Altersvorsorge

Rente: Wer so wenig verdient, ist von Altersarmut bedroht

| Lesedauer: 4 Minuten
Frugalismus: Extrem Geld sparen um mit 40 in Rente zu gehen

Frugalismus: Extrem Geld sparen um mit 40 in Rente zu gehen

Mit Vierzig den Job kündigen und in finanzieller Unabhängigkeit leben? Das Konzept vom Frugalismus zielt genau darauf ab. Was Frugalismus ist und wie Frugalisten leben, zeigt das Video.

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Berlin  Für die Höhe der Rente ist der Monatslohn entscheidend. Doch wie viel muss man für eine gute Rente verdienen? Das zeigt unsere Tabelle.

  • Vielen Rentnern reicht die Rente nicht zum Leben
  • Das liegt unter anderem daran, dass sie während ihres Berufslebens zu wenig verdient haben
  • Wie hoch muss der Lohn für eine gute Rente sein? Und wann ist man von Altersarmut bedroht?

Nach jahrzehntelanger Arbeit möchten Rentnerinnen und Rentner ihren Ruhestand genießen können. Die Voraussetzung dafür ist eine Rente, die ausreicht, um Lebenshaltungskosten und vielleicht auch die ein oder andere Reise zu finanzieren. Über die Höhe der Rentenbezüge entscheiden viele Faktoren - der entscheidendste ist natürlich der Lohn.

Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) setzt diesen in Relation zum Durchschnittsgehalt aller gesetzlich Versicherten und berechnet daraus die monatliche Rente. Jedes Jahr, dass ein Versicherter oder eine Versicherte einbezahlt, entspricht exakt einem Rentenpunkt - wenn der oder diejenige den Durchschnittsbruttolohn verdient hat. Der liegt 2021 laut DRV bei 3379,25 Euro im Monat. Ein Rentenpunkt ist wiederum aktuell 34,19 Euro im Westen und im Osten 33,47 Euro wert. Je niedriger das Gehalt im Vergleich zum Durchschnitt, desto weniger Rentenpunkte gibt es.

Rente: Das bekommt der Durchschnittsverdiener nach 45 Jahren Arbeit

Als vereinfachtes Berechnungsbeispiel wird gerne die sogenannte Eckrente benutzt. Das ist die Rentenzahlung, die ein Arbeitnehmer oder eine Arbeitnehmerin erhält, der oder die 45 Jahre lang in die Rentenversicherung eingezahlt und exakt den Durchschnittsbruttolohn verdient hat.

Es handelt sich praktisch um einen Modelrentner, der mit keinen Abzügen rechnen muss, weil er weniger als der Durchschnitt verdient hat oder vor Erreichen der Regelaltersgrenze in den Ruhestand gegangen ist. Dadurch bekommt er für jedes seiner 45 Jahre einen Rentenpunkt gut geschrieben. Die Eckrente beträgt 2021 im Westen monatlich also 1538,55 Euro und im Osten 1506,15 Euro - brutto.

Rente: Weniger als 2400 Euro Monatslohn kann Armut bedeuten

Die Eckrente liegt demnach etwa 500 Euro über der Armutsgefährdungsschwelle, die laut Statistischem Bundesamt bei 1074 Euro pro Monat liegt.

Anders sieht das bei den Menschen aus, die in ihren 45 Jahren Arbeitsleben einen monatlichen Durchschnittslohn von rund 2350 Euro brutto oder weniger bekommen haben. Sie würden unter der Armutsgefährdungsschwelle landen.

Knapp werden würde es daher zum Beispiel für Bäcker und Bäckerinnen zu. Sie verdienen laut der letzten großen Erhebung des Statistischen Bundesamts von 2018 durchschnittlich 2383 Euro brutto bei 40 Stunden Arbeitszeit in der Woche. Nach 45 Jahren bekämen sie damit eine monatliche Rente von 1084 Euro im Westen und 1062 Euro im Osten.

Friseure und Friseurinnen aus Nordrhein-Westfalen bekommen für 40 Stunden in der Woche am Ende des Monats im Schnitt sogar nur 1750 Euro brutto. Zahlt man davon 45 Jahre in die Rentenversicherung ein, ergibt sich daraus eine monatliche Rente von 797 Euro im Westen und 780 Euro im Osten.

Monatsgehalt in Brutto Monatsrente nach 45 Jahren West Monatsrente nach 45 Jahren Ost
1500 683 669
1750 797 780
2000 911 891
2250 1024 1002
2500 1138 1114
2750 1252 1227
3000 1366 1337
3250 1480 1449
3500 1594 1560
3750 1707 1671
4000 1821 1783
5000 2276 2229

SPD, FDP und Grüne sondieren Rentenreform

Für zukünftige Renterinnen und Rentner könnte sich bis zum Renteneintritt allerdings noch so manches ändern. Denn eines der Hauptziele einer möglichen Ampelkoalition könnte die Erneuerung des Rentensystems sein.

Und auch der Mindestlohn soll nach dem Willen von SPD, Grünen und FDP auf zwölf Euro steigen - womit zwar nicht allen, aber zumindest Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in prekären Verhältnissen geholfen wäre. Weiterlesen: Warum die Ampel-Sondierer kurz vor dem Ziel stehen

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