Peine. Die Polizei konnte nach Hinweisen aus der Bevölkerung die Identität des Unfallopfers klären. Ihren Kindern in Ungarn geht es gut.

In Peine ist am Sonntagabend die Leiche einer Frau gefunden worden. Die Polizei ging aufgrund einer Kaiserschnittnarbe davon aus, dass sie vor kurzem ein Kind zur Welt gebracht hat und befürchtete, dass sich das Baby in einer Notlage befinden könnte. Daher wendete sie sich mit einem Zeugenaufruf an die Öffentlichkeit.

Mit Erfolg: Nach vielen Hinweisen aus der Bevölkerung konnte die verstorbene Frau identifiziert werden. Sie war 36 Jahre alt, ungarische Staatsangehörige und wohnte in Peine. Weitere Ermittlungen ergaben, dass die Kinder der Frau sich bei Angehörigen in Ungarn aufhalten. Sie waren zu keinem Zeitpunkt in Gefahr. In einer Mitteilung verweist die Polizei auf die große, teils bundesweite Resonanz in den sozialen Medien. Neben umfangreicher Anteilnahme am Schicksal der Frau und des möglicherweise gefährdeten Kindes seien Dutzende Hinweise eingegangen, die zur Ermittlung beigetragen hätten.

Drama in Altkleidercontainer: Frau stirbt - Sorge um Kleinkind

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    Die Frau hatte offenbar versucht, in die Luke eines Altkleidercontainers auf dem Netto-Parkplatz an der Woltorfer Straße zu klettern. Dabei klemmte sie ihren Hals im Schachtbereich ein und verlor das Bewusstsein. Rettungskräfte konnten gegen 18 Uhr nur noch ihren Tod feststellen.

    An der Woltorfer Straße in Peine wurde eine Leiche gefunden.
    An der Woltorfer Straße in Peine wurde eine Leiche gefunden. © FMN | Arne Grohmann

    Peiner Polizei: Tote Frau hat frische Operationsnarbe von einem Kaiserschnitt

    Ermittlungen ergaben, dass die Verstorbene eine Kaiserschnittnarbe hatte, so dass die Beamten vermuteten, dass sie in jüngerer Vergangenheit ein Kind zur Welt gebracht haben könnte. Darum hatte die Polizei die Bevölkerung dringend um Mithilfe gebeten: „Es kann derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass die Verstorbene ihr Kind alleine in einer Wohnung zurückgelassen hat und sich dieses aktuell in einer Notsituation befindet.“

    Auf die Personenbeschreibung, die auf eine südeuropäische Herkunft hindeutete, hatten sich daraufhin zahlreiche Hinweisgeber gemeldet. Vor allem die Tattoos führten zu Hinweisen. So wurde kommentiert, dass der Schriftzug „SANYI“ auf dem linken Unterarm, der auch als Foto geteilt wurde, vermutlich aus dem Ungarischen oder Bulgarischen stammen könnte. Offenbar handelt es sich um eine Koseform des ungarischen Namens Sandor. Ein weiteres Tattoo auf dem rechten Oberarm besteht aus den Buchstaben „KIRA“.

    Polizei Peine geht von Unfall aus

    Die Polizei geht von einem Unfall aus. Der Kleidercontainer, der auf einem Supermarktparkplatz stand, wurde den Angaben nach sichergestellt. Er sei aufgeschnitten worden und solle weiter untersucht werden.

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    Die Polizei warnt nachdrücklich davor, in Container zu klettern. Denn dabei kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. In Peine sei das zwar noch nicht geschehen, doch in Braunschweig gab es vor fünf Jahren einen ähnlichen Fall: Ein 43 Jahre alter Mann war in der Einfüllöffnung eines Altkleidercontainers steckengeblieben und hatte sich dabei so schwer verletzt, dass er starb. Die Polizei hatte später einen Wohnungsschlüssel in dem Container gefunden und ging davon aus, dass der Mann versucht hatte, an den Schlüssel zu gelangen. Auch im Emsland starb 2013 eine Frau, weil sie in einem Altkleidercontainer steckenblieb.

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