Bettmar. In Bettmar ist das sogar über die vollen 50 Meter möglich. Ohne das Engagement der Mitglieder des Fördervereins schwimmt gar nichts.

Wer mutig war und sich nicht vor Kälte scheute, konnte am Sonntag, 12. Mai, schon mal den Sprung ins Becken des Naturfreibades Bettmar bei zwölf Grad wagen. Der Verein des Bades öffnete seine Türen und somit auch die Badesaison.

„Mir wäre es eindeutig noch zu kalt“, lachte Angela Wilkens, die fast den ganzen Sommer in der Anlage verbringt. Ihr Mann Olaf Wilkens ist der Vorsitzende und mit einem Mitgliederstand von mehr als 1000 blickt er mit Stolz auf die Vereinsentwicklung. Wie hat der Verein es geschafft, diese Zahl zu erreichen?

„Das ergibt sich aus dem Verkauf der Saisonkarten, denn meist kaufen Familien die Karten und dahinter stehen gleich mehrere Personen“, klärt der Vorsitzende auf. Die Mitglieder hätten es geschafft, das Naturfreibad zu einem Ort der Idylle und vor allem zu einem Familienparadies zu gestalten. Neben weiträumigen Rasenflächen verfüge das Bad über Sprungtürme, zwei Kinderspielplätze und schattige Plätze. Das alles hielten die Mitglieder in Schuss, allerdings seien Helferstunden nicht in der Vereinsmitgliedschaft vorgesehen und kein Aufnahmekriterium.

Bettmars idyllisches Naturfreibad kann mit 50 Meter Bahnen punkten.
Bettmars idyllisches Naturfreibad kann mit 50 Meter Bahnen punkten. © FMN | Heike Heine-Laucke

„Wir freuen uns, wenn sich Freiwillige melden und helfen, denn es gibt immer etwas zu tun“, sagt Wilkens. Das Freibad punkte mit seinem 50-Meter-Becken, denn das sei für Bahnenschwimmer ideal. Und Naturbad heißt tatsächlich Natur. „Wer bei uns ins Wasser geht, muss damit rechnen, mit einem Fisch Seite an Seite zu schwimmen“, schmunzelt Angela Wilkens. Das Wasser reinige sich durch die Umwälzung und durch die unterschiedlichen Wassertiefen.

Wasserbereich für Kinder hat an tiefster Stelle 1,80 Meter

Am Kinderstrand geht es ganz seicht rein ins Wasser, das an der tiefsten Stelle aber 1,80 Meter erreicht. Deshalb sollten Kinder im Blick der Eltern sein. Für die Wasseraufsicht sorgen sechs Mitarbeiter, die immer während der Öffnungszeiten vor Ort sind. Alfred Goldbeck nennt das Naturfreibad sein „Sommerwohnzimmer“, weil er hier viel Freizeit verbringt und bei der Pflege des Geländes unterstützt.

Die Sprungtürme im Naturbad sind beliebt: (von links) Christian Knippen mit Sohn Alex, Angela Wiklens, Daniela Knippen, Lea Feeken und Justin Wagner schauen gern mal von oben aufs Wasser.
Die Sprungtürme im Naturbad sind beliebt: (von links) Christian Knippen mit Sohn Alex, Angela Wiklens, Daniela Knippen, Lea Feeken und Justin Wagner schauen gern mal von oben aufs Wasser. © FMN | Heike Heine-Laucke

Familie Daniela und Christian Knippen kommt ebenfalls gern mit ihren Kindern ins Naturbad. „Es ist hier einfach familiär und die Kids fühlen sich hier wohl“, sagen beide. Und etwas Besonderes hat das Freibad neben dem Volleyballfeld zudem: Menschen mit Geh-Einschränkungen könnten sich von der Treppe aus ohne Barrieren ins Wasser bewegen. Das versichert Vorsitzender Wilkens. Das Naturbadbecken grenze an den restlichen Teich und hierdurch komme es zu Berührungspunkten mit der Natur.

Die Geschwister Yuna und Alexander versuchen sich beim Schachspiel.
Die Geschwister Yuna und Alexander versuchen sich beim Schachspiel. © FMN | Heike Heine-Laucke

Anja Habelmann sagt: „Es gibt sogar kleine Schildkröten im Teich, auf die könnten Wasserfreunde auch treffen“. Entstanden ist der Badeteich zunächst in den 60er-Jahren. Und vor mehr als 20 Jahren gründete sich der Verein Naturfreibad Vechelde-Bettmar und entwickelte sich und vor allem das Gelände rund um den Freibadeteich weiter. Es gibt einen Kiosk, der während der Badesaison immer geöffnet und nicht nur für Schwimmer zugänglich ist, sondern auch für Besucher. „Die müssen auch keinen Eintritt zahlen, das müssen nur Badegäste“, versichert Wilkens.

Verein betreibt in Bettmar die Gastronomie im Bad selbst

Früher versuchte der Verein, die Gastronomie von anderen betreiben zu lassen. Hierzu Olaf Wilkens: „Das ging immer schief, jetzt haben wir das in die Hand genommen. Das läuft gut und vor allem zuverlässig“. In den letzten Jahren sei der Wasserspiegel durch die extreme Hitze gesunken, aber wie der Vorsitzende berichtet, sei immer noch genügend Wasser zum Baden vorhanden gewesen. „Das erhoffen wir uns auch für die bevorstehende Badesaison.“

Den Blick aufs Wasser aus dem Strandkorb heraus genießen Anja Habelmann und Alfred Goldbeck.
Den Blick aufs Wasser aus dem Strandkorb heraus genießen Anja Habelmann und Alfred Goldbeck. © FMN | Heike Heine-Laucke

Und die anderen Mitglieder hoffen nicht nur auf genügend Wasser, sondern auch auf steigende Wassertemperaturen. Und die können bei Sonnenschein auf bis zu 24 Grad klettern. Anja Habelmann erklärt: „Es gibt in dem Becken immer wieder sehr warme Zonen und etwas kühlere, das ist eben ein Naturbad“. In dem für die Sauberkeit nicht nur die Wassertiefen sorgen, sondern auch Muscheln, die sich im Wasser befinden. In Bettmar ist eben alles Bio und somit naturbelassen.

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Das Naturfreibad Bettmar öffnete am Sonntag, 12. Mai, seine Tür in der Münstedter Straße. Der Badebetrieb ist montags bis freitags von 14 bis 20 Uhr, am Wochenende und feiertags von 12 bis 20 Uhr, bei schlechtem Wetter von 18 bis 20 Uhr.

Familien zahlen jährlich 60 Euro, Einzelpersonen 45 Euro und Fördermitglieder 30 Euro. Eintrittspreise für Nichtmitglieder: 3 Euro pro Tag und Kinder von 4 bis 18 Jahre zahlen 2 Euro. 

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