Salzgitter. Seit vergangenem Freitag steht ein Klavier in der Innenstadt von Lebenstedt. Was das soll und was es sonst noch zu bestaunen gibt.

„Oh, ein Klavier, ein Klavier.“ Dieser legendäre Satz aus einem Klassiker des mittlerweile verstorbenen Humoristen Loriot mag so manchem in den Kopf geschossen sein, der in den vergangenen Tagen durch Salzgitters Innenstadt ging. Denn: seit Freitag steht mitten vor der Stadtpassage ein altes Klavier. Überdach und mittels aufgestellter Wände vor rauer Witterung geschützt, lädt es Passantinnen und Passanten zum Spielen ein. Doch das Klavier ist nicht die einzige Attraktion, die Salzgitters Innenstädte beleben soll.

Wie begeistert sind die anliegenden Geschäfte in Salzgitters Innenstadt vom Klavier?

Scheinbar ist nicht jedermann begeistert von der musikalischen Untermalung. Am Wochenende prangte ein handgeschriebener Zettel mit der Aufschrift: „Kannst Du spielen, dann hau in die Tasten. Ansonsten bitte Finger von den Tasten“, am Instrument. Unterzeichnet mit: „Danke, die Geschäfte.“ Offenbar fühlte sich das Personal der anliegenden Geschäfte gestört von möglicherweise dissonantem Geklimper. Björn Gläser von der Wirtschafts- und Innovationsförderung Salzgitter (WIS), von unserer Zeitung darauf angesprochen, sagt mit einem Seufzen: „Den entfernen wir dann wohl mal wieder, den Zettel.“

Der ehemalige Musiklehrer Zead Alkhateeb am Klavier. Am Montagmorgen hing der Zettel noch am Instrument.
Der ehemalige Musiklehrer Zead Alkhateeb am Klavier. Am Montagmorgen hing der Zettel noch am Instrument. © FMN | Rudolf Karliczek

Denn Sinn der Sache sei es nicht, dass sich nur Menschen an das Klavier trauen, die virtuos Chopin oder Beethoven spielen können. Gläser erzählt von einem kleinen Mädchen, das sich sogleich ans Klavier setzte und sagte, sie wolle jetzt ganz doll üben, da die Aussicht auf einen kleinen öffentlichen Auftritt sie ungemein motiviere. Das Motto lautet also: Ran ans Klavier und loslegen.

Ziel der Aktion: Mehr Leben in Salzgitters Innenstädte bringen

Doch was gibt es noch? Wer eher Lust hat, sich sportlich zu betätigen, kann ebenfalls seit Freitag eine Partie Tischtennis am Monumentplatz spielen. Das geht auch ganz spontan, denn Schläger und Bälle können kostenfrei im dort ansässigen Eiscafé Gelato ausgeliehen werden. Ebenfalls neu aufgestellt: das Kräuterbeet mit Sitzgelegenheit vor der Créteil-Passage. An den Kräutern darf sich übrigens einfach bedient werden. Kann ja schließlich sein, dass noch eine kleine Portion Rosmarin für das Mittagessen fehlt.

Das Konzept geht auf. Ein Junge setzt sich spontan ans neu aufgestellte Klavier in Salzgitters Innenstadt. Menschen bleiben stehen und lauschen.
Das Konzept geht auf. Ein Junge setzt sich spontan ans neu aufgestellte Klavier in Salzgitters Innenstadt. Menschen bleiben stehen und lauschen. © FMN | Rudolf Karliczek

Ziel des Projektes sei es, heißt es in einer Pressemitteilung der WIS, neue Anreize für die Salzgitteranerinnen und Salzgitteraner zu schaffen, die Innenstädte zu besuchen. Weiter heißt es: „Somit soll der Einzelhandel und die Gastronomie unterstützt und der Status der Innenstädte als gesellschaftliche Zentren bewahrt werden.“ Übersetzt heißt das wohl: mehr Leben in der Innenstadt. Nicht nur durchlaufen. Spaß haben, verweilen, ins Gespräch kommen.

Das Konzept geht bereits am ersten Wochenende auf: Musik und Tanz mitten in Salzgitter

Das Konzept scheint schon jetzt aufzugehen. Bereits am Freitag und dem darauffolgenden Wochenende wurde das Klavier fleißig genutzt. Und auf mitgebrachten Matten vor dem Klavier sogar getanzt. Menschen blieben stehen und klatschten. Es scheint also ein voller Erfolg zu sein. Wie lange stehen die Pop-Up-Elemente noch in Lebenstedts Innenstadt? Auf den Tag genau könne er das nicht beantworten, sagt Björn Gläser. Etwa Mitte August ziehen Klavier und Tischtennisplatte nämlich weiter nach Salzgitter-Bad.

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Das ist jedoch kein Grund, traurig zu sein, denn: Es werden weitere Elemente „aufpoppen“. Ein Basketballkorb zum Beispiel. Oder eine Kletterwand. Gläser sagt, man wolle die genauen Termine nicht verraten, denn es soll einen gewissen Überraschungsmoment geben. Es bleibt also abzuwarten, wann in Salzgitter-Bad die Menschen denken: „Oh, ein Klavier, ein Klavier.“

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