Nordsteimke. In den vergangenen Tagen gab es zwei Rehwild-Risse. Ortsbürgermeister erinnert Hundebesitzer an Leinenpflicht und warnt Weidetierhalter.

Der Wolf polarisiert, emotionalisiert. Allen, die bislang an der Existenz des Wolfs in Wolfsburg gezweifelt hätten, könne nun der abschließende Beweis vorgelegt werden, sagen Philipp Kasten und Harald Hoppe aus Nordsteimke. Am Montagmorgen war ein Wolf an der Flachsrotte (siehe Skizze) nahe Nordsteimke in eine Wildkamera getappt. Gegen 6 Uhr in der Früh.

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Philipp Kasten (Ortsbürgermeister von Nordsteimke und Barnstorf) berichtet zudem von zwei Rehwildrissen in den vergangenen 14 Tagen. Zudem hat der Waldhofer nahe seines Grundstückes Wolfsspuren dokumentiert. „Es geht jetzt darum, die Menschen, nicht zuletzt die Hundebesitzer, zu sensibilisieren. Viele lassen ihre Hunde, trotz aktueller Leinenpflicht, frei durch die Feldmark laufen.“ Außerdem könnten Weidetiere auf der Flucht vor dem Wolf ausbrechen, in Panik auf die Straße laufen.

An dieser Stelle tappte der Wolf am 3. Juni morgens in der Früh in die Wildkamera.
An dieser Stelle tappte der Wolf am 3. Juni morgens in der Früh in die Wildkamera. © FMN | Jürgen Runo

Wolfssichtung in Wolfsburg: 24 Stunden später war die Bestätigung da

Die Aufnahme aus der Wildtierkamera, die am 3. Juni gemacht worden sei, sei sofort zur Landesjägerschaft geschickt worden. „Innerhalb von 24 Stunden war die Bestätigung da“, schildert Harald Hoppe, stellvertretender Ortsbürgermeister und wie Kasten Landwirt.

Die jüngsten Rehwildrisse seien ebenfalls umgehend vom Kreisjägermeister „beprobt“ worden. Die Landesjägerschaft ist bei Wildtierrissen die zuständige Institution. Sie ist vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt damit betraut worden. Bei Weidetierrissen ist das Landwirtschaftministerium die zuständige Behörde. Die ersten Risse von Schafen hatte es vor einigen Jahren in Velstove gegeben. Weidetierhalter in Wolfsburg versuchen seither, ihre Tiere mit Wolfszäunen zu schützen.

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Kasten und Hoppe unterstreichen, dass es nicht um Panikmache gehe, sondern um Information und Sensibilisierung. Seit dem ersten Auftauchen von Wolfsnachweisen, zuletzt durch einen Landwirt bei Heiligendorf, der vom Trecker herunter bei Feldarbeiten einen Wolf fotografieren konnte, fordern die Landwirte allerdings eine klare Positionierung der Stadt beim Thema Wolf ein. „Wir brauchen da einen ständigen Dialog“, betont Ortsbürgermeister Kasten. „Die Sorgen der Menschen, nicht zuletzt der Weidetierhalter, müssen gehört werden.“

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Einer der jüngsten Rehwildrisse hatte nahe des Biotops zwischen Hasselbachtal und Nordsteimke stattgefunden. Der zweite in Waldhof am Hasselbach, ein paar Hundert Meter entfernt vom Baugebiet Scharenhoop. Das offizielle Ergebnis der Beprobung der Risse steht wie gesagt noch aus. Anders als bei der Aufnahme der Wildkamera vom vergangenen Montag, die wie Harald Hoppe berichtet, vom Wolfsmonitoring der Landesjägerschaft als „C1 – also eindeutiger Nachweis“ eingestuft wurde.

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