Wolfsburg. Oft gab es zu Wolfsburgs wichtigster Brücke schlechte Nachrichten. Nun hat die Stadtverwaltung neue Untersuchungsergebnisse.

Der Zustand der Berliner Brücke ist besser als befürchtet. Die Stadt Wolfsburg sieht nach einer neuen Untersuchung von weiteren Sicherungsmaßnahmen an dem stark befahrenen Bauwerk ab. Die Messergebnisse geben ihr auch Zeit, den Neubau der wichtigsten Brücke Wolfsburgs weiter zu planen.

„Aktuelle Messungen sprechen der Berliner Brücke ein leicht verbessertes Zeugnis aus“, berichtete die Kommune am Dienstag in einer Pressemitteilung. Zusätzliche Maßnahmen – deren Notwendigkeit die Verwaltung nach eigenen Angaben vor den Untersuchungen vermutet hatte – seien vorerst nicht notwendig.

Berliner Brücke in Wolfsburg ist in besserem Zustand als erwartet

„Die aktuellen Untersuchungsergebnisse sind eine gute Nachricht, denn die Berliner Brücke ist insgesamt in einem besseren Zustand, als wir vor den Messungen angenommen hatten“, frohlockt Oliver Iversen, Leiter des Geschäftsbereiches Straßenbau und Projektkoordination. Bei einer Prüfung der so genannten Gerbergelenke hat sich laut der Mitteilung herausgestellt, dass vorgefundene Schäden durch kleine Instandsetzungsarbeiten am Beton behoben werden können. „Der Bau einer zusätzlichen Unterstützung der Gelenke, wie vor der Untersuchung vermutet, ist derzeit nicht erforderlich“, heißt es vonseiten der Stadt.

„An unserer Vorgehensweise ändert dies jedoch nichts. Die bestehenden Einschränkungen des Verkehrs sind nach wie vor notwendig“, betont Straßenbau-Chef Iversen. Er versichert: „Zeitgleich treiben wir die Neubauplanungen weiter intensiv voran und überwachen die Brücke engmaschig.“ Derzeit sind weitere Messmarken für ein kontinuierliches Monitoring vorgesehen, um das Bauwerk noch besser überwachen zu können. Der Zustand der Bausubstanz und die Auswirkungen des Verkehrs auf die Brücke sollen kontrolliert werden, bis der Neubau der Berliner Brücke startet.

Stadt Wolfsburg verzichtet auf weitere Sicherungsmaßnahmen an Berliner Brücke

Dass die bekannten Einschränkungen des Verkehrs bestehen bleiben, heißt: Weiterhin sind zwei der drei Fahrspuren gesperrt. Außerdem darf die Brücke nicht von Fahrzeugen über 7,5 Tonnen Gewicht befahren werden. Ausnahmen gibt es unter anderem für Rettungsfahrzeuge und Linienbusse. Unter diesen Einschränkungen sei die Brücke weiterhin gefahrlos nutzbar, teilt die Stadt Wolfsburg mit.

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Für die Stadtverwaltung sind die Messergebnisse auch deshalb gute Nachrichten, weil sie noch Zeit braucht, um den Neubau der Berliner Brücke zu planen. Seit einem Grundsatzbeschluss des Rates aus dem Juni 2023 konkretisiert eine Projektgruppe aus Verkehrs- und Straßenplanern und Bauingenieuren Art und Vorgehen des Brückenneubaus. Der Plan lautet, dass der Rat zu seiner Septembersitzung eine Planungsvorlage bekommt. Die soll erste konkrete Schritte zum Brückenneubau enthalten.

Wolfsburger Rat soll im September über Brückenplanung entscheiden

Über die Berliner Brücke rollen täglich rund 66.000 Fahrzeuge. Ihr wird seit geraumer Zeit eine Restlebensdauer von zehn Jahren attestiert. Der Rat hat sich im vergangenen Jahr dafür entschieden, das Bauwerk durch eine neue Brücke über den Mittellandkanal zu ersetzen. Zuvor hatte auch eine Tunnellösung im Raum gestanden.

Für die neue Brücke geht die Stadtverwaltung von einer Bauzeit von zwei Jahren aus. Die 2023 präsentierte Idee ist, zuerst auf der Autostadt-Seite einen neuen Überbau neben die Berliner Brücke zu stellen. Darauf könnten die Autos während des anschließenden Abrisses auf vier schmalen Fahrspuren stadteinwärts und stadtauswärts rollen. Anschließend würde dort, wo sich die Berliner Brücke befand, ein zweiter Überbau errichtet. Zum Schluss schiebt man den zuerst errichteten Neubau daneben. Dem Rat ist äußerst wichtig, dass der Verkehr auch während der Bauzeit fließt. Ein Verkehrschaos möchte die Politik auf jeden Fall vermeiden.

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