Wolfsburg. Die Hochhaus-Baustelle in der Mozartstraße in Fallersleben ist seit Monaten verwaist. VW Immobilien äußert sich zu den Gründen.

Schon seit Februar ist das markante Hochhaus in Fallersleben mit rot-weißem Flatterband dekoriert: Die Plastikstreifen in den Türen und Fenstern des entkernten Rohbaus in Wolfsburg sollen als Vogelschutz dienen. Eigentlich sollte es auf der Großbaustelle in der Mozartstraße längst weiter gehen mit der Sanierung, doch das Gelände ist verwaist. Was ist da los? VW Immobilien erklärt die Gründe.

„Mozartbogen“ – diesen neuen Namen hat Volkswagen Immobilien dem Bauprojekt in der Fallersleber Oststadt gegeben, das nach der Totalsanierung wieder knapp 90 Mietwohnungen bieten soll. Ende Februar überraschte das Wohnungsbauunternehmen mit der Nachricht, dass der Komplex in der Mozartstraße 15/16 erst einmal Maßnahmen zur am 1. März beginnenden Brut- und Setzzeit und damit zum Vogel- und Artenschutz verpasst bekam.

Auf der Gartenseite (Bild) und auf der Straßenseite des Hochhaus-Rohbaus in der Fallersleber Oststadt sind die Öffnungen für Fenster und Türen mit Flatterband verhängt.
Auf der Gartenseite (Bild) und auf der Straßenseite des Hochhaus-Rohbaus in der Fallersleber Oststadt sind die Öffnungen für Fenster und Türen mit Flatterband verhängt. © regios24 | Sebastian Priebe

Flatterbänder an Wolfsburger Hochhaus sollen Vögel abhalten

Um Vögel am Brüten in dem entkernten Betonbau zu hindern, habe man in Absprache mit einer Fachfirma in vorgegebenen räumlichen Abständen Flatterbänder an der Fassade befestigt. Die Maßnahme solle dafür sorgen, dass die Tiere nicht ins Gebäude kommen und im weiteren Verlauf der Bauarbeiten in der Brutzeit gestört werden könnten, hieß es damals. „Bis zum Start der weiteren Bautätigkeiten bleiben diese Bänder an der Fassade sichtbar“, wurde VWI-Projektleiter Sebastian Sojka in der Mitteilung zitiert.

Wie das Unternehmen im Februar weiter informierte, „wird aktuell die Ausschreibung für weitere Baumaßnahmen finalisiert“. Wann diese starten sollten, dazu machte VW Immobilien damals keine Angaben. Im Herbst 2023 hatte es geheißen, dass die Winterpause auf der Baustelle „bis zirka Februar/März 2024 andauern wird“ und man parallel die Ausführungsplanung vorantreibe, die sich in der Ausschreibungsphase befinde.

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Diese dauert nun länger als damals erwartet. „Die Ausschreibungen für das umfassende Modernisierungsprojekt Mozartbogen stellen sich aufgrund der Komplexität der baulichen Maßnahmen und der darauf basierenden Angebote von Fachfirmen als sehr herausfordernd und zeitintensiv dar“, teilte VWI-Pressesprecher Tobias Fruh auf Anfrage mit. „Dennoch sind wir hier kurz vor der finalen Entscheidung, so dass wir von einer Beauftragung und einem Baustart im Juli/August ausgehen. Wir kalkulieren eine Bauzeit von rund zwei Jahren, so dass wir mit einer Fertigstellung im Sommer 2026 rechnen.“

Zu den Herausforderungen bei den Ausschreibungen erläuterte Fruh, dass es wie bei anderen Bauprojekten vorkomme, dass keine ausreichenden oder keine wirtschaftlichen Angebote abgegeben werden. „Außerdem sind wir immer bestrebt, mit regionalen Betrieben zusammenzuarbeiten.“ Das mache Prozessschritte sehr aufwändig, wenn beispielsweise neu ausgeschrieben werden müsse. „Und wir müssen uns dem Marktgeschehen unterordnen. Die Multi-Krisen haben immer noch Auswirkungen.“ Der Sprecher betonte zudem, dass man ja auf Neubau-Niveau modernisiere. Und: „Wir wollen bezahlbare Mieten anbieten.“ Zu deren Höhe es derzeit aber noch keine Informationen gibt.

„Wir kalkulieren eine Bauzeit von rund zwei Jahren, so dass wir mit einer Fertigstellung im Sommer 2026 rechnen.“

Tobias Fruh, Pressesprecher von Volkswagen Immobilien

VW Immobilien hat schon Vormerkungen für Fallersleber Mietwohnungen

Als Folge der längeren Ausschreibungsphase verzögern sich der nächste Bauabschnitt des aufwändigen Sanierungsprojekts und die Fertigstellung also um mindestens ein halbes Jahr. Denn im September 2023 war VWI noch davon ausgegangen, dass der geplante Fertigstellungstermin bis Ende 2025 eingehalten werden könne. Und zwar trotz des zeitweiligen Baustopps für Teile der Baustelle, den das Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig nach dem Absturz von Dachteilen im Juni 2023 verhängt hatte. Der Zwischenfall am Komplex aus den 1960er Jahren habe das Projekt aber lediglich für rund zwei Wochen aufgehalten, erklärte der Pressesprecher damals.

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Jedenfalls ist die Attraktivität des Gebäudes mit acht Wohngeschossen ungebrochen; vor einem halben Jahr gab es nach Angaben von VWI bereits 50 Vormerkungen von Interessenten. „Das Interesse und die Nachfrage nach barrierearmem und modernen Wohnraum in dieser Lage ist grundsätzlich sehr hoch“, berichtete Sprecher Fruh nun. „Wir haben entsprechend auch Vormerkungen für die Wohnungen im Mozartbogen: Mehr als 90 Interessentinnen und Interessenten haben sich über unsere Webseite bei uns registriert.“ Aktuell gehe man von einem Vertriebsstart im zweiten Halbjahr 2025 oder Anfang 2026 aus.

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