Peine. Leiter Matthias Westphal beschreibt die Arbeit als „sehr vielschichtig“, nennt aber auch Stichworte wie zum Beispiel Identitätstäuschung.

Abschiebungshindernisse, Identitätstäuschung, einzelne schwierige und straffällige Kunden: All das sind Themen, die „zur Wahrheit und zum Arbeitsalltag der Ausländerbehörde dazugehören“ – so beschreibt es Matthias Westphal, der Leiter dieser Abteilung der Landkreisverwaltung Peine. Als weitere Merkmale der nicht immer unkomplizierten Arbeit nennt der Abteilungsleiter die „hohe Arbeitsbelastung“, „steigende Fallzahlen“ und eine sich ständig „ändernde und komplizierte Rechtsmaterie“.

Im Landkreis Peine leben 15.859 Ausländer beziehungsweise 11.225 Drittstaatsangehörige

Gleichwohl hebt Westphal hervor: „Der Großteil der Kunden in der Ausländerbehörde ist höflich und verursacht keinerlei Probleme.“ Nach seinen Worten kümmert sich der wesentliche Teil der Mitarbeitenden (acht von zehn Sachbearbeitern) um die 15.859 Ausländer beziehungsweise die 11.225 Drittstaatsangehörigen (ohne EU-Bürger) im Landkreis in der alltäglichen Arbeit darum, dass nötige Aufenthaltstitel in Deutschland rechtzeitig erteilt und verlängert werden.

„Bereits seit 2011 arbeiten wir dabei ausschließlich mit Terminvereinbarung“, hebt Westphal hervor: „Diese Umstellung zur Terminbearbeitung führt zu einer hohen Kundenzufriedenheit, da damit volle Flure und lange Wartezeiten sowie das Ziehen von Wartemarken der Vergangenheit angehören.“ Auch lange Terminvorlaufzeiten, wie sie teilweise von anderen großen Ausländerbehörden in Deutschland berichtet werden, seien in Peine ein „Fremdwort“.

Leiter der Ausländerbehörde in Peine verrät: „Klientel mitunter nicht einfach“

Westphal ist überzeugt: „Verschlankte Prozesse und elektronische Aktenführung sowie eine optimale Arbeitsplatzorganisation, eine gute Zusammenhalt im Team und dadurch eine hohe Motivation und Leistung der Mitarbeitenden haben – trotz massiv steigenden Zugangszahlen durch den Ukraine-Krieg und die weiteren Flüchtlingskrisen – dazu geführt, dass Anträge dennoch zeitnah bearbeitet werden können und Anfragende in kurzer Zeit per Mail oder telefonisch Antworten auf ihre Fragen erhalten.“

Zuletzt sei die Online-Antragstellung für viele Dienstleistungen und Aufenthaltstitel eingerichtet worden, sodass Anträge auch „medienbruchfrei gestellt und direkt in die elektronischen Akten übernommen werden können“. Der Abteilungsleiter: „Dieses Verfahren nehmen wir künftig vermehrt in Anspruch.“

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Eine Vorsprache beim Beantragen von Aufenthaltstiteln ist aktuell jedoch laut Westphal noch nicht komplett verzichtbar, da für die Bestellung der elektronischen Aufenthaltstitel (eAT) in den meisten Fällen die Abgabe von Fingerabdrücken zwingend vorgeschrieben sei: „Die Mitarbeitenden sind außerdem für die Erteilung und Verlängerung von Aufenthaltsgestattungen für Personen im laufenden Asylverfahren zuständig und kümmern sich um die Erteilung, Verlängerung und Änderung von Nebenbestimmungen (etwa Beschäftigungserlaubnissen und Wohnsitzauflagen) zu bestehenden Aufenthaltstiteln und Aufenthaltsgestattungen.“

Vor dem Antrag eines Visums in der Peiner Ausländerbehörde braucht es einen Bürgen

Westphal erwähnt die Verpflichtungserklärungen („Einladungen“), die Personen für ausländische Gäste abgeben und so nach einer Bonitätsprüfung dafür bürgen, dass der ausreichende Lebensunterhalt und eine Wohnung für das Beantragen eines Visums (bei den deutschen Auslandsvertretungen im Ausland) zu Besuchs- oder anderen Zwecken vorhanden seien.

Um die Aufenthaltsbeendigung und den Erlass von negativen Bescheiden sowie die Erteilung und Verlängerung von Duldungen für vollziehbar ausreisepflichtigen Personen kümmern sich die beiden übrigen Sachbearbeiter der Ausländerbehörde. „Unsere Arbeit in der Ausländerbehörde ist sehr vielschichtig und interessant“, stellt Westphal als Fazit fest. „Trotz des mitunter nicht einfachen Klientels und manchen Sprachbarrieren sind die Mitarbeitenden sehr zufrieden mit ihrer Tätigkeit: Es gibt keine hohe Mitarbeiterfluktuation, vakante Stellen können meist zeitnah nachbesetzt werden.“

Peine: In der Kreis-Ausländerbehörde sind zehn Mitarbeitende tätig

Die zehn Mitarbeitenden der Kreis-Ausländerbehörde kümmern sich um 15.859 Personen, wovon 11.225 Drittstaatsangehörige und 4634 EU-Bürger sind (Stand Februar 2024). Westphal: „Wenn wir die Gesamtausländerzahlen der Jahre 2010 (6373 Personen) und 2015 (9059 Personen) sowie 2020 (11983 Personen) heranziehen, wird der starke Zuzug aus dem Ausland in den Landkreis Peine deutlich, der zu einem großen Teil – aber nicht ausschließlich – aus den hohen Asylzuzügen resultiert.“

Aus diesen fünf Nationen im Landkreis Peine kommen die meisten Bürgerinnen und Bürger: Türkei (2365 Personen), Syrien (1998 Personen), Ukraine (1973 Personen), Polen (1739 Personen), Irak (925 Personen).

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