Valencia. Bei einem Großbrand in Spanien starben in der Nacht mindestens vier Menschen. Zwei konnte die Feuerwehr in letzter Sekunde retten.

Bei dem Großbrand in einer Hochhausanlage mit Dutzenden Wohnungen in der spanischen Küstenmetropole Valencia sind nach Behördenangaben mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Die Regionalzeitung „Levante“ berichtete zudem von 20 Vermissten.

Diese Zahl wurde vom stellvertretenden Notfalldirektor der Regionalregierung, Jorge Suarez, in der Nacht zu Freitag nicht bestätigt: Feuerwehrleute könnten das Gebäude aus Sicherheitsgründen noch nicht betreten, betonte er. Vorher müsse die weitgehend ausgebrannte Struktur von außen weiter gekühlt werden. Die vier Todesopfer wurden laut Medienberichten mithilfe von Drohnen entdeckt. Insgesamt 14 Menschen, darunter sechs Feuerwehrleute, wurden mit Verbrennungen oder Rauchgasvergiftungen in Krankenhäuser gebracht.

Die Brandkatastrophe bestürzte das ganze Land. TV-Sender berichteten live in Sondersendungen und die Regierung sagte den Opfern rasche Hilfe zu. Die Ursache des Feuers, das am späten Donnerstagnachmittag begonnen hatte, war auch am Freitagmorgen weiter unklar.

Ein Feuerwehrauto und ein Polizeiauto stehen vor einem brennenden Hochhaus. Nach Angaben des Rettungsdienstes brach das Feuer in einer Wohnung im vierten Stock aus und breitete sich rasend schnell aus.
Ein Feuerwehrauto und ein Polizeiauto stehen vor einem brennenden Hochhaus. Nach Angaben des Rettungsdienstes brach das Feuer in einer Wohnung im vierten Stock aus und breitete sich rasend schnell aus. © DPA Images | Alberto Saiz

Großbrand in Spanien: Feuer im Hochhaus breitet sich über Fassade aus

Die erst vor wenigen Jahren fertiggestellte Hochhausanlage mit mehreren Blöcken und 138 Wohnungen auf bis zu 15 Stockwerken stand in kürzester Zeit komplett in Flammen. Zeitweise glich sie einer riesigen Fackel, darüber eine riesige schwarze Qualmwolke. Das Feuer sei in einer Wohnung in einem der unteren Stockwerke ausgebrochen und habe sich über die Fassade aus brennbaren Materialien auch wegen starker Winde rasant ausgebreitet, erklärten Experten in spanischen Medien. Anwohner berichteten, in dem Stadtteil habe es intensiv nach verbranntem Gummi gerochen.

Im Fernsehen war zu sehen, wie die Fassade des Gebäudes vom Erdgeschoss bis zum Flachdach lichterloh brannte. Ein Experte sagte im Fernsehen, die Fassade habe aus Aluminiumpaneelen bestanden, unter denen eine Schicht aus Dämmstoff angebracht war. Brennende Fassadenteile lösten sich vom Gebäude und stürzten in die Tiefe, wo sie auch am Boden weiter brannten.

Das Hochhaus stand in kürzester Zeit in Flammen.
Das Hochhaus stand in kürzester Zeit in Flammen. © DPA Images | Eduardo Manzana

Das Unglück in Valencia weckt düstere Erinnerungen an die Grenfell-Brandkatastrophe in London im Juni 2017. Bei dem Hochhausbrand im Stadtteil Kensington waren 72 Menschen ums Leben gekommen. Das Feuer war in einem der unteren Stockwerke ausgebrochen und hatte sich ebenfalls rasend schnell über die Fassadendämmung des Sozialbaus ausgebreitet. Die Feuerwehr riet den Menschen damals zunächst, in dem brennenden Gebäude zu bleiben und auf Hilfe zu warten. Für viele wurden ihre Wohnungen zur Todesfalle.

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Spanien: Feuerwehr bringt Bewohner in Sicherheit – Applaus für Rettungsaktion

Zwei Personen, die bei dem Brand in Valencia von einem Balkon aus um Hilfe riefen, konnten von der Feuerwehr mit einer Drehleiter samt Rettungskorb gerade noch in Sicherheit gebracht werden, wie auf Bildern des Fernsehens zu sehen war. Um sie herum brannten die Wohnungen schon lichterloh und die Feuerwehr musste den Gebäudeteil mit Löschwasser kühlen. Aus dem Haus geflüchtete Bewohner bedachten die Rettungsaktion mit Applaus. Löschmannschaften waren im Einsatz. Die Löscharbeiten dauerten in der Nacht zum Freitag an.

Zwei Bewohner des Hochhauses hatten sich auf den Balkon gerettet.
Zwei Bewohner des Hochhauses hatten sich auf den Balkon gerettet. © AFP | JOSE JORDAN

Die Behörden ließen vorsorglich ein Feldlazarett in der Nähe des Unglücksorts aufbauen. Zudem wurden Soldaten der militärischen Nothilfe-Einheit UME zum Kampf gegen die Flammen angefordert, wie der staatliche TV-Sender RTVE berichtete. Die UME wird sonst bei großen Waldbränden eingesetzt. (fmg/dpa)