Oberg. Das Rittergut in Oberg öffnet noch bis einschließlich Sonntag (9. Juni) die Türen für ein Event mit Musik, Handwerkskunst und Blumen.

Ein Fest der Sinne: Das wäre eine passende Bezeichnung für die Gartentage, die an diesem Wochenende auf dem Rittergut Oberg zu sehen ist. Denn das Motto lautet: „Kunst, Kultur, Genuss“. Erwartet werden Tausende Besucher aus der gesamten Region auf dem beeindruckenden Gelände des mittelalterlichen Guts.

Auf dem Rittergut Oberg gibt es an allen Ecken Schönes zu entdecken und besondere Ausblicke zu erleben.
Auf dem Rittergut Oberg gibt es an allen Ecken Schönes zu entdecken und besondere Ausblicke zu erleben. © Heike Heine-Laucke | Heike Heine-Laucke

„Mit der Bezeichnung ist es uns ernst“, versichert Veranstalter Detlef Erz: „Wir wollen mehr als Konsum bieten.“ Wer sich auf dem Gelände des Ritterguts von Hortense und Horst-Karl Guenther-Lübbers umsieht, wird schnell merken: Tatsächlich gibt es viel zu entdecken. Und das liegt nicht nur daran, dass das Ehepaar das Gewölbe des Ritterguts zeigt, sondern es gibt auch altes Handwerk zu erleben. Die Dochtdreherin Viviana Distel sagt: „Ich zeige ein Handwerk aus dem Spätmittelalter und etwas, was europaweit einzigartig ist“. Distel dreht aus Flachs Dochte für historische Lampen. Wer im Übrigen einen Docht für seine Lampe Zuhause benötigt, kann sich vor Ort einen drehen lassen.

Gartenfest – Wein von Usedom

Mit dabei ist auch ein Schmied, der an der Esse (offene Feuerstelle) vorführt, wie Eisen „weich wie Butter“ werden kann: Falk Laxander kommt aus Sievershausen und beherrscht die Kunst des Schmiedens, filigrane Stücke wie auch Handfestes fertigt er an. Von der Esse war besonders Horst-Karl Guenther-Lübbers angetan, denn sie weckte Kindheitserinnerungen bei ihm: Er schwärmt vom Schmied Henties aus Gadenstedt, er selbst habe ebenfalls eine Esse im Keller. „Wer das Handwerk beherrscht, der weiß, was Kunst ist“, lobt der Hausherr des Ritterguts. Er persönlich erzählt bei den Führungen am Wochenende Interessierten von den Zeiten der Ritterburg.

Sorgt für den guten Ton: das Duo Lazulis.
Sorgt für den guten Ton: das Duo Lazulis. © Heike Heine-Laucke | Heike Heine-Laucke

Von Usedom ist der Stand „Inselmühle“, der zeigt, was auf der Insel alles nachhaltig angebaut wird. Was viele nicht wissen, lassen die Promoterinnen verlauten, sei, dass die Insel ein Weinanbaugebiet mit rund 180.000 Reben sei, das größte und nördlichste Deutschlands.

Gartenfest – viele lauschige Plätze

Von dem Oberger Gutsgelände, das dem Ambiente eines Gartenfestes entspricht und das mit einer Historie aufwarten kann, schwärmt die Besucherin Silvia Adam. Diese Bäume, die Gebäude, die lauschigen Plätze – sie gerät ins Schwärmen und freut sich, das Gartenevent zu erleben. Sie ist mit ihrem Mann Dieter Adam aus Edemissen angereist, und auch er nimmt das Fest als willkommene Abwechslung an. Dass seine Frau eventuell an vielen Ständen stehen bleibt, nimmt er gelassen und erfreut sich derweil an der Natur.

Bärbel Hopert (links) und Ulrike Schulz aus Peine erfreuen sich an den schönen Dingen bei dem Gartenevent und besonders an den Produkten, die von der Insel Usedom stammen.
Bärbel Hopert (links) und Ulrike Schulz aus Peine erfreuen sich an den schönen Dingen bei dem Gartenevent und besonders an den Produkten, die von der Insel Usedom stammen. © Heike Heine-Laucke | Heike Heine-Laucke
Viviana Distel zeigt ein uraltes Handwerk: Sie dreht aus Flachs Dochte für alte Lampen.
Viviana Distel zeigt ein uraltes Handwerk: Sie dreht aus Flachs Dochte für alte Lampen. © Heike Heine-Laucke | Heike Heine-Laucke

Die Freundinnen Bärbel Hopert und Ulrike Schulz erinnern sich noch an das vergangene Gartenfestival auf dem Rittergutsareal Oberg, denn dort haben sie sich zwei tolle Schmuckstücke gekauft. Auf dem Gelände verteilen sich großzügig kleine Zelte, in denen Waren angeboten werden, die entweder kulinarischen Charakter haben oder edles Geschmeide beherbergen.

Gartenschau Oberg – Öffnungszeiten und Eintritt

Die Gartenschau auf dem Rittergutsgelände in Oberg,  Oststraße 30, ist noch am Samstag, 8. Juni, und am Sonntag, 9. Juni, jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt acht Euro pro Person. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben in Begleitung freien Eintritt. Parkplätze stehen direkt am Veranstaltungsort zur Verfügung. hhl

Wer sich jetzt fragt, was dies alles mit einem Gartenfestival zu tun hat, der erlebt beim Besuch eine wahre Pracht an Blumenvielfalt und duftenden Rosen oder seltenen Gartenpflanzen. Und dann gibt es einen Punkt, der den Veranstalter in ein absolut sympathisches Licht für die Gäste rücken könnte: Denn wer einmal den Eintrittspreis bezahlt hat, bekommt einen Stempel und erhält die kommenden beide Tage freien Eintritt. „Wir wollen eine Veranstaltung mit hohem Niveau, aber die sich jeder leisten kann“, versichert Detlef Erz, der sich vorstellen könnte, die Gartenschau auf dem Rittergut Oberg jährlich zu veranstalten.

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