Vechelde. Der Gemeindeelternrat äußert sich zu den Schließzeiten, dem eingeschränkten Kita-Betrieb und zur 48-Stunden-Regelung.

Die Betreuung in den Kindertagesstätten, bei der es aufgrund des Personalmangels zu Ausfällen kommt, ist nach wie vor ein drückendes Problem in der Gemeinde Vechelde: Daran ändert sich zunächst einmal auch nichts durch die Ansage von Eltern, gemeinsam mit der Rathausverwaltung und der Gemeinde nach Lösungen zu suchen. Vor der mit Spannung erwarteten Podiumsdiskussion am Mittwoch, 29. Mai, mit Vecheldes Bürgermeister Tobias Grünert bezieht der Kita-Gemeindeelternrat (GER) mit seinem Vorsitzenden Ricardo Pratas Santa Barbara Stellung zu einzelnen Punkten.

Ricardo Pratas Santa Barbara, Vorsitzender des Vechelder Kita-Gemeindeelternrats.
Ricardo Pratas Santa Barbara, Vorsitzender des Vechelder Kita-Gemeindeelternrats. © FMN | Pratas

Kita-Betreuung – Schließzeiten umstritten

So diskutiert die Gemeindepolitik derzeit über eine generelle Schließzeit aller (kommunalen) Kindertagesstätten (Kitas), letztlich um das Personal zu entlasten. Pratas zufolge ist die Kita-Schließung zwischen Weihnachten und Neujahr bereits geübte Praxis. „Auf deutliche Kritik stößt aber darüber hinaus die Schließung von zwei Wochen während der Sommerferien“, weiß der GER-Vorsitzende: „Zwar ist die Absicht, den Urlaubsbetrieb für das Personal planbar zu gestalten, nachvollziehbar, jedoch ist diese Regelung zu unflexibel.“ Viele Eltern könnten aus beruflichen Gründen aber keinen Urlaub in diesen zwei Wochen nehmen. „Notwendig ist daher eine Kita-Betreuung auch in dieser Zeit für Familien, die darauf angewiesen sind“, ist Pratas – selbst berufstätiger Vater – überzeugt: „Die Planbarkeit und der Einklang von Beruf und Familie würden durch diese zweiwöchige Schließzeit in den Sommerferien erheblich erschwert.“ Zudem gebe es die Befürchtung, dass durch diese „massive Einschränkung der freien Planbarkeit der Urlaube ein zusätzliches Abwandern der Fachkräfte gefördert wird.“

Kita-Betreuung – „Ausnahmeregelung erforderlich“

Zu den aktuellen Vergabekriterien für den eingeschränkten Kita-Betrieb erklärt Pratas lobend: „Sie sind verständlich und nachvollziehbar.“ Allerdings habe sich zuletzt gezeigt, dass diese Einschränkungen nicht zuletzt aufgrund der personellen Situation auch „länger bestehen können“. Daher sieht es der GER als dringend erforderlich an, bei längeren Betriebseinschränkungen eine Ausnahmeregelung zu diesem sozialen Rotationsverfahren zu haben. Pratas: „Sie könnte mehr als vierwöchiger Einschränkung greifen und vorsehen, dass Kinder außerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtbetreuung abwechselnd betreut werden.“ Ein solches Verfahren entspreche derzeit eventuell nicht den Gesetzen, sei jedoch nicht ausgeschlossen.

Kita-Betreuung – 48-Stunden-Regelung nach Erkrankung

Beim Infektionsschutz in Kitas ist es dem GER zufolge sinnvoll, eine 48-stündige Symptomfreiheit abzuwarten, um die Einrichtung wieder aufzusuchen. Eine Befragung von Kinderärzten hat laut Pratas ergeben: Abgesehen bei meldepflichtigen Infektionskrankheiten gebe es nicht die Notwendigkeit, Kinder zu isolieren und nicht in die Kita zu schicken. Einfache Erkältungen, leichter Husten und laufende Nase gehörten demnach zu den Alltagsinfektionen, eine Isolation sei nicht erforderlich. „Daher sollte die 48-Stunden-Symptomfreiheit nur für meldepflichtige Infektionskrankheiten gelten“, ist der Bettmarer überzeugt – er fasst zusammen: „Starre Schließzeiten, das Fehlen flexibler Betreuungsangebote während der Schließzeiten, die komplizierte Erstattung von Kita-Verpflegungsgebühren und die zu weit gefasste 48-Stunden-Regelung bei Krankheit sind Punkte, die einer dringenden Überarbeitung bedürfen.“

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Am Mittwoch, 29. Mai, stellt sich die Gemeindeverwaltung (Grünert) den Fragen der Kita-Eltern (ab 19 Uhr, Mensa des Vechelder Schulzentrums). Eltern, die Fragen an den Bürgermeister haben, mailen diese bitte vorab unter vorstand@ger-vechelde.de an den GER, der diese weiterreicht an die Verwaltung.

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