Wolfsburg. Die EU und die Kommunen bewerten regelmäßig die Wasserqualität in den Badeseen in und um Wolfsburg. So steht es um Allersee & Co.

Gute Nachrichten kommen zu Beginn der Freibadesaison von der Europäischen Umweltagentur (EEA). Laut ihrem neuesten Badegewässerbericht haben 85 Prozent der Badegewässer in Europa eine ausgezeichnete Qualität. Diese Bewertung erhielten auch viele beliebte Badeseen in Wolfsburg und der Region.

Regelmäßige Untersuchungen der Wasserqualität nehmen außerdem die Kommunen vor. Wir haben uns die jüngsten Proben-Ergebnisse für Allersee, Tankumsee und Co. einmal angeschaut.

Allersee in Wolfsburg

Erfrischend: ein Bad im Wolfsburger Allersee. Im Hintergrund der Kolumbianische Pavillon. 
Erfrischend: ein Bad im Wolfsburger Allersee. Im Hintergrund der Kolumbianische Pavillon.  © regios24 | Helge Landmann

Dem Allersee bescheinigt die EU im sechsten Jahr in Folge eine ausgezeichnete Wasserqualität. Diese Bewertung erhielt die Wolfsburger Riviera auch schon 2013 bis 2015. Nur 2016 und 2017 fiel die Einstufung mit einem „Gut“ etwas schlechter aus.

Der 1969 ausgehobene und 1987 vertiefte, mitten in Wolfsburg gelegene Allersee ist 29 Hektar groß. Baden kann man nicht nur am Nordufer mit dem schönen Sandstrand, der Promenade und dem Kolumbianischen Pavillon, sondern auch am Südufer, wo mehrere Wassersportvereine ihr zu Hause haben. Am Hochseilgarten am Westufer können Badegäste SUP-Bretter ausleihen. Gleich nebenan lockt der Kinderspielplatz Bodenlos.

Bei der aktuellsten Wasserprobe am 21. Mai wurden hinsichtlich der Wasserqualität keine Auffälligkeiten festgestellt. Die Wassertemperatur lag bei 20 Grad, die Sichttiefe bei mehr als zwei Metern. Probleme mit Blaualgen gab es in den vergangenen Jahren nicht. Eine rötliche Verfärbung des Wassers im Sommer 2023 erwies sich als Fehlalarm: Verursacht wurde sie durch harmlose Schwefelpurpurbakterien.

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Tankumsee in Isenbüttel

Am Tankumsee in Isenbüttel wurde die Blaualgenkonzentration 2022 mit Hilfe der Feuerwehr gesenkt. Laut EU war die Wasserqualität in dem 62 Hektar großen Gewässer seit 2013 stets ausgezeichnet. (Archivfoto)
Am Tankumsee in Isenbüttel wurde die Blaualgenkonzentration 2022 mit Hilfe der Feuerwehr gesenkt. Laut EU war die Wasserqualität in dem 62 Hektar großen Gewässer seit 2013 stets ausgezeichnet. (Archivfoto) © FMN | Dirk Kühn

Der Tankumsee in Isenbüttel, mit rund 60 Hektar Wasserfläche etwa doppelt so groß wie der Allersee, gehört ebenfalls zu den Badegewässern, die von der EU eine Top-Bewertung erhalten haben – und das durchgehend seit 2013. Der beliebte Badesee im Landschaftsschutzgebiet Barnbruch entstand in den 70er-Jahren beim Aushub des Elbe-Seitenkanals und hat einen etwa 1000 Meter langen Sandstrand.

Schwimmer und Sonnenhungrige trifft man am von Kiefernwald umgebenen Tankumsee genauso wie Surfer und Segler. Es gibt einen 25 Meter hohen Kletterturm und Spielplätze. Familien können am Tankumsee zudem auf Schnitzeljagd gehen. Bei der letzten Wasserprobe am 22. Mai wurden keine Auffälligkeiten festgestellt. Die Wassertemperatur lag bei 18,4 Grad, die Sichttiefe bei 1,90 Meter. Am Tankumsee kam es in der Vergangenheit gelegentlich zur Massenvermehrung von Blaualgen.

Bernsteinsee in Stüde

Auch dem Bernsteinsee in Sassenburg bescheinigt die Europäische Union eine Top-Wasserqualität. 
Auch dem Bernsteinsee in Sassenburg bescheinigt die Europäische Union eine Top-Wasserqualität.  © FMN | Christian Franz

Ausgezeichnet ist die Wasserqualität laut EU auch im Bernsteinsee in Stüde, einem Ortsteil von Sassenburg. Wie der Tankumsee entstand er, als vor gut 50 Jahren der Elbe-Seitenkanal ausgebuddelt wurde, und verfügt daher über einen sehr schönen Sandstrand. Außer baden kann man Wasserski und Wakeboard fahren, Stand-up-paddeln und den Piraten-Abenteuerspielplatz besuchen.

Die jüngsten Messdaten, die im Badegewässer-Atlas Niedersachsen zu finden sind, stammen von einer Wasserprobe am 22. Mai: Da war das Wasser des 15 Meter tiefen Badesees unbelastet von Bakterien. Die Wassertemperatur lag bei 18,4 Grad Celsius, ziemlich genau der Mittelwert der vergangenen Sommer. Die Sichttiefe betrug 3,60 Meter. Massenentwicklungen von Blaualgen gab es weder in den vergangenen Jahren noch werden sie erwartet.

Strandbad in Knesebeck

Mit Retro-Charme wartet das kleine Strandbad in Knesebeck auf. 
Mit Retro-Charme wartet das kleine Strandbad in Knesebeck auf.  © Stadt Wittingen | Grüneflügel

Richtig schön retro kommt das kleine Strandbad in Knesebeck bei Wittingen mit seinem historischen Gebäude und dem Wasser-Sprungturm daher. Die ehemalige Kiesgrube wurde Mitte der 30er-Jahre nach der Schließung der nahen Ziegelei geflutet.

Die EU hat die Wasserqualität in dem acht Meter tiefen See seit 2013 immer als ausgezeichnet bewertet. Bei der letzten Probe am 22. Mai hatte das Wasser bereits eine Temperatur von 20,2 Grad. Es wurden keine Auffälligkeiten festgestellt, die Sichttiefe lag bei 2,70 Metern. Blaualgen-Vorkommen gab es in den vergangenen Jahren nie. Dafür trüben immer mal wieder Kugelalgen das Wasser.

Heidbergsee in Braunschweig

Der Heidbergsee in Braunschweig besteht aus zwei zusammenhängenden Seen.
Der Heidbergsee in Braunschweig besteht aus zwei zusammenhängenden Seen. © FMN | Peter Sierigk

Abwechslung vom Allersee verspricht auch der Heidbergsee im Braunschweiger Südosten. Er besteht aus zwei zusammenhängenden Teichen. Der nördliche ist 5,6 Hektar groß, der südliche 8,1 Hektar. Am Badestrand mit seinem seichten Einstieg können auch Nichtschwimmer im Wasser der ehemaligen Kiesgrube plantschen. In anderen Bereichen stellen Abbruchkanten und Höhenunterschiede potenzielle Gefahren dar.

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Von der EU wurde die Wasserqualität des Heidbergsees nicht bewertet. Die jüngste Probe am Heidbergsee Nord wurde von der Stadt Braunschweig am 28. Mai genommen und ergab einen höheren, aber bei Weitem nicht besorgniserregenden Wert für E.-Coli-Bakterien als in den vorgenannten Badeseen. Das Wasser im Heidbergsee Süd hatte bei der Untersuchung eine bessere Qualität. Die Wassertemperatur lag in beiden Teichen bereits bei 22 Grad.

Kennelbad in Braunschweig

Idyllisch: Das Braunschweiger Kennelbad ist ein Naturbad mit 17.000 Quadratmetern Wasserfläche.
Idyllisch: Das Braunschweiger Kennelbad ist ein Naturbad mit 17.000 Quadratmetern Wasserfläche. © FMN | Peter Sierigk

Als schönstes Freibad Braunschweigs wird das Kennelbad beworben. Der Teich des Naturbades bietet 17.000 Quadratmeter Wasserfläche, einen Sandstrand und weitläufige Liegewiesen mit und ohne Schattenplätze unter Bäumen. Am Badestrand am Südufer sind der Nichtschwimmer-Bereich und der Schwimmer-Bereich voneinander abgetrennt. Am Westufer befindet sich ein FKK-Bereich mit Badesteg, von dem aus es direkt ins tiefe Wasser geht.

Die EU hat die Wasserqualität an den Badestellen als ausgezeichnet bewertet. Bei der letzten Probe der Stadt Braunschweig am 28. Mai wurden keine Auffälligkeiten festgestellt. Das Wasser hatte eine Temperatur von 22,9 Grad, die Sichttiefe lag bei einem Meter. Größere Algenvorkommen gab es in den vergangenen Jahren nicht.

Griechenland, Kroatien, Zypern und Österreich haben die besten Badegewässer

Für den EU-Bericht wurden mehr als 22.000 Badestellen in Europa untersucht. In Deutschland hatten 90,3 Prozent der Badegewässer eine ausgezeichnete Qualität. Damit landete Deutschland auf Platz acht. 5,9 Prozent der deutschen Badegewässer hatten eine „gute“ Qualität, 1,6 Prozent eine „ausreichende“ und 0,3 Prozent – 7 von 2291 erfassten Badestellen – waren mangelhaft.

Mit dem höchsten Anteil an ausgezeichneten Badegewässern glänzen Griechenland, Kroatien, Zypern und Österreich. Schlusslichter sind Albanien, Polen und Ungarn.

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