Berlin/Wuppertal. Nach einem Messerangriff gibt es Verletzte an einem Gymnasium in Wuppertal. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort.

Nach einer Attacke auf Schüler an einem Gymnasium in Wuppertal (Nordrhein-Westfalen) gehen Ermittler inzwischen von einer Amoktat aus. Das sagte ein Polizeisprecher am Donnerstagabend. Polizei und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. Laut der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“, die wie diese Redaktion zur FUNKE Mediengruppe gehört, handelt es sich um das Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium im Stadtteil Elberfeld.

Besorgte Eltern eilten zum Gelände der Schule und nahmen ihre Kinder in Empfang.
Besorgte Eltern eilten zum Gelände der Schule und nahmen ihre Kinder in Empfang. © DPA Images | Roberto Pfeil

Die Polizei bestätigte am Vormittag, einen Verdächtigen festgenommen zu haben. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) teilte im Innenausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags mit, dass es sich dabei um einen 17-jährigen Schüler des Gymnasiums handele.

Der Tatverdächtige selbst und zwei Mitschüler lagen danach schwer verletzt auf Intensivstationen, wie ein Sprecher der Wuppertaler Staatsanwaltschaft berichtete. Die Düsseldorfer Polizei sprach von insgesamt vier Verletzten, ohne auf die Schwere der Verletzungen näher einzugehen.

Der Angreifer selbst sei lebensgefährlich verletzt. Herbert Reul sagte im Innenausschuss weiter, es sei von einem Einzeltäter auszugehen. Unter Vorbehalt sei Reul mündlich berichtet worden, dass sich der 17-Jährige die Verletzungen selbst zugefügt habe.

Messerangriff: Tatverdächtiger soll vorher nicht auffällig gewesen sein

Vermummte Spezialkräfte mit Tarnanzügen und Maschinengewehren sicherten den Vormittag über das Gebäude. Viele Schüler wurden anschließend psychologisch betreut und befragt, Augenzeugen wurden in einer benachbarten Sparkasse separat untergebracht.

Spezialkräfte in Uniform waren den ganzen Vormittag in und um die Schule herum im Einsatz.
Spezialkräfte in Uniform waren den ganzen Vormittag in und um die Schule herum im Einsatz. © DPA Images | -

Erste Zeugenberichte legen nahe, dass der Tatverdächtige nie zuvor aufgefallen und ein ganz normaler Junge gewesen sei. Er könnte die Tat allerdings länger geplant haben, da er nach dem Angriff so etwas wie „Endlich hab ich‘s gemacht!“ gerufen haben soll. Die Polizei nannte auf Anfrage der WAZ noch keine weiteren Details zum mutmaßlichen Täter. Das Areal rund um die Schule wurde weiträumig abgesperrt, wie die Polizei mitteilte. Der Einsatz lief seit 9.50 Uhr am Donnerstagmorgen. Das Gymnasium hat nach eigenen Angaben etwa 800 Schüler und 75 Lehrer.

Viele Schüler erlebten dramatische Minuten und waren mitgenommen von dem Geschehen. Sie wurden von ihren Eltern abgeholt, die Polizei hatte dafür eine Anlaufstelle eingerichtet. Ein Schüler erzählte der Deutschen Presse-Agentur, dass ein Freund von ihm zwei ältere Schüler blutend die Treppe habe herunterlaufen sehen. „Ich dachte: Vielleicht haben die sich geprügelt“, erinnerte er sich. Dann seien sie aber per Durchsage aufgefordert worden, in die Klassenzimmer zu gehen und die Räume abzuschließen. „Wir haben dann noch die Tische vor die Tür geschoben und uns hinten auf den Boden gesetzt“, sagte er. „Wir haben große Angst gehabt.“

Andere Schüler berichteten Ähnliches. „Wir hatten Englisch-Unterricht, dann kam eine Durchsage, dass mehrere Schüler verletzt worden seien und die Sanitäter in den Sani-Raum kommen sollen“, sagte eine elfjährige Schülerin. Als sie verbarrikadiert in ihrem Klassenraum gewartet hätten, habe jemand die Klinke gedrückt und an der Tür gekratzt.