Corona-Pandemie

Neuinfektionen und R-Wert – RKI meldet neue Fallzahlen

Berlin.  Zur Beurteilung der Corona-Lage sind die RKI-Fallzahlen ein wichtiger Indikator. Hier finden Sie alle wichtigen Zahlen im Überblick.

Was ist ein Corona-Risikogebiet?

Die Bundesregierung prüft fortlaufend, inwieweit Gebiete als Risikogebiete einzustufen sind. Wer sich in einem solchen Gebiet aufhält und nach Deutschland einreist, muss sich auf bestimmte Pflichten einstellen.

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  • Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet täglich aktuelle Corona-Fallzahlen für Deutschland: Wie entwickeln sie sich? Und wie hoch liegt die aktuelle Reproduktionszahl?
  • Am Montag meldete das RKI 1192 Neuinfektionen binnen 24 Stunden
  • 2507 neue Fälle im Vergleich zum Vortag wurden am Samstag gemeldet – Höchstwert seit Ende April

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland bis zum Montag 1192 Corona Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet, am Vortag waren es 1411 neue Infektionen. Am vergangenen Wochenende lag der Wert so hoch wie seit Ende April nicht mehr: 2507 neue Corona-Infektionen registrierte das Robert Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden bis zum Samstag.

An Sonntagen wie auch an Montagen sind die gemeldeten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Intensivmediziner rechnen mit Anstieg der Corona-Todesfälle

Intensivmediziner rechnen damit, dass die Zahl der Corona-Toten in Deutschland weiter wächst. „Die Totenzahlen werden in den kommenden Wochen weiter steigen“, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Uwe Janssens, unserer Redaktion. Die aktuell steigende Zahl der Covid 19-Toten spiegele zeitversetzt das anwachsende Infektionsgeschehen der vergangenen Wochen wider.

Von der Erstinfektion bis zu einer schweren Erkrankung dauere es in der Regel zehn bis 14 Tage, die durchschnittliche Zeit auf der Intensivstation betrage 21 bis 24 Tage. Daraus folge, dass sich viele Menschen, die jetzt sterben, vor mehr als fünf Wochen angesteckt hätten.

Corona-Fallzahlen des RKI im Überblick

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich laut Robert Koch-Institut (RKI) mindestens 285.332 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI meldete (Datenstand 28. September). Lesen Sie hier: Alle wichtigen Nachrichten: die Corona-News im Ticker

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag nach RKI-Angaben bei 9460.

Was ist die Reproduktionszahl und wie hoch ist sie aktuell?

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, liegt derzeit bei 1,18 (Vortag: 1,17). Liegt der R-Wert über 1, steckt ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen an. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen ab, das etwa eineinhalb Wochen zurückliegt.

Die Reproduktionszahl ist ein wichtiges Instrument zur Einschätzung der Infektionsrate. Sie gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung mit dem Erreger ansteckt. Liegt der Wert unter eins, verringert sich die Zahl der Neuinfektionen. Liegt er darüber, breitet sich das Virus weiter aus. Hintergrund: So wird die Reproduktionszahl berechnet.

Datum 27. September 27. September
R-Wert 1,18 1,17
7-Tage-R-Wert 0,98 1,02

Was ist der 7-Tage-R-Wert und wie hoch ist er?

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem einen sogenannten Sieben-Tage-R-Wert an. Er besagt, wie viele Menschen eine infizierte Person vor ein bis zwei Wochen durchschnittlich ansteckte und soll so die langfristige Entwicklung der Pandemie abbilden.

Das RKI muss dafür schätzen, wie viele Menschen innerhalb eines Zeitraums von sieben Tagen neu erkrankt sind. Vergleicht man nun zwei solche Zeitfenster im Abstand von vier Tagen – so lange dauert es, bis eine Generation Infizierte die nächste angesteckt hat –, ergibt sich die Reproduktionszahl.

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Das Sieben-Tage-R bezieht sich also auf einen längeren Zeitraum und unterliegt weniger tagesaktuellen Schwankungen, außerdem soll es weniger anfällig auf lokale Ausbrüche reagieren.

Lesen Sie hier: RKI-Fallzahlen – Unterschiede zu den Corona-Daten der Johns-Hopkins-Universität

Was ist die 7-Tage-Inzidenz?

Nicht zu verwechseln mit dem 7-Tage-R ist die 7-Tage-Inzidenz. Sie gibt die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen an und ist ausschlaggebend dafür, ob Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ergriffen werden oder nicht. Lesen Sie hier: Alle wichtigen Corona-Zahlen weltweit und für Deutschland.

Eine Häufung von mehr als 35 Fällen gilt laut einer Vereinbarung zwischen Bund und Ländern als kritisch, spätestens bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche soll ein regionaler Lockdown in Betracht gezogen werden. Die 7-Tage-Inzidenz wurde eingeführt, um aktuelle Hotspots in der Coronavirus-Epidemie identifizieren und mögliche Risiken für die Bevölkerung besser bewerten zu können.

Auch interessant: Wie wahrscheinlich ist ein erneuter Corona-Lockdown?

Coronavirus-Pandemie: RKI-Fallzahlen pro Bundesland

Die Uhrzeit, wann die Bundesländer neue Tagesstände übermitteln, variiert von Land zu Land. Unter Umständen gibt es dabei sogar an einem Tag mehrere Schwankungen.

Für die einzelnen Bundesländer übermittelte das RKI die folgenden Zahlen (nachgewiesene und gemeldete Infektionen, Datenstand 28. September):

  • Nordrhein-Westfalen: 68.720 (+325)
  • Bayern: 67.356 (+101)
  • Baden-Württemberg: 48.900 (+433)
  • Niedersachsen: 19.772 (+0)
  • Hessen: 18.644 (+37)
  • Berlin: 14.196 (+83)
  • Rheinland-Pfalz: 10.554 (+71)
  • Hamburg: 7690 (+52)
  • Sachsen: 7122 (+27)
  • Schleswig-Holstein: 4686 (+15)
  • Brandenburg: 4217 (+2)
  • Thüringen: 4054 (+5)
  • Saarland: 3295 (+0)
  • Sachsen-Anhalt: 2603 (+34)
  • Bremen: 2.72 (+6)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 1.151 (+0)

Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und das Saarland haben am Sonntag keine Fallzahlen an das RKI übermittelt

Weitere Informationen zur Corona-Krise:

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