Gadenstedt. Als Chef im Gadenstedter Freibad will Peter Lindemann bereits dieses Jahr neue Angebote machen. Zudem gibt es einen Geburtstag.

Nein, dieser „Herr Lindemann“ eröffnet keine Herrenboutique – schon gar nicht in Wuppertal. Denn anders als im Loriot-Klassiker heißt dieser Lindemann nicht Erwin, sondern Peter. Und eröffnen muss er im Gadenstedter Freibad nichts, zumal der Bad-Kiosk seinen bewährten Betreiber behält. Dennoch gibt es Neues zu berichten aus der Badeanstalt, bevor am Donnerstag (16. Mai) der erste Öffnungstag ist – und das hat viel zu tun mit Peter Lindemann.

Das Freibad-Team auf dem Beobachtungsturm (von links): Maren Herwigk, Phil Dickhans, Peter Lindemann, Jens Fenske und Andre Kaufmann.
Das Freibad-Team auf dem Beobachtungsturm (von links): Maren Herwigk, Phil Dickhans, Peter Lindemann, Jens Fenske und Andre Kaufmann. © FMN | Harald Meyer

Denn der 54-Jährige ist der „Neue“ in dem Freibad am Bolzberg, als Betriebsleiter der Nachfolger von Esra Yildirim, die Gadenstedt in Richtung Peiner Allwetterbad P3 verlassen hat. Wobei Lindemann die Saisonvorbereitung augenscheinlich (auch) dazu genutzt hat, sich in seine Arbeitsstätte zu „verlieben“: „Das Gadenstedter Freibad ist eine Perle – eine top gepflegte“, lautet seine „Liebeserklärung“, die gleichzeitig ein Lob an die Gemeinde Ilsede als Eigentümerin ist. Ihren 60. Geburtstag feiert die Badeanstalt in diesem Jahr, und die Gemeinde (zunächst Lahstedt, nach der Fusion Ilsede) haben fortlaufend ins Freibad investiert – nicht selbstverständlich in Zeiten oft leerer Kassen.

Freibad – „im Sommer praktisch durcharbeiten“

Zuletzt hat die Kommune Geld für die Sanierung des Sprungturms (Ein-, Drei- und Fünf-Meter-Brett) in die Hand genommen. Lindemann macht keinen Hehl daraus, dass der gute Zustand des Bads eine Rolle gespielt habe, sich für Gadenstedt zu entscheiden. Zuletzt hat er im Freibad seines Wohnorts Sehnde (Region Hannover) und im Hallenbad in Hannover-Anderten gearbeitet, doch der Fachangestellte für Bäderbetriebe – so die sperrige Berufsbezeichnung – macht deutlich: Diese Doppelrolle habe ihm nicht mehr behagt, „ich wollte unbedingt nur in einem Freibad arbeiten“. Auch wenn das bedeutet: im Sommer praktisch durcharbeiten, Überstunden abbummeln und Urlaub im Winter – „auch ein Vorteil“, sieht er es im munteren Plauderton positiv.

Das Freibad-Team um Betriebsleiter Peter Lindemann (Zweiter von links) sowie Bürgermeister Nils Neuhäuser genannt Holtbrügge (links) und Fachbereichsleiter Martin Diedrich (Vierter von rechts).
Das Freibad-Team um Betriebsleiter Peter Lindemann (Zweiter von links) sowie Bürgermeister Nils Neuhäuser genannt Holtbrügge (links) und Fachbereichsleiter Martin Diedrich (Vierter von rechts). © FMN | Harald Meyer

Bei der Begeisterung, die Lindemann für seine Arbeit als Schwimmmeister versprüht, kaum zu glauben: Eine geborene „Wasserratte“ ist er nicht. Erst mit 16 Jahren hat er seinen Freischwimmer gemacht – geboren sei er im Oberharz, da sei es etwas schwierig (gewesen) mit Badeanstalten. Gearbeitet hat Lindemann später zwar als Lebensmitteltechniker, wobei „mir die sozialen Kontakte gefehlt haben“. Im Fössebad in Hannover – in einem privat mit einer GmbH betriebenen Hallen- und Freibad – hat sich Lindemann daher vor rund 25 Jahren umschulen lassen zum Fachangestellten für Bäderbetriebe. Immerhin: Vorher ist er schon als Rettungsschwimmer am Strand von Norderney aktiv gewesen.

Freibad – „keine Entgleisungen“

Nebenbei: In dieser Ausbildung im Fössebad ist es nicht nur darum gegangen, die „Bädertechnik zu verstehen und die Rechtslage – etwa die Hygienevorschriften – zu kennen“. Ein Punkt war zudem: der Umgang mit Kunden – also auch die Frage, wie sich ein Schwimmmeister gegenüber den Gästen zu verhalten habe – wie erkenne ich, welche Erste Hilfe im Ernstfall für Badbesucher angesagt ist? Gleichwohl: Entgleisungen oder gar (verbale) Attacken gegen Badmitarbeiter gibt es in Gadenstedt nicht, versichern der stellvertretende Betriebsleiter Jens Fenske und Ilsedes Bürgermeister Nils Neuhäuser genannt Holtbrügge. Insofern sei das Gadenstedter Freibad eben noch ein „Paradies“.

Wobei es auch im „Paradies“ etwas zu verbessern gibt: So wird das Freibad ab dieser Saison wieder – anders als in den Vorjahren – keine Mittagspause mehr haben, also aufgrund eines neuen Schichtplans durchgängig geöffnet haben. Zudem will Lindemann Aqua-Jogging und Wassergymnastik anbieten („die Scheine dafür habe ich“), zumal Gadenstedt ein Freibad „für alle, für Kinder und Senioren“ sein solle. Zum 60. Bad-Geburtstag Anfang August sind besondere Veranstaltungen geplant, eventuell ein „Tag der offenen Tür“ mit freiem Eintritt für alle und Starnight-Swimming. Als weitere Stichworte für die Saison fallen ein 24-Stunden-Schwimmen und Mitternachts-Schwimmen. Lindemann ist überzeugt: „Ein Schwimmbad ist mehr als ein Ort zum Schwimmen.“ Dazu hat er schon viele Ideen – und freut sich auf seine Gestaltungsfreiheit.

Freibad – „Schließung kein Thema“

Eines macht Neuhäuser deutlich: Auch wenn die Gemeinde das jährliche Defizit für das Freibad – alleine für dieses Jahr sind 450.000 Euro eingeplant – tragen müsse, sei eine Schließung kein Thema: „Das Bad ist das Aushängeschild unserer Gemeinde, es ist eine Erfolgsgeschichte.“ Die Badesaison beginnt am Donnerstag, 16. Mai, um 7 Uhr. Letzter Badetag der Saison ist voraussichtlich am Sonntag, 15. September (wetterabhängig).

Öffnungszeiten der Freibäder im Kreis Peine

Freibad Gadenstedt: montags bis freitags 7 bis 19 Uhr; samstags und sonntags 9 bis 19 Uhr. Letzter Einlass um 18.30 Uhr, Badeschluss um 18.45 Uhr.

P3 Peine (Freibad): montags bis freitags 6.30 bis 20 Uhr; samstags und sonntags 8 bis 20 Uhr.

Auebad Wendeburg: montags bis freitags 6 bis 20 Uhr; samstags und sonntags (einschließlich gesetzlicher Feiertage) 8 bis 20 Uhr.

Naturfreibad Broistedt (außerhalb der Schulferien): montags bis freitags 14 bis 19 Uhr; samstags und sonntags 10 bis 19 Uhr.

Naturfreibad Bettmar: montags bis freitags 14 bis 20 Uhr; samstags und sonntags (feiertags) und in den Sommerferien 12 bis 20 Uhr. Bei schlechtem Wetter ist Einlass von 18 bis 19 Uhr.

Naturfreibad Hohenhameln: montags bis freitags 12 bis 18.30 Uhr; samstags und sonntags 10 bis 18.30 Uhr.

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