Sophiental. Knapp 1000 Gäste besuchten am Wochenende „Rock am Kanal“ – am Tag der Dörfer waren es fast noch einmal soviel.

In Sophiental, einer Ortschaft in der Gemeinde Wendeburg, die gerade einmal 498 Einwohner zählt, ging am Wochenende die „Post“ ab. Das Dorf, das am Mittellandkanal liegt, feierte „300 Jahre“ Sophiental. Zudem fand das „Fest der Dörfer“ am Sonntag statt.

Der Startschuss für ein Wochenende mit abwechslungsreicher Kultur, so lautete auch das Motto: „Kultur ist cool“, fiel am Samstag auf dem Gelände „Am alten Schwimmbad“ in Sophiental. Ein Platz, der sich ideal für Festivals anbietet und der zudem außerhalb des Ortes liegt und dennoch zentral. Mit „,Rock am Kanal“ hatten die Organisatoren Uwe Czura und Harald Ehlers voll ins Schwarze getroffen. Das Event zog knapp 1000 Besucher an.

Nach der Blaskapelle wurde es in Sophiental immer rockiger und lauter

Dabei waren 15 Bands. Den Auftakt macht eine Blaskapelle, und dann wurde es immer rockiger und lauter, je weiter der Abend vorrückte. Das musikalische Sahnestück „Mr. Nice Guy“ kam zum Schluss und sahnte an Applaus noch einmal alles ab. Unter den Gästen war Nadja Lange aus Wendeburg, gebürtige Sophientalerin, mit ihrem Freund Philipp Danneberg aus Burg. Ihr Kommentar: „Es war ein toller Abend mit vielen Bands, die richtig gut waren.“ Danneberg, der festivalerfahren ist, meinte, „Rock am Kanal“ hätte großen Festivals in nichts nachgestanden. Und Freundin Nadja könnte sich sogar vorstellen, dass dies zu einem jährlichen Event werden könnte. Sie engagiert sich in der Volksfestgemeinschaft Wendeburg. Auf jeden Fall fand das Paar die Veranstaltung echt gelungen, und das war auch der durchgängige Tenor bei den Gästen.

The Uniques, die Showtanzgruppe des TSV Meerdorf, überzeugte mit Rhythmus bei ihrer Aufführung.
The Uniques, die Showtanzgruppe des TSV Meerdorf, überzeugte mit Rhythmus bei ihrer Aufführung. © FMN | Heike Heine-Laucke

Selbst Gemeindebürgermeister Gerd Albrecht sagte am Sonntag in seiner Begrüßungsrede: „Rock am Ring, Hurrikan, Wacken, und jetzt kommt Rock am Kanal in Sophiental“. Laut sei es gewesen, aber eine schöne Atmosphäre, ließ Albrecht verlauten.

Die acht Dörfer aus der Gemeinde Wendeburg präsentierten sich

Szenenwechsel am Sonntag bei der Präsentation der acht Dörfer aus der Gemeinde. Hier hatten Familien und die kunstvollen Aufführungen ihren Platz, und der Applaus gehörte den Akteuren. Zu den acht Ortschaften zählen: Bortfeld, Didderse, Harvesse, Meerdorf, Neubrück, Rüper, Sophiental, Wendeburg und Wense. Und jede Ortschaft hatte sich etwas ausgedacht, um das Fest der Dörfer zu etwas Besonderem werden zu lassen. Die Junggesellschaft Wense/Rüper hatte sich Aktionen für Kinder ausgedacht, wie das „Käserad“, bei dem es um Geschicklichkeit ging. Die Kunst bestand darin, einem Holzrad nicht zu viel Schwung zu geben, sodass es bei der Zahl Neun stoppte. Als Preis gab es ein Ortsemblem. Die zehnjährige Emily Alice Darda wollte das unbedingt schaffen: „Ich möchte ein Emblem haben.“ Und natürlich schaffte sie es.

Eine gigantische Stimmenvielfalt präsentierten die Kirchenmäuse aus Harvesse.
Eine gigantische Stimmenvielfalt präsentierten die Kirchenmäuse aus Harvesse. © FMN | Heike Heine-Laucke

Es gab aber auch andere Geschicklichkeitsspiele. Die Ortsgruppe des Roten Kreuzes Wendeburg stand mit einem Glücksrad vor Ort und informierte über ihre Arbeit, bei der auch Ehrenamtlichkeit ein wichtiges Thema ist. Leckere Kuchen servierte die Frauengruppe aus Sophiental „40 Plus“. Das ist ein Zusammenschluss von Frauen, die gemeinsame Aktivitäten durchführen, und neue Gesichter sind gern gesehen, bekräftigte Bärbel Quast, die Ansprechpartnerin der Gruppe.

„Am alten Schwimmbad“ zeigen die Akteure, was in ihnen steckt

Auf dem Gelände „Am alten Schwimmbad“ herrschte ein belebtes Treiben, und auf der Bühne zeigten Akteure, was in ihnen steckt. Darunter die Kindersportgruppe TV „Frisch auf“ aus Sophiental. Die Kids zwischen fünf und zwölf Jahren hoffen mit der Trainingsanleiterin Mareike Stappelfeld, dass sich noch Nachwuchs bei ihnen anmeldet. Die Show der jungen Sportlerinnen war wundervoll. Auch die Kirchenmäuse aus Harvesse überzeugten mit ihren Stimmen, und dafür gab es Applaus.

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Durch das Programm führte im Übrigen Sophientals Bürgermeister Bernd Commeßmann. Die Trommelgruppe Esengo spielte auf ihren Instrumenten und eröffnete mit ihren Trommeln noch einmal eine ganz andere Klangwelt an dem bewaldeten Ort, der sich für dieses Fest als nahezu perfekt bezeichnen ließ.

Die Besucher beschritten den sogenannten „Klempersteg“

Das bunte Treiben an den Ständen und auf der Bühne währte bis in den späten Nachmittag. An den Biertischen wurde sich unterhalten und über das gelungene Event gefachsimpelt. Den Weg zum Fest wies ein Schild, das zum Wendeburger Kulturweg gehört. Denn zum „Am alten Schwimmbad“ beschritten die Besucher den sogenannten „Klempersteg“. Dies ist ein schmaler Weg, der jetzt noch am Waldrand vor dem Mittellandkanal endet – ein Knüppeldamm, den die Ortsansässigen lautmalerisch „Klempersteg“ nannten.

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