wurde. Fast zwei Wochen haben die Blau-Gelben bis zum Ligastart gegen Magdeburg noch Zeit, ihre Defizite zu beheben.

Aber auch wenn das Durchspielen von Becker, Nkansah und Kijewski eine bewusste Trainerentscheidung war und viele Unsicherheiten gegen einen Erstligisten auch erklärbar sind, ist die Personaldecke in der blau-gelben Abwehr aktuell doch etwas dünn. Besonders wenn Flüthmann wie gegen Hertha mit einer Dreierkette spielen lassen will, sind die Alternative rar gesät. „Damit kommen wir in der Saison nicht über die Runden“, gibt Eintrachts Sportdirektor Peter Vollmann offen zu. „Wir haben ja auch schon kommuniziert, dass wir im defensiven Bereich noch etwas machen wollen“, sagt er. In diesem Zusammenhang hatten sich die Braunschweiger auch mit dem Namen Dominic Volkmer beschäftigt. Doch der 23-jährige Innenverteidiger kämpft gerade um seine Chance bei Zweitligist Regensburg. Im Moment rechnet sich Eintracht wenige Chancen auf eine Verpflichtung Volkmers, der in der vergangenen Saison an Jena ausgeliehen war, aus.

Deshalb ist jede weitere Möglichkeit für die Abwehr willkommen. Eine davon ist Neuzugang Alfons Amade . Die Leihgabe aus Hoffenheim ist zwar eher auf der Außenbahn zu Hause, erhöht dennoch Flüthmanns defensive Optionen. Der 19-Jährige hinterließ im Test gegen Hertha auch einen ordentlichen Eindruck. „Er hat ein positives Bild hinterlassen. Man hat gesehen, dass er eine gute Schnelligkeit besitzt und verteidigungstechnisch nah dran an seinen Gegenspielern war. Ich hoffe, dass er bei uns für die rechte Seite eine richtig gute Alternative wird“, sagt Sportdirektor Peter Vollmann. Damit könnte Benjamin Kessel auch für das Abwehrzentrum frei werden. Auch die Mittelfeldspieler Marc Pfitzner und Bernd Nehrig sind Optionen für die Innenverteidigung, besonders wenn Eintracht mit einer Dreierkette spielt.

Auf Dauer suchen die Löwen aber nach einer anderen Lösung. Denn egal ob Dreier- oder Viererkette, in Eintrachts Kader stehen im Moment wenige gelernte Innenverteidiger. Einer davon ist Felix Burmeister. Aber der Routinier ist zum einen verletzt und gilt wie auch Nick Otto als ein Wechselkandidat.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder