Wolfsburg. Europawahl in Wolfsburg: Die CDU holt wie 2019 die meisten Stimmen. Die Grünen stürzen ab, die AfD steigert sich deutlich. Die Ergebnisse.

Eine beklommene Stimmung herrschte am Sonntagabend in der Bürgerhalle. Die Präsentation der Wolfsburger Wahlergebnisse der Europawahl 2024 hatte noch gar nicht begonnen. Aber die ersten Prognosen für den Bund prophezeiten einen Absturz der Grünen, erneute Verluste für die SPD und eine AfD im Aufwind.

Wolfsburgs Oberbürgermeister Dennis Weilmann (CDU, rechts) diskutierte in der Bürgerhalle des Wolfsburger Rathauses die Ergebnisse der Europawahl mit den SPD-Mitgliedern (von links) Hans Georg Bachmann, Kerstin Struth, Susanne Brüsch, Immacolata Glosemeyer und Ralf Krüger.
Wolfsburgs Oberbürgermeister Dennis Weilmann (CDU, rechts) diskutierte in der Bürgerhalle des Wolfsburger Rathauses die Ergebnisse der Europawahl mit den SPD-Mitgliedern (von links) Hans Georg Bachmann, Kerstin Struth, Susanne Brüsch, Immacolata Glosemeyer und Ralf Krüger. © regios24 | Lars Landmann

CDU bleibt bei Europawahl in Wolfsburg stärkste Kraft

So kam es auch in Wolfsburg. Klarer Sieger der Europawahl ist hier die CDU mit 29,1 Prozent, die damit ihren Wahlsieg von 2019 bestätigen konnte. Die SPD kommt nur noch auf 21,7 Prozent, die AfD legte auf 15,7 Prozent zu, die Grünen fielen auf 9,7 Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) holte aus dem Stand 5,1 Prozent, die FDP liegt bei 5,5 Prozent.

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Die CDU, die 2019 noch 8,6 Prozentpunkte verloren hatte, konnte sich stabilisieren. Sie hält sich in der Gunst der Wolfsburger Wähler nun konstant: Gegenüber der letzten Europawahl legte sie 0,1 Prozentpunkte zu. Der CDU-Kreisvorsitzende Christoph-Michael Molnar und andere Wolfsburger Christdemokraten verbrachten den Wahlabend nicht im Rathaus, sondern mit der CDU-Europaabgeordneten Lena Düpont in Gifhorn.

Die Ergebnisse der Europawahl 2024 in Wolfsburg.
Die Ergebnisse der Europawahl 2024 in Wolfsburg. © FMN | Jürgen Runo

SPD gibt bei Europawahl 2024 in Wolfsburg erneut nach

Schlechter als für die CDU lief es für die SPD, die bereits 2019 um 10,5 Prozentpunkte abgestürzt war und in Wolfsburg am Wahlsonntag weitere 2,4 Prozentpunkte verlor. Die Landtagsabgeordnete, Ratsfrau und ehemalige SPD-Unterbezirksvorsitzende Immacolata Glosemeyer machte im Rathaus im EU-T-Shirt das „Hü und Hott“ der Ampelkoalition für das miserable Gesamtergebnis verantwortlich. „Entscheidungen müssen gut erklärt und dann auch umgesetzt werden“, sagte sie.

Der Ratsfraktionsvorsitzende Frank Richter war gegen 18.30 Uhr der einzige Grüne in der Bürgerhalle. Er sieht die Grünen nach dem Höhenflug auf 17,9 Prozent bei der letzten Europawahl und dem Verlust von 8,2 Prozentpunkten jetzt wieder auf dem Stand von zuvor. „Nicht schön“, sagte er, aber: „Die Stammwähler sind uns treu geblieben.“ Gründe für den Absturz fand Richter in einer schlechten Kommunikation der Ampel-Politik, einem weniger ausgeprägten Interesse an Umweltthemen, Unzufriedenheit mit der Zuwanderung und medialem Gegenwind, hinter dem seiner Meinung nach ökonomische Interessen stecken. „Die Wirtschaft will keine Regularien, die sie begrenzen.“

Zählten die Stimmen bei der Europawahl 2024 im Wolfsburger Rathaus B aus: Die Wahlhelfer Elena Mitschenko (von links), Elke Schönbeck, Maik Lemmert, Mirnes Bukvic, Benjamin Souibi und Tomasz Babiuch.
Zählten die Stimmen bei der Europawahl 2024 im Wolfsburger Rathaus B aus: Die Wahlhelfer Elena Mitschenko (von links), Elke Schönbeck, Maik Lemmert, Mirnes Bukvic, Benjamin Souibi und Tomasz Babiuch. © regios24 | Lars Landmann

AfD rückt in Wolfsburg auf Platz 3 vor – Grüne stürzen bei Europawahl ab

Sehr zufrieden zeigte sich schon früh am Wahlabend der AfD-Kreisvorsitzende und Fraktionsvorsitzende Thomas Schlick. Zwischenzeitlich stand die AfD in den Auszählungen bei 17,1 Prozent. „Perfekt“, meinte er, nachdem er ein Handy-Foto von den Balkendiagrammen gemacht hatte. Das Endergebnis fiel dann etwas schwächer aus, gegenüber 2019 hat die AfD aber immer noch 5,5 Prozentpunkte zugelegt – drittstärkste Partei in Wolfsburg. Auch Schlick fand die Ursache für diesen Erfolg im Bund: „Die Leute sind unzufrieden mit der Ampelregierung. Die Leute wollen einen konservativeren Kurs. Schöne Sache!“

Nur wenige Zuschauer hatten sich in der Bürgerhalle des Wolfsburger Rathauses eingefunden, um die Ergebnis-Verkündung zu verfolgen.
Nur wenige Zuschauer hatten sich in der Bürgerhalle des Wolfsburger Rathauses eingefunden, um die Ergebnis-Verkündung zu verfolgen. © FMN | Stephanie Giesecke

Die FDP gewann bei der Europawahl 0,5 Prozentpunkte hinzu. „Die Linke“, 2019 noch bei 3,6 Prozent, verlor 1,9 Prozentpunkte – vermutlich auch an das Bündnis Sahra Wagenknecht – und landete bei 1,7 Prozent. Hinter Volt (2,1 Prozent) und „Die Partei“ (1,8 Prozent). Die Tierschutzpartei kam in Wolfsburg auf 1,5 Prozent.

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Hohe Wahlbeteiligung in Wolfsburg für eine Europawahl

Wahlberechtigt waren in Wolfsburg insgesamt 87.768 Menschen. Erstmals durften bei einer Europawahl in Deutschland bereits die 16- und 17-Jährigen wählen. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,2 Prozent und damit noch höher als vor fünf Jahren, als 56,5 Prozent der Wahlberechtigten in Wolfsburg an die Wahlurnen strömten. 2014 hatten lediglich 41,3 Prozent der Wahlberechtigten an der Europawahl teilgenommen, bei den beiden Europawahlen davor lag die Wahlbeteiligung sogar unter 40 Prozent.

Lars M. Vollmering, Leiter der städtischen Kommunikation, präsentierte in der spärlich besuchten Bürgerhalle des Wolfsburger Rathauses die Ergebnisse der Europawahl 2024. 
Lars M. Vollmering, Leiter der städtischen Kommunikation, präsentierte in der spärlich besuchten Bürgerhalle des Wolfsburger Rathauses die Ergebnisse der Europawahl 2024.  © regios24 | Lars Landmann

Auch wenn Oberbürgermeister Dennis Weilmann das amtliche Endergebnis der Europawahl in Wolfsburg um 20.10 Uhr in einer fast leeren Bürgerhalle verkündete, deutet die hohe Wahlbeteiligung doch auf ein steigendes Interesse der Bürger an Politik hin. Weilmann dankte am Ende des Wahlsonntags allen, die an diesem Tag und im Vorfeld einen reibungslosen und ordnungsgemäßen Ablauf der Europawahl ermöglicht hatten. „Mein ganz besonderer Dank gilt den über 1000 ehrenamtlichen Wahlhelferinnen und Wahlhelfern für ihr besonderes Engagement“, sagte er.

Detaillierte Ergebnisse der Europawahl – wie Auszählungsergebnisse aus den Stadtteilen und einzelnen Wahlbezirken – finden sich online unter wahlen.wolfsburg.de/e24.

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