Peine. Zuletzt Drogenrazzia, Massenstreit, Schüsse – die Polizei Peine und das Südstadtbüro bleiben dennoch unaufgeregt.

Genau das sollte eigentlich nicht passieren: Vorfälle, die das schlechte Image von Teilen der Peiner Südstadt bestätigen. Doch in diesem Jahr gab es bereits drei große Ereignisse und Polizeieinsätze. Wir fragten bei der Staatsanwaltschaft Hildesheim nach dem jeweils aktuellen Stand.

Schüsse auf den Sohn des Imams der Moschee in der Peiner Südstadt

Anfang Februar war in der Südstadt auf den Sohn eines Imams einer Moschee in der Südstadt geschossen worden. Das Opfer wurde schwer verletzt, überlebte aber. Die Polizei stellte und verhaftete einen Tatverdächtigen in einem Braunschweiger Hotel. Wir fragten die Staatsanwaltschaft erneut nach dem genauen Verhältnis von Angreifer und Opfer, einem möglichen Motiv und dem Kaliber der Tatwaffe.

Zwei Großfamilien geraten auf offener Straße aneinander

Ende April gab es in der Südstadt einen Massenstreit, rund 50 Personen zweier Familien gerieten auf offener Straße aneinander. Die Polizei konnte erst mit einem Großaufgebot für Ruhe sorgen. Hier wollten wir von der Staatsanwaltschaft Hildesheim unter anderem wissen, wer sich dort warum stritt.

Drogenverdacht und Razzia der Polizei

Nur zwei Tage später gab es den nächsten Großeinsatz in der Peiner Südstadt, diesmal ging es um Drogen. Die Polizei durchsuchte dabei mehrere Gebäude, an denen deswegen auch Sachschaden entstand. Wir fragten bei der Staatsanwaltschaft nach, was konkret gesucht und gefunden wurde, wie der aktuelle Stand der Auswertung der Funde ist und ob es zu Anklagen kommt.

Konkrete Antworten auf die offenen Fragen zu den drei großen Vorfällen der jüngeren Vergangenheit in Teilen der Peiner Südstadt gab es am Montag von der Staatsanwaltschaft Hildesheim nicht, auch keine Zusammenfassung der bekannten Lage und Erkenntnisse. Sprecherin Christina Wotschke teilte auf Nachfrage unserer Zeitung nur mit: „Die Ermittlungen dauern an. Weitere Informationen liegen zum jetzigen Zeitpunkt nicht vor.“

Wer es darauf anlegt, bekommt das schlechte Image der Südstadt leicht optisch bestätigt. Momentaufnahme rund um die Nord-Süd-Brücke, an der Ecke zur Braunschweiger Straße (November 2022).
Wer es darauf anlegt, bekommt das schlechte Image der Südstadt leicht optisch bestätigt. Momentaufnahme rund um die Nord-Süd-Brücke, an der Ecke zur Braunschweiger Straße (November 2022). © Arne Grohmann | Arne Grohmann

Schlechtes Image der Peiner Südstadt

Das Image der Peiner Südstadt war immer wieder auch Thema in der Berichterstattung unserer Zeitung. Die Caritas hat seit vielen Jahren ihr „Südstadtbüro“ vor Ort. Nach eigenen Angaben liegt „ein Schwerpunkt u.a. in der Allgemeinen Lebens- und Sozialberatung von Menschen mit allen möglichen Anliegen und Problemen“.

Weiter heißt es, dass sich vor Ort unter anderem Gabriele Morkramer „in Zusammenarbeit mit der Peiner Heimstätte, der ansässigen Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Peine, zusätzlich engagiert um Mieterangelegenheiten, Probleme und nachbarschaftliches Zusammenleben kümmert“. Zudem gebe es den „Runden Tisch Südstadt“. Dieser sei ein wichtiges Vernetzungsgremium.

Schockzustand nach den Schüssen in der Peiner Südstadt

Die jüngsten Vorfälle seien sicher ein Thema, sagt Gabriele Morkramer im Gespräch mit unserer Zeitung. Besonders die Schüsse auf den Sohn des Imams seien ein Schock gewesen, der Vorfall habe viele Menschen in der Peiner Südstadt sehr erschüttert. Das Südstadtbüro habe guten Kontakt zum Vater des Opfers. Mit der Moschee arbeite man schon länger am „Runden Tisch“ gut zusammen.

Die Polizei Peine zog nach den Silvesterunruhen die Zügel an

Die Polizei Peine ging in ihrer jüngsten Auswertung der Zahlen und Daten zu Kriminalität in Peine auch auf die Südstadt ein. Zum Jahreswechsel 2022/2023 gab es dort schwere Landfriedensbrüche, mit Angriffen auf die Polizei mit Böllern und Raketen. Danach zog die Polizei die Zügel an, hielt nach eigenen Angaben den Kontrolldruck hoch.

Doch neben mehr Präsenz gehört auch mehr Kommunikation zum Konzept für die Peiner Südstadt. Es gebe inzwischen konkrete Ansprechpartner, an die sich Bürger wenden könnten. Das erhöhe das Vertrauen und die Handlungsfähigkeit, ist die Polizei überzeugt.

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Peines Polizeichef Christian Priebe stellte daher im Zuge der Auswertung fest: „Der eingeschlagene Weg insbesondere in der Peiner Südstadt zeigt, dass wir als Polizei angemessen und folgerichtig auf Kriminalitätsphänomene reagieren können.“

Am Montag bestätigte Polizeisprecher Malte Jansen auf Nachfrage unserer Zeitung, dass das Konzept der Polizei trotz der jüngeren schweren Vorfälle in Teilen der Peiner Südstadt beibehalten werde.

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