Braunschweig. Der 27 Jahre alte erfahrene Stürmer vom Noch-Fußball-Bezirksligisten spricht über seinen Werdegang, sein Erfolgsrezept und seine Zukunftspläne.

Vom VfL Lehre über Eintracht Braunschweig hin zu den Freien Turnern - und nur für den BSC Acosta gewinner der Torjägerkanone in der Bezirskliga: Die Karriere von Niklas Neudorf gleicht einer Achterbahnfahrt. Der mittlerweile 27-jährige Mittelstürmer mit seiner beachtlichen Körpergröße von 1,96 Metern mischte in seiner ersten Saison beim BSC ordentlich mit und erzielte stolze 28 Tore in gerade einmal 25 Spielen. Nun macht er es offiziell: Er möchte auch in der kommenden Saison im Konrad-Koch-Stadion auflaufen.

Neudorfs fußballerische Karriere begann in der Jugend seines Heimatvereins VfL Lehre, wo es ihn jedoch nicht lange hielt. Schon früh versuchte er erste Schritte in der Jugend von Eintracht Braunschweig und wechselte mit 15 Jahren erstmals zum BSC Acosta, nachdem er in der C-Jugend bereits ein Jahr bei den Freien Turnern verbracht hatte. Dorthin kehrte er für sein zweites B-Jugend-Jahr zurück und setzte sich ganze zehn Jahre für die Braun-Weißen ein, für die er in der Landes- und Oberliga auflief. Aufgrund von Unstimmigkeiten mit dem Trainerteam folgte im April 2023 schließlich der Cut – und er musste sich neu orientieren.

Ziel des BSC-Acosta-Stürmers ist die Torjäger-Kanone

„Es war ein langes Hin und Her, wie ich weitermachen würde“, erinnert sich Neudorf. Eins war ihm von Anfang an wichtig: Er wollte unbedingt fußballerisch aktiv bleiben. Am Ende war es BSC-Spieler Kai Pingel, der ihm den Kontakt zum Stadtrivalen der Turner vermittelte. Pingel und Neudorf kennen sich bereits seit ihrer Kindheit, da Neudorfs Bruder zu Pingels engsten Freunden zählte. „Für mich war es ein ungewohnter Schritt, nach zehn Jahren bei den Turnern wieder einen neuen Verein zu suchen“, gibt Neudorf zu. Beim BSC Acosta lernte er jedoch schnell seine jetzigen Teamkollegen kennen und war beeindruckt vom hohen Niveau, mit dem beim Verein trainiert wird: „Es waren tatsächlich kaum Unterschiede zu erkennen, obwohl die Liga eine andere ist.“

Nach der „Klatsche“ gegen Tabellenverfolger FC Heeseberg, wie Neudorf es beschreibt, sei seine Mannschaft schließlich in einen „Flow“ gekommen und hätte eine erfolgreiche Saison gespielt. Dabei spielten auch seine individuellen Ambitionen eine Rolle: „Natürlich ist der kollektive Erfolg wichtig, aber als Stürmer wird man ja auch anhand seiner Statistiken und Tore gemessen. Daher wollte ich meinen frühen Platz an der Torjägerspitze auch verteidigen“, bekräftigt der 27-Jährige.

Niklas Neudorf freut sich schon aufs Park-Derby gegen seinen Ex-Klub

Ein Grund für diese Torgefahr ist wohl auch der kühle Kopf, den Neudorf stets bewahrt. „Ich war und bin vor Spielen eigentlich nie nervös gewesen“, erklärt er. Für seinen Trainer Christian Ahrenhold ist das auch ein wichtiger Teamfaktor: „Neudorf wirkt in keiner Phase des Spiels gestresst, und diese Ruhe überträgt sich natürlich auch auf junge Spieler“, sagte der BSC-Coach.

Derzeit steckt Neudorf in den letzten Zügen seines Master-Studiums und wird ab Sommer in der Wirtschaftsberatung in Hannover arbeiten. Er möchte allerdings seinen Lebensmittelpunkt in Braunschweig behalten, im Augenblick teilt er sich noch mit FC-Wenden-Spieler Marco Klages eine Wohngemeinschaft. Zudem möchte er in der kommenden Saison weiterhin im schwarz-grünen Trikot des BSC auflaufen. Denn nach dem Aufstieg vergangenen Sonntag kehrt er ab Sommer in die Landesliga zurück – wo auch sein Ex-Klub auf ihn wartet. Neudorf sieht das Duell gegen die Freien Turner allerdings gelassen und freut sich schon darauf. „Ich habe den Kontakt zu meinen ehemaligen Teamkollegen gut gehalten und bin schon gespannt auf das Park-Derby.“