Wolfenbüttel/Braunschweig. Braunschweiger Gymnasien nehmen bald viel weniger Schüler aus dem Umland auf. Das bringt Platzprobleme in Wolfenbüttel mit sich.

Auf die Stadt Wolfenbüttel kommt eine große Herausforderung zu: Ab Sommer nächsten Jahres muss sie mehr Schüler aufnehmen als bisher geplant. Denn der Braunschweiger Rat hat vor kurzem entschieden, dass die dortigen Gymnasien dann bis auf Ausnahmen keine neuen Schüler aus Sickte mehr aufnehmen. Grund sind Kapazitätsprobleme. Auch einige Gemeinden im Gifhorner Südkreis trifft der neue Zuschnitt der Braunschweiger Schulbezirke.

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Stadt und Landkreis rechnen damit, dass pro Jahrgang circa 30 Schülerinnen und Schüler aus dem Bereich der Samtgemeinde Sickte von der Änderung betroffen sind. Das macht eine Klasse pro Jahr. Ob an den drei Gymnasien die Kapazitäten für sie ausreichen werden, kann die Stadtverwaltung „noch nicht abschließend beurteilen“, schreibt sie jetzt auf Anfrage. Sie verweist aber auf steigende Schülerzahlen an den Grundschulen. Und: Schon vor der Entscheidung hatte sie im Schulausschuss darauf aufmerksam gemacht, dass in den vergangenen Jahren die Kapazitätsgrenze der drei Gymnasien von insgesamt 13 Klassen pro Jahrgang immer erreicht wurde. Kämen nun noch die Schüler aus Sickte dazu, könnte das dazu führen, dass die „Kapazitätsgrenzen überschritten werden“, heißt es in einer Beratungsvorlage.

Schüler aus Sickte kommen nach Wolfenbüttel: Gymnasium am Schloss ist schon jetzt fünfzügig

Der Landkreis gibt mit Verweis auf ein Gespräch mit der Stadt noch detailliertere Infos. Demnach sind die Große Schule und das Theodor-Heuss-Gymnasium „begrenzt in der Lage, weitere Schüler aufnehmen zu können“. Am Gymnasium im Schloss – dort wird bereits fünfzügig unterrichtet – sei jedoch „platzmäßig kein Aufbau mehr möglich“. Zumindest im Schuljahr 2025/2026 scheint es noch kein größeres Problem zu geben: Dem Landkreis zufolge hat die Stadt signalisiert, dass sie diese Schüler unterbringen kann.

Für die Folgejahre wollen Landkreis und Stadt nun gemeinsam eine Lösung erarbeiten, schreibt die Kreisverwaltung. Grundsätzlich besteht eine Möglichkeit darin, an den Wolfenbütteler Gymnasien künftig keine Schüler aus Salzgitter-Thiede mehr aufzunehmen. Zu dieser Option hält sich die Stadt als Träger der Gymnasien auf Anfrage bedeckt.

Das Problem etwas abmildern könnte ein neues Angebot an der Sickter Oberschule. Sie erhält einen gymnasialen Zweig, wo angehende Abiturienten zumindest bis zum Ende der zehnten Klasse unterrichtet werden.

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Grundsätzlich zeigt der Landkreis Verständnis für die Braunschweiger Regelung. An einem Punkt übt sie allerdings Kritik: „Wir hätten uns eine vertiefte Diskussion im Vorfeld der Entscheidung gewünscht.“

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