Münstedt. Die Kunstausstellung findet in Höfen, Gärten, unter Dächern und manchmal an kuriosen Orten statt.

Wer Reinhard Carl kennenlernt, der erlebt einen Mann, der einen ganz feinen Humor hat, bescheiden ist und die Welt mit seiner Kunst erfreut. Und das auf die vielfältigste Art und Weise. Und genau dieser inzwischen 80-Jährige, der in Leipzig aufwuchs, erschuf 2007 etwas ganz Wunderbares für die Ortschaft Münstedt: die Münstedter Kunstzeit-Zeitkunst. Am Samstag, 8. Juni, und Sonntag, 9. Juni, findet sie zum 16. Mal statt, jeweils von 11 bis 18 Uhr.

„Die Idee hat einen ganz pragmatischen Hintergrund gehabt“, sagt Carl. „Mein Anliegen war, einen eigenen Ausstellungsraum für meine Kunstwerke zu erschaffen.“ Damit er mit seinen Leinwänden nicht immer reisen musste, was er allerdings dennoch tut, denn seine Bildwerke sind an vielen Orten und oft in Gemeinschaftsausstellungen zu sehen. Doch was mit der ersten Kunstzeit-Zeitkunst begann, bei der Reinhard Carl allein seine Vielfältigkeit seines künstlerischen Ausdrucks zur Schau stellte, fand bereits im Jahr darauf eine Mitstreiterin. Christina Böhme, die ebenfalls in Münstedt zu Hause ist, zeigte Carl, wie sie ihre Werkstatt als Atelier präsentieren kann.

Münstedter Kunstausstellung findet in Höfen, Gärten und unter Dächern statt

„Mir war und ist es immer ein Anliegen, besonders jungen Künstlern einen Raum für ihre Werke zu geben“, erklärt der Münstedter. Und vielleicht auch gerade deshalb ist die liebevoll genannte „Kleine Landpartie“ des Ortes zu einem Erfolgsschlager in der Kunstszene geworden. Ein Geheimrezept hierzu gibt es nicht, aber Beharrlichkeit gehört zu den Dingen, die Besucher schätzen, meint Carl.

Die Münstedter Kunstausstellung findet in Höfen, Gärten, unter Dächern und manchmal an kuriosen Orten statt und ist weit über die Grenzen des Landkreises Peine bekannt. Wenn am zweiten Juniwochenende die Kulturinteressierten in das kleine Dorf strömen, herrscht in jedem Fall ein turbulentes Treiben. Was das Publikum schätzt, ist der Smalltalk mit den Künstlern. Carl schafft es immer wieder, neue Kunstschaffende einzubinden.

Hofbesitzer Udo Fliegner stellt Künstlern seinen zauberhaften Garten für Ausstellungen zur Verfügung. Neben ihm sitzt Kathrin Briegnitz mit ihrem Sohn Karl, die nicht nur ihren Hof als Ausstellungsfläche hergibt, sondern auch eigene Bilder zeigt. 
Hofbesitzer Udo Fliegner stellt Künstlern seinen zauberhaften Garten für Ausstellungen zur Verfügung. Neben ihm sitzt Kathrin Briegnitz mit ihrem Sohn Karl, die nicht nur ihren Hof als Ausstellungsfläche hergibt, sondern auch eigene Bilder zeigt.  © FMN | Heike Heine-Laucke

Diesmal mischt sich Rita Seiler mit unter die Kreativen. „Ich habe schon etwas Lampenfieber, denn es ist erst meine dritte Ausstellung“, sagt die 65-Jährige aus Handorf. Ebenfalls erstmals als Ausstellerin dabei ist Kathrin Briegnitz. „Im vergangenen Jahr habe ich unseren Hof als Ausstellungsfläche hergegeben“, schmunzelt Briegnitz. Dann entfachte die Kunst ihr Herz und sie begann mit Strichzeichnungen. Ihr größter Fan sei ihr Ehemann Martin. Und auch hier half Reinhard Carl, indem er Tipps gab und die Kreativität durch den Einsatz von Farbe in den Bildern auf eine neue Stufe hob.

16 Künstler präsentieren ihre Werke in Münstedt

Die Münstedter Kunstmesse lebt von ihrer Vielfältigkeit, von den unterschiedlichen Materialien, die der Gast zu sehen bekommt, und von den schönen Höfen, in denen die Künstler ausstellen. Einen dieser ganz besonderen Orte zeigt Udo Fliegner, der seinen Garten mit seinen Nebengebäuden an diesem Wochenende der Kunst zu einem außergewöhnlichen Rahmen verhilft.

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Was auch zur Ausstellung gehört, sind die Kunstschaffenden, die immer wieder anzutreffen sind. Im Großen und Ganzen fühlt sich die Kunstzeit-Zeitkunst wie ein Familientreffen an, meint Kathrin Briegnitz. Mit dabei sind 16 Künstler mit Malerei, Keramik, Holzschnitten, Zeichnungen, Textildesign und Fotokunst: Simone Grußka, Christina Böhme, Gabriele Carl-Liebold, Kathrin Briegnitz, Tabea Nolte, Rita Seiler, Martin Kestner, Hildegard Kroepelin, Reinhard Carl, Herwart Specht, Silke Vopel, Heike Hlinski, Fritz Lutz, Vera Szöllösi, Ulf Jasmer und Hannelore Kaesler. Wegbeschreibungen gibt es bei den Künstlern vor Ort.

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