Wendeburg. Wer auf kraftvolle Ackermaschinen steht, ist am Wochenende beim „Trecker Treck“ des MSC Wendeburg richtig. Das ist das Programm.

Denn sie wissen sehr wohl, was sie tun! Ruckartiges Anfahren mit viel Gewicht hinten dran. Eigentlich ein Albtraum für Kupplung und Getriebe. Doch echte Trecker können das ab. „Zum Ziehen sind sie da!“, betont Torben Rickmann vom MSC Wendeburg. Der richtet am Samstag/Sonntag, 8./9. Juni, auf dem Wendeburger Festplatz (Im Meierholz, neben dem „AueBad“) wieder den „Trecker Treck“ aus.

Der deutsche Landwirt hat schwer zu tragen. Das brachten die Bauern in den vergangenen Monaten immer wieder durch diverse Proteste und Großdemonstrationen zum Ausdruck. Eine Zeit lang kamen viele Landwirte mit ihren Traktoren dorthin. Innenstädte, Straßen, Parkplätze wurden blockiert. Das gefiel nicht allen Bürgern.

Trecker Treck in Wendeburg

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    Das Ziel ist der „Full pull“

    Aber um diese Last geht es beim „Trecker Treck“ in Wendeburg gar nicht. Hier sollen Maschinen und Fahrer zeigen, was sie können. Es geht aber auch nicht darum, die sauberste Furche auf dem Acker zu ziehen – auch diese Wettbewerbe gibt es –, sondern darum, ein kontinuierlich zunehmendes Gewicht möglichst weit zu ziehen. Das Ziel ist der „Full pull“, also eine 80-Meter-Strecke, ohne zum Stehen zu kommen, zu bewältigen.

    Am Wochenende 8./9. Juni 2024 ist wieder „Trecker Treck“ in Wendeburg. Mitglieder des MSC Wendeburg und Teilnehmer vom Team „Ackerteufel“ zeigen einen FAHR von 1955, mit 12 PS, der immer noch an den Wettkämpfen teilnimmt (von links): Torben Rickmann, Steffen Solasse, Werner Behme, Felix Rickmann, Steffen Behme.
    Am Wochenende 8./9. Juni 2024 ist wieder „Trecker Treck“ in Wendeburg. Mitglieder des MSC Wendeburg und Teilnehmer vom Team „Ackerteufel“ zeigen einen FAHR von 1955, mit 12 PS, der immer noch an den Wettkämpfen teilnimmt (von links): Torben Rickmann, Steffen Solasse, Werner Behme, Felix Rickmann, Steffen Behme. © FMN | Arne Grohmann

    So funktioniert der „Trecker Treck“ für Mensch und Maschine

    So manch einer der Trecker bäumt sich zum Start auf. Denn hinten dran hängt ein Zugschlitten mit einem tonnenschweren Gewicht. Kommt das Gespann in Bewegung, wandert auf dem Schlitten das Gewicht nach vorne, hin zum ziehenden Trecker. Für den wird es dadurch immer schwerer.

    Werner Behme an seinem ersten Trecker (
    Werner Behme an seinem ersten Trecker ("den bin ich schon mit 15 gefahren"). Beide nehmen immer noch an den Wettkämpfen des "Trecker Treck" in Wendeburg teil. © FMN | Arne Grohmann

    Besonders beim Start und beim Durchhalten ist auch fahrerisches Können auf den Traktoren gefragt. Die fahren keineswegs alle mit Automatik. Bei einigen muss noch aktiv mit Händen und Füßen gekuppelt und geschaltet werden. Manche Modelle haben zum Gasgeben kein Pedal, sondern einen Handhebel. Es ist also eine Ganzkörperarbeit für Mensch, Mechanik und Maschine.

    Ein Miag Diesel von 1938. Der startet aber nicht mehr bei den Wettkämpfen des „Trecker Treck“.
    Ein Miag Diesel von 1938. Der startet aber nicht mehr bei den Wettkämpfen des „Trecker Treck“. © FMN | Arne Grohmann

    Auch für die Nase ist bei der Schwerstarbeit etwas dabei

    Der Trecker Treck in Wendeburg ist auch so etwas für alle Sinne. Es geht laut zu auf der Zugstrecke, wenn die Traktoren sich gegen das Gewicht stemmen und dabei aufheulen, brunzen, schwitzen, stöhnen, sauber durchziehen. Auch für die Nase ist etwas dabei, wenn es kräftig qualmt.

    Einige Traktoren haben mehr als 400 PS

    Die „Ackerteufel“ gehen diesmal mit 5 Traktoren und 4 Fahrern in verschiedenen der diversen Klassen an den Start. Die sind nach Leistung und Gewicht eingeteilt. Klasse 14 geht übrigens ab 409 PS erst los. Insgesamt werden bei der beliebten Veranstaltung in Wendeburg am Wochenende rund 130 Trecker mit rund 200 Fahrerinnen und Fahrern erwartet. Die meisten der Fahrzeuge am Start sind immer noch im landwirtschaftlichen Einsatz.

    Dieses Modell, das noch im Wettkampf startet, hat ein Holzdach.
    Dieses Modell, das noch im Wettkampf startet, hat ein Holzdach. © FMN | Arne Grohmann

    Vier Traktoren hintereinander ziehen gemeinsam den schweren Bremsschlitten

    „Es gibt auch Gespanne aus mehreren Treckern“, erzählt Fahrer Steffen Behme. Dann sind vier davon mit Zugstangen verbunden, hinten dran hängt der Bremsschlitten mit dem wandernden Gewicht. Alle vier ziehen gemeinsam so weit es geht. Kommt das Gespann zum Stehen, wird mit einer roten Fahne abgewunken, die Motoren müssen sofort ausgestellt werden.

    „Trecker Treck“ des MSC Wendeburg

    Samstag und Sonntag, 8. und 9. Juni

    Ort: Wendeburger Festplatz, Im Meierholz (neben dem Schwimmbad „AueBad“)

    Samstag: ab 9 Uhr Wiegen, ab 11 Uhr Training

    Sonntag: ab 9 Uhr Wiegen, ab 11 Uhr Wertungsläufe Zugschlitten-Turnier

    Eintritt: 3 Euro am Samstag, 5 Euro am Sonntag, Kinder frei

    Parken: Nicht am „AueBad“, nur auf dem Festplatz oder am Sportplatz.

    Aber es kommt vor, dass die riesigen Reifen der Ackermaschinen tiefe Furchen beim Durchdrehen auf der Strecke hinterlassen. „Das wird nach jedem Zug wieder planiert“, erläutert Torben Rickmann. Dennoch kommt es auch hier auf Geschick und Auge des Fahrers oder der Fahrerin an. Wer die Zugstrecke gut lesen kann, kommt weiter.

    Kein Schnickschnack unter der Haube

    Einer der schon einige Stunden auf dem Traktor durch hat, ist Werner Behme. Ihm gehören auch einige der älteren Modelle, die am Wochenende in Wendeburg an den Start gehen. „Den bin ich schon mit 15 gefahren“, sagt der Landwirt im Ruhestand und zeigt auf einen grünen, alten Fendt. Auch der hat den Aufkleber der „Ackerteufel“ auf der Haube, unter der sich bei diesen älteren Modellen einfach noch nur das Nötigste für einen soliden Motor befindet.

    Der rote FAHR von Werner Behme von 1955, mit satten 12 PS, ist schon seit gut 20 Jahren dabei, seit 10 Jahren auch im Vierergespann. Nur der gelbe Miag Diesel von 1938 nimmt nicht am Wettkampf teil, sieht aber mit seiner hohen Haube und der schlichten Kastenform einfach quadratisch, praktisch, gut aus!

    Der Senior geht im Pressegespräch dann auch auf die Sorgen des Redakteurs ein, wegen der vermeintlich harten Belastung der schönen alten Fahrzeuge. Ja, diese seien zum Ziehen da, aber: „Wir fahren die schon etwas warm vorher“, so Werner Behme. Dennoch sei der sportliche Wettkampf nah dran an der eigentlichen Arbeit der Traktoren auf den Feldern und Höfen.

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    Am Samstag beginnt um 11 Uhr das Training, am Sonntag um 11 Uhr der Wettkampf. Jeweils ab 9 Uhr werden die Fahrzeuge gewogen. Es gibt Essen und Trinken, am Sonntag auch Kaffee und Kuchen. Kinder haben an beiden Tagen freien Eintritt.

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