Wolfsburg/Stuttgart. In kürzester Zeit ist aus dem fülligen Volkswagen-Patriarchen ein gertenschlanker Mann geworden. Was steckt dahinter?

Dieses Foto wirft Fragen auf. Zu sehen sind darauf Volkswagen-Vorstandschef Oliver Blume und Wolfgang Porsche. Doch einer von beiden ist kaum wiederzuerkennen.

Porsche hat sich im hohen Alter neu verliebt

Die Volkswagen-Tochter Porsche, deren Vorsitz Blume ebenfalls innehat, hat gerade ihre virtuelle Hauptversammlung abgehalten. Porsche, der als Vertreter des Mehrheitsaktionärs auch im Volkswagen-Aufsichtrsrat sitzt, ist Vorsitzender dieses Gremiums bei der Porsche AG und der Porsche Automobilholding SE. Den 81-Jährigen kannte man bislang eher als jovialen Typ mit rundlichen Proportionen. Und jetzt das: Porsche wirkt neben Blume geradezu abgemagert und asketisch.  Eine Erklärung für diese Verwandlung gibt es naturgemäß nicht. Von einer ernsthaften Erkrankung des Familienpatriarchen weiß man ebenfalls nichts.

Zum Vergleich: Früher war Wolfgang Porsche deutlich fülliger.
Zum Vergleich: Früher war Wolfgang Porsche deutlich fülliger. © picture alliance / dpa | Bernd von Jutrczenka

Porsche, der Sohn von Ferry Porsche und damit Enkel von Ferdinand Porsche, hat im hohen Alter eine neue Liebe gefunden. Seit 2019 war er mit Claudia Porsche, ehemalige Staatsrätin und Professorin für Zivil- und Strafrecht, verheiratet, mit der er seit 2007 öffentlich auftrat. 2023 reichte er die Scheidungsklage ein. Seit 2022 ist er mit Gabriele Prinzessin zu Leiningen liiert. Porsche war insgesamt drei Mal verheiratet. Er galt früher als der charakterliche Gegenentwurf zum ehrgeizigen und knallharten Ferdinand Piech. Beide repräsentierten die Familienzweige der Porsches und Piechs.

Die Geschäftszahlen können Porsche nicht auf den Magen geschlagen sein

Die Geschäftszahlen von Porsche können dem Aufsichtsratschef nicht auf den Magen geschlagen sein. Vorstandsvorsitzender Oliver Blume äußert sich vor den Aktionären zufrieden: „Porsche hat 2023 überzeugt und alle ambitionierten Prognosen erfüllt. Wir sind finanziell robust aufgestellt und auch in unsicheren Zeiten hochprofitabel. Gleichzeitig haben wir unseren Absatz in den Weltregionen noch besser ausbalanciert.“

Sein Ausblick für das Jahr 2024 und darüber hinaus ist ehrgeizig und optimistisch zugleich: „2024 ist für Porsche ein Produktjahr mit der größten Modelloffensive der Unternehmensgeschichte. In den vergangenen Monaten haben wir in fünf Baureihen neue Modelle eingeführt. Damit verfügen wir ab diesem Jahr über die stärkste Produktpalette der Porsche-Historie.“ Blume verdeutlicht den Aktionären aber auch: „So viele Anläufe in so kurzer Zeit sind eine komplexe Aufgabe, die das Unternehmen fordert. Aktuell holen wir kräftig Schwung, um 2025 wieder voll durchzustarten. Wir schaffen heute die Grundlage für unsere Gewinne von morgen – und für die künftige Dividende.“

Im Einklang mit der Dividenden-Politik schlugen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2023 eine Dividenden-Auszahlung von rund 2,1 Milliarden Euro vor. Das entspricht knapp 41 Prozent des Konzernergebnisses nach Steuern und 2,30 Euro je Stammaktie sowie 2,31 Euro je Vorzugsaktie. Mittelfristig plant Porsche, seinen Aktionären etwa 50 Prozent des Konzernergebnisses nach Steuern auszuschütten.

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