Woltwiesche. Bei der 875-Jahr-Feier gibt es mahnende Worte am sanierten Ehrenhain zum Gedenken an Gefallene und einen Umzug, der viel zu bieten hat.

Haben Kriegerdenkmale, Heldenhaine heute noch eine Berechtigung? Nach zwei verheerenden Weltkriegen, die von Deutschland ausgegangen waren, tobt aktuell wieder Waffengewalt in Europa, und damit haben Gedenkstätten und Ehrenmale zur Erinnerung und Mahnung an Tod, Vertreibung und Zerstörung von Kultur und Gesellschaft einen Jahrhunderte übergreifenden Bezug. Das betont Pastor Hagen Rautmann – auch mit Verweis auf das 75-jährige Bestehen des Grundgesetzes – am Samstag im Festgottesdienst zum Auftakt der Feierlichkeiten des Ortsjubiläums 875 Jahre Woltwiesche. Bei der Einweihung des umfassend sanierten Ehrenhains zum Gedenken an die Gefallenen greifen Ortsbürgermeister Sven Anders und Kirchenvorstand Andre Bank in ihren Ansprachen den Appell gegen Hass und Gewalt auf.

Beim Gang zum Ehrenhain (von links): Benjamin Scheller (Kranzträger), Woltwiesches Ortsbürgermeister Sven Anders, Pastor Hagen Rautmann und Julian Scheller (Kranzträger).
Beim Gang zum Ehrenhain (von links): Benjamin Scheller (Kranzträger), Woltwiesches Ortsbürgermeister Sven Anders, Pastor Hagen Rautmann und Julian Scheller (Kranzträger). © FMN | Michael Kramer
Beim Festumzug sind auch Woltwiescher Grundschulkinder teil – teilweise verkleidet als Hofdamen, die huldvoll grüßen.
Beim Festumzug sind auch Woltwiescher Grundschulkinder teil – teilweise verkleidet als Hofdamen, die huldvoll grüßen. © FMN | Michael Kramer

Zünftig, fröhlich und ausgelassen startet danach der große Festumzug am Samstag mit zahlreichen Gruppen und Vereinen. Vorbei an Fahnen geschmückten Häusern, winkenden Nachbarn, Besuchern und Neugierigen sowie Erfrischungsständen von Anliegern am Straßenrand ziehen Feuerwehr, Schützen, Siedlerbund, Grundschulkinder, Landfrauen sowie Sportverein mit den Spielmannszügen aus Ringelheim und Woltwiesche sowie der Lengeder Musikgruppe Rot-Weiß durch Woltwiesche.

850 Jahre Woltwiesche – statt „Lengisch Helau“ plötzlich „Brunswick Helau“

Viele Kinder haben sich historisch als Ritter oder Hofdamen verkleidet. Nicht ganz themengerecht, aber für gute Stimmung sorgen mit farbenfrohen Verkleidungen die Karnevalsfreunde aus Braunschweig: Statt „Lengisch Helau“ heißt es dabei „Brunswick Helau“, und Bolchen, Chips- sowie Popcorntüten werden in die Zuschauergruppen am Straßenrand geworfen.  

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