Wolfsburg. Über 430.000 feierten beim Wolfsburger Schützenfest mit Höhenfeuerwerk und Top-Fahrgeschäften. Es wird schon ein Blick auf 2025 geworfen.

430.000 bis 450.000 – so viele Menschen haben nach Schätzungen der Veranstalter das 72. Schützen- und Volksfest im Wolfsburger Allerpark besucht. „Damit liegen wir auf einem konstant hohen Besucherniveau“, freut sich Stefan Wolters, erster Vorsitzender der Schützengesellschaft Wolfsburg.

Besonders starker Andrang an den Familiennachmittagen und an Himmelfahrt

„An den klassischen Tagen, wie dem Familiennachmittag, dem Himmelfahrtstag sowie dem ersten und zweiten Wochenende, war der Platz wieder knackevoll. Aber der Spitzentag war der Samstagabend mit dem Höhenfeuerwerk“, ergänzt Matthias Presia, Pressesprecher der Schützen. Seiner Beobachtung nach hätte „kaum einer umfallen können“, so dicht gedrängt hätten die Menschen gestanden und das spektakuläre Ereignis am dunklen Nachthimmel verfolgt.

Das Feuerwerk „Aller in Flammen“ kam besonders gut an

Was in diesem Jahr auch (noch) besser angekommen sei, sei laut Presia „Aller in Flammen“. Woran das lag? Die Raketen flogen 2024 weitaus höher in den Himmel als in den Vorjahren, als das Lichtermeer kaum höher als das Schilfrohr im Seitenbereich des Gewässers tanzte.

An- und Abreise zum Schützenfest verlief besser als im Vorjahr

Was ebenfalls besser als in den Vorjahren abgelaufen sei, sei die Rückfahrt der zahlreichen Autos nach dem Spektakel am 11. Mai gewesen. Wolters: „Viele Besucher sind zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Bus angereist, sodass sich die Situation entsprechend entspannt hat.“

Auch der anvisierte „Hoch-Risiko-Tag“, an dem nicht nur der VfL Wolfsburg Fußball gespielt hat, sondern in der Eisarena auch noch das Eishockey-Länderspiel stattfand, verlief laut der Veranstalter ruhig. Diese hatten statt der sonst üblichen bis zu sechs gleich 15 Sicherheitsleute im Einsatz.

Aber weder an dem 4. Mai noch an einem anderen Tag sei es zu Körperverletzungen gekommen, gerade ein paar kleinere Diebstähle wurden verzeichnet – was für ein Fest dieser Größenordnung (leider) ganz normal sei, schließlich ist es das größte Schützenfest in der Region zwischen Harz und Heide. „Auf dem Wolfsburger Schützenfest kann sich jeder wohlfühlen, wir gelten als besonders familienfreundlich“, betont Wolters.

Inklusion und Integration spielten wichtige Rolle auf dem Wolfsburger Schützenfest

Und auch das Wetter hat vom 3. bis zum 12. Mai mitgespielt: Immer Sonne satt, zweistellige Temperaturen und kein einziger Tropfen Regen – das gab’s wohl noch nie. „Mir war es am Sonntag fast schon zu heiß, zwei Grad weniger wären mir lieber gewesen“, meint Mit-Organisator Wolfgang Schulze. Da die Schützen großen Wert darauf legen, dass sie „bunt sind“, Integration und Inklusion großschreiben, gab es dieses Jahr – neben den extra ausgewiesenen Behindertentoiletten – auch eine Rollstuhlrampe zum Festzelt.

„Wilde Maus XXL“ war eines der Highlights des Schützenfests

Mit neun Euro war die Fahrt in der Eventachterbahn „Wilde Maus XXL“ am teuersten. Die Fahrt, die zunächst auf eine Höhe von 27 Metern und dann über ein schräges Hochplateau über äußerst harte Serpentinen abwärts führte, konnten die Gäste mittels VR-Brille erleben. „Das war richtig cool“, erzählt der Vereinschef, der in der virtuellen Welt plötzlich ein Huhn auf dem Schoß sitzen hatte und einen Looping in einem historischen Flieger nacherlebte. Film und die mobile Technik, die satellitengestützt abläuft, haben die betreibende Schaustellerfamilie 500.000 Euro gekostet. Insgesamt drei Tage dauert es, bis die Wilde Maus wieder abgebaut ist.

Stefan Wolters (von links), Stefan Franz, Matthias Presia, Wolfgang Schulze und Thomas Bronswyk ziehen Bilanz zum diesjährigen Schützenfest.
Stefan Wolters (von links), Stefan Franz, Matthias Presia, Wolfgang Schulze und Thomas Bronswyk ziehen Bilanz zum diesjährigen Schützenfest. © regios24 | Lars Landmann

Fahrgeschäft Hangover erreichte rund 90 km/h im Fall

Etwas schnell waren da die Mitarbeiter des Fahrgeschäftes „Hangover“ – der höchste reisende Freifallturm der Welt mit einer Höhe von 85 Metern, 24 Sitzplätzen und einer Fallgeschwindigkeit von rund 90 km/h, rollte am Montagfrüh um 8 Uhr vom Platz, hatte schon am Sonntagabend um Punkt 22 Uhr mit dem Abbau begonnen, weil er am Donnerstag auf der Erlanger Bergkirchweih an den Start geht. „Zu uns kommt die Creme de la Creme der Fahrgeschäfte. Für nächstes Jahr würden wir gerne wieder eine große Bahn wie die Himalayabahn in Wolfsburg haben“, sagen die beiden Schausteller Stefan Franz und Thomas Bronswyk von der Agentur Events 38.

Planung für Schützenfest 2025 läuft bereits

Was im nächsten Jahr wieder auf dem Programm stehen wird, ist der beliebte Seniorennachmittag – hier hat sich die Kooperation mit dem Seniorenring, der WVG, die die Busse zum Abholen stellt, und der Bäckerei Cadera bewährt.

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Um für Stimmung im Festzelt „Marris“ zu sorgen, haben Wolters und Co. schon jetzt als Top-Act eine Band aus dem schwedisch-englisch-sprachigem Raum verpflichtet und es laufen Gespräche mit dem Verein Musikhof Wolfsburg in der Zeppelinstraße – am etwas weniger gut besuchten Dienstagabend sollen 2025 drei Bands des Vereins auftreten.

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