Wahle. Auf einem Grundstück mit 8250 Quadratmetern betreibt die Deutsche Post (DHL) das Verteilzentrum – wer ist noch ansässig? Eine Übersicht.

Die Ampel an der Ortsdurchfahrt (Kreisstraße 21) in Wahle mit der Zufahrt zum Gewerbegebiet läuft bereits längst, doch was Firmenansiedlungen anbelangt, ist auf dem knapp fünf Hektar großen Areal noch Luft. Aber die Vechelder Gemeindeverwaltung arbeitet an weiteren Gewerbeniederlassungen, denn: Unternehmenseröffnungen sind nach der Überzeugung von Bürgermeister Tobias Grünert für eine Kommune aus vielerlei Gründen interessant.

Firmen haben sich zwar im Gewerbegebiet Wahle niedergelassen, doch noch sind dort auch freie Grundstücke.
Firmen haben sich zwar im Gewerbegebiet Wahle niedergelassen, doch noch sind dort auch freie Grundstücke. © FMN | Harald Meyer

„Vechelde – leistungsstark im Städtedreieck“: So lautet seit je her der Slogan der Gemeinde Vechelde. Doch zu einer leistungsstarken Kommune gehört nicht nur attraktives Wohnen, sondern auch (florierendes) Gewerbe. Denn Firmenansiedlungen bedeuten für eine Gemeinde nicht nur Erlöse aus dem Verkauf der Grundstücke an die Unternehmen und später Gewerbesteuereinnahmen, sondern auch die Möglichkeit, dass sich Firmenmitarbeiter einen Wohnbauplatz in der Kommune kaufen.

Gewerbegebiet – drei Grundstücke noch zu haben

Das Gewerbegebiet am Südrand von Wahle – verkehrsgünstig unmittelbar nördlich an der Umgehungsstraße gelegen – umfasst 4,97 Hektar, von denen 3,47 Hektar (baulich) zu nutzen sind. „Drei Grundstücke in den Größen 1000, 1200 und 2500 Quadratmetern stehen aktuell noch zum Verkauf“, zählt Grünert auf. Ihm zufolge befindet sich die Rathausverwaltung dazu allerdings bereits teilweise „in konkreten Umsetzungsgesprächen“ mit Interessenten.

Das gesamte Gebiet im Gemeindebesitz (ehemalige landwirtschaftlich genutzte Fläche) ist erschlossen, das erste Grundstück hat die Kommune im Jahr 2020 verkauft. Bislang haben sich drei Unternehmen dort angesiedelt – allesamt sind Umsiedlungen aus dem Gemeindegebiet: Mit 8250 Quadratmetern ist die Deutsche Post (DHL) mit Abstand größter Grundeigentümer, der mit seinem Verteilzentrum/Zustellstützpunkt aus der Ortschaft Vechelde umgezogen ist. Nach neun Monaten Bauzeit hat das bundeseigene Unternehmen vor elf Monaten im „Zum Wahler Grund“ das neue Zentrum eröffnet. Rund 60 Mitarbeitende sorgen dafür, dass die Pakete vor Ort an der Haustür der Bevölkerung ankommen. 

Gewerbegebiet – Firma abgesprungen

Ebenfalls bereits niedergelassen haben sich im Wahler Gewerbegebiet die Firma Liniro (Produktion und Vertrieb von scharfen Süßigkeiten) auf 1200 Quadratmetern und das Unternehmen Lagerknecht (Produktion und Vertrieb von Lagerregalen) auf 2000 Quadratmetern. Der Wermutstropfen: Nach den Informationen unserer Zeitung soll (mindestens) eine Firma – ein Fleischereibetrieb – ihren Ansiedlungsplan für Wahle „beerdigt“ haben, die Corona-Pandemie habe dabei eine Rolle gespielt. Jedenfalls ist im Rathaus vor zwei Jahren bereits von sieben ansiedlungswilligen Betrieben für „Zum Wahler Grund“ die Rede gewesen.

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Bürgermeister Grünert unterstreicht: Bei diesem Areal am Südrand des bebauten Siedlungsbereiches von Wahle gelte es, klein(er)e Gewerbeflächen zu verkaufen. Schließlich müssen sich die Unternehmen mit dem nahen Wohngebiet „vertragen“. Fast 2,4 Millionen Euro sind laut Rathausverwaltung ins Gewerbegebiet geflossen: So hat die Gemeinde nach eigenem Bekunden 1,086 Millionen Euro für den Grunderwerb und 850.000 Euro für die Erschließung hingelegt; vom Wasserverband Peine kommen 450.000 Euro für die Kanalisation.

Gewerbegebiet – mittelfristig weitere Flächen

Zurzeit liegt der Schwerpunkt der Verwaltung laut Grünert zwar auf der Vermarktung der noch freien Gewerbeflächen im Wahler Gemeindegebiet. „Mittelfristig werden wir aber auch die Erschließung weiterer Gewerbegrundstücke im Gemeindegebiet zu betrachten haben“, kündigt der Verwaltungschef an: „Konkrete Planungen bestehen derzeit jedoch noch nicht.“ Allerdings: Ins Auge gefasst hat die Gemeinde Vechelde in der Vergangenheit bereits ein Gewerbegebiet zwischen Wedtlenstedt und Denstorf (östlich der Kreisstraße). Gegen dieses Projekt hat die Stadt Braunschweig allerdings schon vor Jahren protestiert, weil sie bei dem Vorhaben eine (unzulässige) Konkurrenz zu Gewerbeansiedlungen in der Löwenstadt sieht.

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