Streuobstwiesen für mehr biologische Vielfalt in Detmerode

Wolfsburg.  Peter Bronold engagiert sich seit 20 Jahren für die Streuobstwiesen, setzt vor allem auf alte Sorten und ist für den Gemeinsam-Preis nominiert.

Pflückreif: Peter Bronold holt einige Äpfel vom Baum. 

Pflückreif: Peter Bronold holt einige Äpfel vom Baum. 

Foto: Katharina Keller

Die Infotafeln geben Ausschluss. Der Boikenapfel ist beispielsweise Ende Oktober pflückreif – und genussreif ab Dezember, ist da unter anderem zu lesen. Zu jeder Sorte sind zahlreiche Informationen aufgeführt: Wer ist Namensgeber, für was lässt sich der Apfel besonders gut verwenden und wie schmeckt er eigentlich? Zahlreiche Apfelbäume stehen auf der Obstwiese in Detmerode.

Jedes Jahr werden neue Bäume gepflanzt

Peter Bronold vom BUND Wolfsburg beißt derweil in einen Apfel der Sorte Spartan, der etwas früher genussreif ist – nämlich ab Mitte September schon. „Wir wollten das zurückholen, was verloren gegangen ist. Wir wollten eine ökologische Nische schaffen in Detmerode – durch Obstbäume“, berichtet der Wolfsburger, der sich seit 20 Jahren für die Streuobstwiese stark macht und viel Herzblut investiert. Er wird auch „Vater der Streuobstwiesen“ genannt. Jedes Jahr werden am Rande des Stadtteils hinter den großen Häusern neue Bäume mit Unterstützung der Stadt Wolfsburg gepflanzt. „Wir pflanzen möglichst alte Sorten an“, erklärt der 81-Jährige, dem es ein großes Anliegen ist, diese zu erhalten – als eine Art Genbank. Jetzt im Herbst sind die Äpfel meist pflückreif. Neben Apfelsorten gibt es auch Birnen- und Pflaumenbäume. „Bedienen darf sich jeder“, betont der Wolfsburger, der selbst an diesem Tag eine sogenannte Schüttel-Harke dabei hat. Damit kommt er bis in die Krone der Bäume, die im Laufe der Jahre schon eine stattliche Größe erreicht haben.

Peter Bronold engagiert sich seit 35 Jahren für den Umweltschutz

Ein Großteil der Ernte wird in eine Mosterei gebracht. Apfelsaft entsteht. Im vergangenen Jahr war die Ernte mit fünf Tonnen nicht sehr ertragreich, das soll in diesem Jahr wieder anders aussehen. Dafür gab es unter anderem eine Gießaktion mit vielen Helfern in diesem Sommer. „Es war nötig, dass die Bäume etwas Wasserzufuhr bekommen“, berichtet Bronold. 200 Liter sollten es für jeden Baum sein. „Der Geschäftsbereich Grün hatte uns dafür einen Wassertank zur Verfügung gestellt, insgesamt 4000 Liter. Das Wasser stammte aus Regenrückhaltebecken“, erzählt der Wolfsburger, der vor seinem Ruhestand bei Volkswagen tätig war. „Für den Umweltschutz engagiere ich mich seit 35 Jahren“, berichtet Bronold, der sich auch freut, dass sich Schulen für das Projekt interessieren.

Der 81-Jährige stoppt vor einer großen Infotafel auf der Obstwiese. Auf dieser ist zu lesen, welch vielfältiger Lebensraum die Streuobstwiese ist: Zahlreiche Blumen und Tiere fühlen sich in dieser Umgebung wohl. Bronold lässt sich kurz auf einer Bank ganz in der Nähe nieder – auch der Wolfsburger fühlt sich hier wohl und genießt den Blick auf die vielen Bäume.

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