Bodenstedt. Die Ortsfreunde erzählen im Kuhstall lebendig über einen besonderen Brauch der Junggesellschaft, der allen Generationen Freude macht.

Die Ortsfreunde Bodenstedt präsentierten im Kuhstall der ZeitRäume in Bodenstedt das Thema „70 Jahre Fastnacht in Bodenstedt“. Seit 70 Jahren zieht die Junggesellschaft Bodenstedt zur Fastnachtszeit mit einem selbst gebauten Gefährt durch Bodenstedt. Für Kinder gibt es Kamelle, für die Mütter Glühwein, so die Mitteilung. Doch woher kommt dieser Brauch?

Neben den kirchlichen Festen

Die Organisatoren erklären: Neben den kirchlichen Festen und denen der Bauernschaft gab es immer ausgiebige Feiern der Jungen Leute/Jungen Gesellschaft – so am Fasslabend. Das Wort leitet sich von „fiseln/faseln“ ab und meint „fruchtbar sein“. Zu Fastnacht zog ein in Stroh gehüllter junger Mann, der Stroh- oder Erbsbär, mit einem Gefolge von ebenfalls vermummten Gestalten unter Begleitung von Musikanten von Haus zu Haus, um Geld, Eier und Wurst für die abendliche Zusammenkunft zu sammeln. Dazu baut die Junggesellschaft zur Freude der Kinder, aber auch der Erwachsenen seit jeher ein buntes Gefährt.

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Der „Strohbär“ wird als Gestalt des Winters gedeutet, der ausgetrieben werden soll. Die Fasslabendfeier hat einen festen Ritus, dessen Formen dem Handwerk und dem Studententum, aber auch der Aufnahme in den Kreis der Knechte entlehnt sind. Neulinge wurden jeher unter Ablegung von „Mutproben“ aufgenommen. So auch in Bodenstedt. Dabei ist immer wieder das Leeren eines großen Schnaps- oder Bierglases in einem Zug genannt. Auch wird mit einer großen hölzernen Imitation eines Rasiermessers der Bart „abgenommen“. Der dafür nötige Rasierschaum wird eigens angesetzt und hat eine besondere Schärfe.

Früher war es üblich, dass am Tag darauf ein Tanzvergnügen mit den Mädchen des Dorfes stattfand.