Handball

Deutsche Handballfrauen: Voller Selbstvertrauen in die WM

| Lesedauer: 4 Minuten
Bundestrainer Henk Groener (Mitte) steht bei der WM unter Druck, gute Ergebnisse müssen her. Doch seine Kapitäninnen Emily Bölk (links) und Alina Grijseels (rechts) sind vor dem Turnierauftakt guter Dinge und entsprechend motiviert.

Bundestrainer Henk Groener (Mitte) steht bei der WM unter Druck, gute Ergebnisse müssen her. Doch seine Kapitäninnen Emily Bölk (links) und Alina Grijseels (rechts) sind vor dem Turnierauftakt guter Dinge und entsprechend motiviert.

Foto: Imago, dpa

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Essen.  Die deutschen Handballerinnen spielen am Donnerstag zum Auftakt gegen Tschechien. Es geht um Popularität – und um die Zukunft des Trainers.

Henk Groener blieb äußerlich gelassen, als er über die Ziele der deutschen Handballfrauen sprach. Mit konzentriertem Blick philosophierte er über gutes Auftreten und Teamgeist. Eine erfolgreiche WM, sagt der Bundestrainer, „hat weniger mit der Platzierung zu tun als mehr mit der Art und Weise, wie wir spielen“.

Das mag die offizielle, zurückhaltende Forderung für die breite Öffentlichkeit sein. Wenn das deutsche Team heute gegen Tschechien (18 Uhr/sportdeutschland.tv) in die WM in Spanien startet, sollte es aber schon mehr sein. Die letzte Medaille bei einem Großturnier liegt lange zurück, die deutschen Frauen müssen nicht nur spielerisch überzeugen, sondern möglichst weit kommen, um von der breiten Öffentlichkeit überhaupt wieder stärker wahrgenommen zu werden.

Erinnerung an letzten Erfolg verblasst

Und Henk Groener? Für den Niederländer geht es auch um die persönliche Zukunft. Zwar vermeidet der Deutsche Handball-Bund eine konkrete Zielsetzung, doch die WM wird ausschlaggebend dafür sein, ob sein im Frühjahr auslaufendes Arbeitspapier neu aufgesetzt wird.

Die Vertragsverlängerung spiele „überhaupt keine Rolle“, bekräftigt der 61-Jährige am Tag vor dem Anwurf. Doch der Niederländer weiß auch: Die Sehnsucht nach handfesten Erfolgen ist riesig. Die Erinnerungen an WM-Bronze 2007 verblassen langsam, bei Olympia in Tokio schauten die Frauen im Sommer nur zu.

Zuletzt flossen immer wieder Tränen

Groener, seit Januar 2018 im Amt, hat ohne Zweifel spielerisch einen gefühlten Aufwärtstrend verantwortet, der sich allerdings nie wirklich in den Ergebnissen niederschlug. Nach dem EM-Aus in der Hauptrunde im Vorjahr flossen wie auch nach den verpassten Olympischen Spielen bei der WM in Japan 2019 Tränen des Frusts. Dies soll sich in Spanien nicht wiederholen.

„Wir haben Schritte vorwärts gemacht, jetzt sollen unsere Gegner zeigen, ob sie das auch geschafft haben“, sagt Groener vor dem Auftakt in Lliria in der Provinz Valencia. „Wir wissen, dass wir auch die Top-Nationen schlagen können. Deshalb kann auch ich mit viel Selbstbewusstsein auflaufen“, erklärt Führungsspielerin Emily Bölk. Und ihre Mit-Kapitänin Alina Grijseels ist sicher: „Wir sind gut aufgestellt und freuen uns, dass die WM endlich losgeht.“

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XXL-Turnier gleicht einem Marathon

Es sind die Namen, auf die es in den kommenden Tagen verstärkt ankommen wird. Emily Bölk, angestellt beim ungarischen Klub Ferencvaros Budapest, ist mit ihren 23 Jahren eine der Erfahrensten im Team, seit der EM 2016 war die Rückraumspielerin bei allen Turnieren dabei. Sie ist neben Torfrau Dinah Eckerle (26/Team Esbjerg in Dänemark) eine von zwei Nationalspielerinnen, die derzeit als Profis im Ausland beschäftigt ist und diese Erfahrung auch im Nationalteam einbringen will. Alina Grijseels (25) überzeugt durch Schnelligkeit und Übersicht als Spielmacherin, die Duisburgerin in Diensten des Bundesligisten Borussia Dortmund war zuletzt angeschlagen, meldete sich aber pünktlich zum WM-Auftakt fit. „Wir sind nicht auf dem Top-Level wie Olympiasieger Frankreich oder Europameister Norwegen. Aber ich denke, dass wir den einen oder anderen Großen ärgern und daran viel Spaß haben werden“, sagt Dinah Eckerle.

Nun geht es also los. Groeners Ansage lautet, von Spiel zu Spiel zu schauen. „Das erste Spiel ist immer das wichtigste. Tschechien ist unangenehmer Gegner“, sagt der Bundestrainer. Weitere Gegner in der Vorrunde sind die Slowakei am Samstag (18 Uhr) und Ungarn am Montag (20.30 Uhr). In der Hauptrunde geht es dann um den Einzug in das Viertelfinale des XXL-Turniers. Erstmals wird die WM in Spanien mit 32 Teams gespielt statt wie zuvor mit 24. Für Groener ähnelt das Turnier daher einem Marathon, bei dem man trotzdem die ersten Meter nicht verschlafen dürfe: „Wir müssen von Anfang an da sein.“

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