Wolfsburg. Nach Messerstechereien fordert die SPD-Fraktion mehr Sicherheit am Wolfsburger Nordkopf. Die Verwaltung soll ein Konzept vorlegen.

Mehr Sicherheit am Wolfsburger Nordkopf fordert die SPD-Ratsfraktion. In einem Antrag plädiert sie für ein Sicherheits- und Präventionskonzept für den nördlichen Teil der Porschestraße. Dort war es in jüngerer Vergangenheit wiederholt zu Körperverletzungen gekommen. Das Konzept sollte die Stadtverwaltung nach dem Willen der Sozialdemokraten zur September-Ratssitzung vorlegen.

„Derzeit ist der Nordkopf ein Angst-Ort für Jugendliche und weitere vulnerable Gruppen in unserer Stadt“, stellt die Fraktion in einer Pressemitteilung fest. Sie verweist auf einen Messerangriff im März, bei dem ein junger Mann lebensgefährlich verletzt wurde, aber auch auf andere Missstände: „Enthemmte Pöbeleien, Anfeindungen von Passant*innen und Drogenverkauf sind im nördlichen Areal der Porschestraße keine Seltenheit.“

SPD fordert Sicherheitskonzept für den Wolfsburger Nordkopf

Die SPD sieht dringenden Handlungsbedarf. „Ziel muss es sein, allen Besucher*innen und Passant*innen der Wolfsburger Innenstadt ein Gefühl von Sicherheit zu geben und negativen Tendenzen entgegenzuwirken.“ Die Fraktion empfiehlt, das Sicherheitskonzept gegebenenfalls mit einem Sozialkonzept zu flankieren.

Die Polizei hat ihre Präsenz am Nordkopf nach dem versuchten Tötungsdelikt am 9. März erhöht. Ein 18-Jähriger war in einer Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen schwer verletzt worden: Ein Messerstich traf ihn im Bereich des Herzens. Einen Tag später wurde ein ebenfalls 18 Jahre alter Gifhorner festgenommen. Auch weitere Heranwachsende trugen bei der Eskalation in der Nähe der Spielgeräte Verletzungen davon.

Nordkopf: Immer wieder Körperverletzungen und andere Straftaten

Nur eine Woche später gerieten am Nordkopf erneut zwei Gruppen aneinander. Ein 21 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Helmstedt wurde leicht mit einer Stichwaffe verletzt, der Täter konnte unerkannt fliehen.

Auch Ende 2023 hatte es in der Nähe der Spielgeräte eine Messerstecherei gegeben. Am helllichten Tag versorgten Rettungssanitäter dort einen 18-Jährigen, der kurz zuvor mit zwei anderen Jugendlichen aneinander geraten war. Das Opfer wurde am Oberschenkel verletzt.

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Der Jugendbeirat hatte dem Jugendhilfeausschuss schon 2022 eine Liste mit Angst-Orten vorgelegt. Neben dem Nordkopf zählten dazu unter anderem die mittlere Porschestraße, der Südkopf, der Kaufhof, der Park am Kulturzentrum Hallenbad und der Allerpark. Oftmals verunsicherte Drogenhandel die Jugendlichen.